Der Dackel und der Sommer

Wahrscheinlich hat der Sommer neulich gehört, wie ich über ihn gelästert habe und jetzt hat er den Ofen so richtig angeheizt. Es sind um die dreißig Grad und mein Fell schmilzt, da bin ich mir ziemlich sicher. Wir leben ja in einer Dachgeschosswohnung…mehr muss ich eigentlich gar nicht sagen, oder? Allerdings halte ich die Hitze ganz gekonnt aus, schließlich bin ich ein Dackel mit gutem Personal!

Bud, der Angler

Verratet es bitte keinem, aber eigentlich habe ich gar keinen Angelschein! Den hat nur mein Papa, aber ich habe natürlich ganz brav geholfen. Ich habe die Ruten bewacht und in der Erde nach frischen Wurmködern gebuddelt. (Mein Papa hatte zwar schon welche dabei, aber man weiß ja nie.) Wir waren wieder an der Zschopau, weil Mama dort auf unserer Wanderung neulich viele Fische vom Ufer aus erspäht hatte. Dieses Ufer hatte eine ganz schöne Hanglage, was mir beim Buddeln sehr zugute kam: All die Erde rutschte einfach herunter und machte aus meinen Grabungsarbeiten ein Kinderspiel. Lucy hatte mehr Interesse an Papas Angelei. Sie schwirrte ständig den Hang hoch und wieder herunter und war sehr fasziniert von den großen Wellen, die ans Ufer schlugen, wenn ein Boot vorbeifuhr. Und das waren ganz schön viele!

Angel dackel

Wahrscheinlich hat unsere Anwesenheit Papa Anglerglück gebracht, denn er fing ganz viele Fische. Frisch mag ich Fische ganz gern, eingefroren esse ich sie nur noch püriert und auch nicht so begeistert. Zu meinem Unverständnis setzte Papa alle Fischlein wieder zurück in den Fluss und ich konnte keinen einzigen essen! (Jaaa, ich weiß ja, das Tiefkühlfach ist noch voller Fisch, aber … bäääh!) Mamas Bruder war auch dabei und wir gingen auch ein Stück im Wald spazieren. Nahe des Flusses war es unter dem Laubdach herrlich kühl. Leider hat Lucy dann irgendwas in die Brust gestochen und es schwoll gleich zu einem riesigen Pflatschen* an. Die Schwellung hatte die Form eines Donuts, also ringförmig, und war so groß wie ein 1€- Stück, also für Minihundmaße schon ziemlich groß. Lucy war den ganzen restlichen Abend ganz kningelig und kläffte genervt herum.

* Pflatschen: so nennt man in Sachsen eine große Schwellung, meistens im Zusammenhang mit Mückenstichen

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Hundeeis

Am nächsten Tag konnten wir, wegen Lucys noch nicht ganz verschorften Wunde, nicht baden gehen. Sooo wasserbegeistert sind Lucy und ich ja eh nicht, aber in diesen tropischen Temperaturen bequemt sich auch ein Dackel mal, seinem Schicksal ergeben, ins Wasser. Zumindest mit den Füßchen. Bis zu dem Bauch ins Wasser gehen, findet gerade Lucy echt eklig und bei ihrer Höhe ist jede Welle schon auf Bauchhöhe. Damit wir aber unter der Wärme nicht so sehr leiden, machte Mama heute ein köstliches Hundeeis. 

Man nehme:

  • eine Schüssel reifer Blaubeeren oder einem anderen hundeverträglichen Obst
  • Joghurt
  • einen essbaren Eisstiel, wie z.B. Kaustangen oder Knabberrollen
  • einen kleinen Becher, den man einfrieren kann
  • einen Menschling, der das Eis zubereitet

Der Menschling sollte das Obst unbedingt pürieren, da uns Hunden das Enzym fehlt, um pflanzliche Zellwände aufzuspalten. (Sonst kommen die Beerchen im Ganzen wieder heraus.) Danach vermischt man den Joghurt mit dem Obstbrei, bei Hunden, die Probleme mit Milchprodukten haben, sollte man laktosefreien Joghurt nehmen. Das Gemisch kommt in das Eisförmchen, oben rein kommt ein Kaui als Stiel. Nach zwei bis vier Stunden im Gefrierfach ist das Hundeeis fertig und kann direkt ins Hundemaul.

Uns schmeckte das Eis gut und lenkte sogar etwas von der Hitze ab.

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