So langsam weihnachtet es

Jedes Jahr, wenn es langsam kälter wird, ergreift die Menschlinge ein kollektiver Wahnsinn. Sie beginnen unsere Wohnungen umzukrempeln, während wir noch gemütlich ein Nickerchen auf der Couch halten. Augen wieder auf: Alles glitzert und leuchtet und duftet und wenn man’s fressen will, hört man nur ein „Nein, Aus, Bud!“. Sie beginnen Essen zu horten und Plätzchen zu backen und jammern, wenn es nicht schneit. Fällt dann doch noch Schnee, jammern sie, weil sie mit ihren Abenteuermobilen nicht drüberfahren möchten und buddeln auf umständlichste Weise mit großen breiten Schneeschippen den Schnee wieder weg. Aber auch, wenn die Weihnachtszeit etwas paradox ist, gibt es dennoch auch sehr tolle Dinge darin!

Der Adventskalender

Weil vielen Menschlingen das Zählen nicht so liegt, haben sie den Adventskalender erfunden. Jeden Tag bis Weihnachten kann man so etwas öffnen, sei es Türchen, Säckchen oder in unserem Fall Röllchen. Oftmals verbirgt sich Essbares im Inneren eines solchen Zählinstruments, was ich außerordentlich gut finde. Mama hat uns einen gebastelt, weil sie meint, die gekauften seien so voll Zucker. (Ja, ich glaube, sie weiß selbst, wie sie sich anhört.) Da wir aber eh zu zweit sind, hat Mama einen Kalender aus mit Geschenkpapier überklebten Klopapierrollen gemacht, in dem je zwei kleine Leckerbissen warten. Jeden Tag dürfen wir nun abwechselnd eine Rolle aussuchen und dann öffnen. Damit nicht ein gieriger Dackel alles bekommt und der andere leer ausgeht, nimmt Mama erst ein Leckerchen raus, macht die Rolle wieder zu, lässt sie einen von uns öffnen (verschlossen sind die Rollen mit dem überstehenden reingestopften Geschenkpapier) und danach wird das 2. Leckerlie wieder in die Rolle gesteckt und der andere Dackel darf von der anderen Seite auch noch sein Kekschen befreien. Es ist gar nicht so einfach mit zwei Dackeln, aber Mama ist ja kreativ.

Der Nikolaus!

Einmal im Jahr, so erzählt man sich, bricht einer in das Haus ein um Menschlingsschuhe und Hundenäpfe mit Leckereien zu befüllen. (Näpfe verstehe ich ja, aber Schuhe??? Wo die Menschlinge ihre Füße reinstecken? Hat der Kerl keinen Geruchssinn?!)

Das haben wir jetzt schon zweimal miterlebt, aber haben niemals den geheimnisvollen Spender gesehen! Auch dieses Jahr geschah es über Nacht. Während Lucy und ich friedlich schliefen (okay, sie hat schon gewusst, was da im Flur war und hat die ganze Nacht gequengelt) muss jemand unsere Näpfe befüllt haben, denn als wir am nächsten Morgen aus dem Schlafzimmer stürmten, fanden wir tolle Leckerbissen vor! So beginnt der Tag doch super!

Seltsame Versteckspiele

Kurz vor Weihnachten bricht Chaos aus. Eine Lawine von Plätzchen stürzt aus dem Ofen, Mama räumt mehr auf und putzt mehr als üblich, nur um dann gleich wieder Chaos zu stiften, indem sie alles mögliche in Raschelpapier und Glitzerband einwickelt. Mit nichts davon darf ich spielen! Alles wird irgendwo versteckt. Selbst, wenn ich genau erspäht habe, dass es ein Hundespielzeug oder ein Leckerlie ist. Gemeiiin!

Der Höhepunkt des Wahnsinns

Am 24. drehen sie dann alle durch. Meistens beginnt der Tag mit einem langen Spaziergang und ausgiebigem Training, es folgen Spiel und Spaß. Mh. Sonderbar. Als ob Mama wöllte, dass wir müde werden. Die Pakete, die mit der Post gekommen sind, dürfen nun geöffnet werden und ich darf spielen.Dann gegen Mittag werden wir gebadet/ gebürstet/ geölt (je nachdem, was notwendig ist) und bekommen unsere besten Halsbänder angelegt. Bei mir ist das mein schwarzes Lederhalsband mit Nieten in Dackelform, bei Lucy ist es das Lederhalsband mit den Glitzersteinchen, das uns Tante Vivi geschenkt hat. Die Menschlinge ziehen sich dann auch an und denken, sie würden besser aussehen, aber solange sie keinen Mantel aus Wurst tragen, reißt mich das nicht vom Hocker. Der Abend besteht dann aus einer Feier mit der Familie, mehr dazu, wenn es soweit ist. Nur so viel: Ich bekomme ENDLICH meine Geschenke, alle streicheln uns und ich kriege Leckerbissen ohne Ende. Die Menschlinge haben einen Baum reingeholt, den keiner markieren darf, und singen Lieder (scheußlich). Ich bin ziemlich glücklich, trotz all den seltsamen Sachen, dass ich mittendrin bin unter all den Menschlingen, die ich mag. Lucy freut sich auch über die Aufmerksamkeit, schielt aber mit einem Auge auf den Teller. Meistens schlafe ich dann die nächsten drei Tage um mich zu erholen.

Und wie feiert ihr so Weihnachten mit euren Menschlingen?

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