Von Osterhasen und Kartoffelsalat

Die Menschlinge feiern in diesen Tagen Ostern. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber es hat mit gekochten Eiern und Hasen zu tun. Und gerade die Hasen sieht man überall!

Letztes Jahr, während unseres Praktikums, hat man aus Lucy sogar einen Hasen gemacht! Jedenfalls teilweise, denn sie haben ihr Hasenohren aufgesetzt. Ich glaube, sie dachten, Lucy würde dann besser hören. Als ob das bei einem Dackel genützt hätte! 🙂

Heute, am Ostersonntag, waren wir bei Papas Oma. Ich liebe es, in ihrem Wohnzimmer herum zu tollen, denn dort liegt weicher Teppichboden. Zum einen rutscht man dort nicht so beim Rennen und zum anderen kann man sich wunderbar wälzen. Die vielen Leckereien, die ihren Weg in mein Mäulchen finden, was mir – und der verfressenen Lucy- gut gefällt, natürlich auch!

Nachdem wir eingetrudelt waren und Lucy und ich aufgeregt alle Familienmitglieder gebührend begrüßt hatten, ging es plötzlich wieder raus. Nanu? Gassi? Aber wir waren doch gerade erst gekommen! Die Zweibeiner begannen plötzlich zu suchen und fanden überall im Garten Eier, Schokolade und andere Sachen. Dank unserer überragenden Dackelnase spürten wir jedes Versteck auf. Danach ging es wieder zurück in die warme Stube und ich konnte wieder auf dem Teppich spielen.

Die Menschlinge waren unterdessen nicht faul… soll heißen, zumindest Papas Großeltern waren es nicht, der Rest hatte die Couch erobert… und bereiteten das Essen vor. Ich sah viele gute Sachen in den Menschenmündern verschwinden und dachte mir, dass das Frühstück schon eine Weile her war.  (Lucy und ich hatten zu Ostern etwas tolles zu essen bekommen, wir waren ganz aus dem Häuschen! Ich verrate aber lieber nicht, was es war, manche Zweibeiner haben eine niedrige Ekelschwelle. Nur soviel: es war eine Delikatesse aus dem Barfladen.)  Schneller als ich gucken konnte, war das Essen verputzt und die Zweibeiner wieder auf der Couch. Das übrige Essen verschwand in der Küche, alles, außer einer Schüssel Kartoffelsalat. Die wurde mit Alufolie abgedeckt und im Flur deponiert, damit man auch daran dachte, sie mit zu nehmen. Ich wusste von der Schüssel nichts. Wir lagen alle in verschiedenen Stadien der Mattheit auf dem Sofa.

Papas Oma kam in diesem Moment der Gedanke an Nachtisch und beschloss, Eis aus dem Keller zu holen. Als Gentleman ging ich, unbemerkt, mit und schaute mich bei dieser Gelegenheit gleich etwas im Haus um. Im Flur stieß ich plötzlich auf den Kartoffelsalat. Er stand auf dem Boden und befand sich in einem napfähnlichen Gefäß, damit war die Sache klar: Der musste wohl für mich gedacht sein. Mir fielen die Menschlinge im Garten wieder ein, die überall Essbares gefunden hatten- jetzt wusste ich, wieso der Kartoffelsalat hier stand, der Osterhase hatte ihn für mich versteckt. Eigentlich esse ich lieber Fleisch, aber ich wollte ja nicht unhöflich sein und machte mich über den Salat her. Mittlerweile war meinen Eltern mein Verschwinden aufgefallen und sie suchten rufend nach mir. Fröhlich lief ich zu ihnen, doch auch der Kartoffelsalat kam ihnen nun in den Sinn. Zweierlei überführten mich: die sorgsam beiseitegelegte Alufolie und der Mayonnaiseduft aus meinem Maul. Also, ich finde Ostern und die versteckten Leckereien total toll.


Euch allen noch ein schönes restliches Osterfest und einen ebenso fleißigen Osterhasen wie mir! 

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