Haarige Ohren

Mama war gestern mit Lucy weg und ich armer Junge war allein zu Hause! Naja, Papa hat sie mir da gelassen, aber mir war gar nicht nach Spielen zumute. Nach ein paar Stunden waren unsere Damen dann endlich wieder da und ihr werdet nicht glauben, warum sie weg waren- sie waren zusammen shoppen! Es ist nämlich so, dass Lucy schnell friert. Während ich noch fröhlich auf der Wiese schnuppere, bibbert sie bereits. „Mach endlich dein Häufchen, es ist kalt!“ „Ja, ja…“ Ihr kennt das. Wenn es regnet, ist es praktisch unmöglich mit ihr mehr als drei Meter zu laufen, denn dann legt sie sich einfach hin und will nicht mehr weiter laufen. Im Winter, als wir noch klein waren, hatte Mama echt Angst, dass sie einfriert und hat sie dann immer in ihre Jacke gesteckt. Damit wir nun zumindest im Regen Gassi gehen können, war Mama heute mit Lucy in einem Hundeladen und hat für sie ein schönes Regenmäntelchen gekauft.Doch das Mäntelchen war nicht ihr einziges Mitbringsel: Lucy hatte nämlich Rinderohren mit Fell dran entdeckt und bekam vor Aufregung gleich Augen, so groß wie Wagenräder. Sie paddelte mit ihren Beinchen und wedelte und leckte sich schon vor Vorfreude übers Maul, als hätte sie schon ein köstlich duftendes Ohr darin. Mama war natürlich nicht blöd und verstand, dass Lucy in der Hundesprache „Kauf mir das! Kauf mir das!“ schrie und sie hatte wahrscheinlich sowieso vor, uns noch etwas zum Naschen mitzubringen. Neben den Ohren hatte sie noch ein paar Spezialitäten entdeckt: getrocknetes Hühnchen mit Käsestücken dran (…Die schmeckten uns.), einen Snack aus Süßkartoffeln im Fleischmantel (…Die schmeckten süß und vorallem Lucy war sehr begeistert. Mir schmeckten sie auch.) und als nettes Geschenk der Verkäuferin auch ein Hundelolli (Der bestand aus einem Hundekeks an einer Kaustange und schmeckte uns.). Die Fellohren waren aber mit Abstand das Beste. Ich rupfte genüsslich lange braune Rinderhaare ab und knusperte fast den ganzen Nachmittag daran. Lucy war erschöpft von ihrem Ausflug, sie war sogar mit einem Bus gefahren und hatte soviel geschnuppert, dass sie nun bestimmt Muskelkater in der Nase hatte. Ich bot ihr wie ein Gentlemen an, ihr die Knabberarbeit an ihrem Fellohr abzunehmen, aber sie knurrte nur. Am nächsten Morgen hatten wir noch eine fellige Überraschung: Ihr glaubt ja nicht, wie unsere Häufchen aussahen! Ich hoffe, Mama bringt uns bald wieder Fellohren mit.

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