Bud, der Ausbruchskünstler

Seit Mamas Oma über die Regenbogenbrücke gegangen ist, ist Mamas Opa sehr allein. Deswegen besuchen unsere Menschlinge den alten Mann nun öfter. Beim letzten Mal hat Mama ihn gefragt, ob sie uns denn mal mitbringen soll, so zur Ablenkung, und er fand die Idee toll. Doch leider ist es bei den alten Menschlingen wie bei den alten Hunden: Es gibt gute Tage und weniger gute Tage, vieles flutscht durch das Gedächtnis einfach hindurch. Heute hatte er keinen so guten Tag, obwohl wir dabei waren. Gut, gut, vielleicht habe ich mich ein kleines bisschen daneben benommen. Aber es roch überall nach Katze und die interessierten Lucy und mich bedeutend mehr als brav bei den Menschlingen zu sitzen.

Dies hatte zur Folge, dass wir in unsere Autobox verbannt wurden. Die Menschlinge behaupteten, sie kämen gleich wieder, doch dauerte mir „gleich“ entschieden zu lange. Schließlich bin ich ja ein selbstständiger und kluger Dackel! Nachdem wir unsere Snacks, die Mama uns noch zum Trost, bis sie wieder da sei, gegeben hatte, verdrückt hatten und ich mir ausgiebig das Maul geleckt hatte, blickte ich mich in der Transportbox um und überlegte, wie es denn zu machen sei. Hier drin bleiben und brav warten? Hah! Nicht mit mir. Ich bin schließlich Bud Hundini, der große Entfesselungskünstler!

Unsere Box ist ein großes klobiges Modell aus einer harten Plasteschale,  vorn ist sie mit einem Gitter verschlossen. Dieses lässt sich durch eine Schiene auf und zu ziehen, das hatte ich schnell herausgefunden und mich schon bei unserer ersten Fahrt damit erfolgreich befreit. Ich hatte nur von Innen gegen das Gitter gedrückt und es mit der Schnauze bequem zur Seite schieben können. Dann hatte Papa aber ein Loch gebohrt und einen Verschluss rangebaut. Toll. Damit funktionierte das Ausbrechen nicht mehr.

Dieses Mal jedoch kam mir die Idee, dass man ja auch versuchen konnte, das Gitter komplett aus der Schiene nach Innen zu ziehen, statt es herauszuschieben und tadaaa! So konnte ich herausschlüpfen und stand im Kofferraum! Lucy, die zwar treudoof in ihrer Box gewartet hätte, aber nun, da die Gelegenheit bestand, diese natürlich auch nutzte, folgte mir.

Hinten im Kofferraum war es doof, darum kletterte ich die Rückseite der hinteren Sitzbank hoch und schaute mich dort um. Papas Tasche von der Arbeit enthielt leider keine Pausenbrote mehr, deswegen spazierte ich gemütlich durch das Auto, schön über die Lederpolster, die ich sonst nicht betreten durfte. Lucy war es ebenfalls gelungen, über die Lehne zu kraxeln und suchte erstmal nach Essen. Als die Rückbank erkundet war, ging es vorn weiter. Irgendwie kam einer von uns an irgendwas und das Auto begann komisch zu blinken, was Papa auffiel, der gerade die Fische draußen gefüttert hatte. Er dachte aber, unser Kläffen hätte vielleicht einen Alarm ausgelöst. Als die Menschlinge dann aber auch gleich aufbrechen wollten, fanden sie uns beide quietschvergnügt auf dem Fahrersitz. Und weil ich ja die Box zerstört hatte, durften Lucy und ich heimwärts vorne mitfahren! Das war echt ein gelungener Ausflug, zumindest für mich. Die Menschlinge suchen nun nach einer neuen, buddy-sicheren Box und ich überlege, ob ich beim nächsten Mal nicht gleich mit Lucy nach Hause fahre.

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6 Gedanken zu “Bud, der Ausbruchskünstler

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