20 Dinge, die nur Minihundbesitzer kennen

Minihund struggles

„Also, so ein kleiner Hund, das wäre für uns ja nichts.“ Diesen Satz hat unser Frauchen ja schon oft gehört, wenn die Leute Lucy betrachten, die irgendwo, ganz unten bei den Füßen, kaum die Knöchel überragt. „Da würde ich ständig drauf treten. Die ist ja kleiner als ne Katze. Also, ganz im Ernst, für mich ist das gar kein richtiger Hund. Der passt ja sogar in eine Handtasche!“ Während Mama sich darauf konzentriert, niemandem den Kopf abzureißen, schiele ich hinüber zu Lucy. Mir kommt sie ja gar nicht so klein vor, aber ich bin ja auch nicht gerade eine Dogge. Ich passe allerdings in keine Handtasche, beziehungsweise, meine knapp zehn Kilogramm zu schleppen, ist nicht allzu verlockend.  Natürlich ist Lucy trotzdem ein richtiger Hund. Sie bellt, sie knurrt und wenn Frauchen jemand zu nah kommt, würde sie ihn genauso auffressen, wie es unser großer Labradorkumpel Finn für sein Frauchen machen würde.

Lucy und ich sind beide Dackel, aber weil ich, als Standarddackel, doppelt so groß bin wie Lucy, sind wir trotzdem sehr unterschiedlich. Während ich bei Wind und Wetter Gassi gehen könnte (Könnte! Nicht „wöllte“!), braucht Lucy schon zeitig eine Regenjacke, ansonsten gibt es Durchfall und Blasenentzündung. Ist es dagegen wie jetzt richtig heiß draußen, trotte ich noch hechelnd neben dem Zweibeiner her, während Lucy schon darum bettelt, getragen zu werden. Außerdem wachsen bei Lucy die Krallen irre schnell und bei mir viel langsamer, weshalb Mama dann mal die Expertin, Tante Vivi, die ja Hundecoiffeuse ist, um Rat gefragt hat. Die meinte dann, tja, das ist bei den Kleinstrassen eben so. So viele Unterschiede innerhalb einer Rasse?

Wir haben zwanzig typische Minihundprobleme zusammengefasst. Habt ihr auch einen Minihund?

dackel hohes gras

20 Dinge, die nur Minihundbesitzer kennen:

1. Die Leckerliebelohnung beim Training wird gefühlte zehntausend Mal zerschnitten, weil der Minihund sonst im Nu eine Minikugel ist. Übliche Hundekekse sind für den Mini viel zu groß.

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2. Es ist schwer, einen geeigneten Spielgefährten zu finden. So ziemlich jeder Hund ist größer als der Mini und es besteht die Gefahr, dass er beim wilden Spielen zertreten wird. Und irgendwie ist der Mini von allen befreundeten Hunden eh der Kleinste!

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3. Die Futterportion passt auf einen Esslöffel.

4. Das Häufchen passt ebenfalls auf einen Esslöffel.

5. Man hat immer etwas Angst, dass sich Gäste auf den Minihund setzen. Und das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass der Minihund jeden Zentimeter seines winzigen Körpers auf maximale Länge ausrollt.

müder dackel

6. Im Bett hat man auch die Befürchtung, den Minihund platt wie eine Briefmarke zu walzen.

7. Der Minihund macht sich grundsätzlich im Bett dreimal so breit, wie er eigentlich ist.

8. Befreundete Hundebesitzer mit großen Hunden können gar nicht verstehen, wieso man so sehr auf den Minihund aufpassen muss und kennen die meisten Minihundprobleme gar nicht. Ihr vierbeiniges Schlachtschiff ist schließlich robust. Und im hohen Gras ist ihr Hund ja auch noch nie verloren gegangen.

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9. Ist ein großer Raubvogel über uns, bleibt der Mini an der Leine. Immerhin ist der Hund nicht wesentlich größer als ein Hase!

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10. Der lauteste Hund in der Straße? Natürlich der Mini, ganz nach dem Motto „Klein, aber laut“! Aber irgendwie scheint sie keiner wirklich ernst zu nehmen! Würde ein großer Hund bellen, würde es zumindest die meisten Leute davon abhalten, ihn trotzdem streicheln zu wollen. Beim Minihund? Fehlanzeige.

11. Stößt man beim Gassi auf eine Katze, ist man weniger besorgt, dass der Mini dieser etwas tun könnte, sondern, dass die Katze dem Mini etwas tut.

12. Krallen scheinen viel schneller zu wachsen als bei den großen Kollegen, aller zwei Wochen sitzt man mit der Krallenschere da.

13. Die Zähnchen kann man auch jeden Tag putzen, um Mundgeruch und Zahnbelag zu entgehen, während für den Labrador nebenan aller drei Wochen mal ein Knochen zur Zahnreinigung reichen.
14. Der Lieblingssitzplatz des Minihundes ist auf dem Schoß. Im Ernst. Es ist ihr Platz. Ob du willst, oder nicht, wenn du durch diese Tür kommst, ist dein Schoß nicht mehr dein Eigentum, sondern Lucys.

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15. Passanten finden es witzig, „Guck mal, die hat eine Ratte an der Leine!“, „Ist das ein Frettchen?“ oder „Das ist ja gar kein richtiger Hund!“ zu sagen, wenn sie den Mini erspähen.

16. Der Mini weiß nicht, dass er klein ist und zögert nicht, seinen Zweibeiner zu verteidigen und zu beweisen, dass auch Minihundzähne weh tun können.

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17. Selbst kleinste Mengen an giftiger Substanzen können dem Minihund gefährlich werden, deswegen achtet der Minihundbesitzer mit Argusaugen darauf, dass diese nicht mit dem Minihund in Berührung kommen.

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18. Minihunde frieren schnell und zittern bei Eis und Schnee. Ein Pullover oder ein Jäckchen gehören so zum Winter dazu.

 

19. Wenn ein großer Hund gut hört oder Tricks kann, wird das als etwas ganz normales abgetan, trainiert man aber mit einem Minihund, wird man von erstaunten Spaziergängern gefragt, wieso man denn mit einem kleinen Hund so etwas macht. Minihunde müssen ja nicht trainiert werden. Sind ja keine richtigen Hunde.

20. Nicht nur, dass der Minihund ungefragt von Passanten angefasst oder gestreichelt wird, er wird sogar aufden Arm genommen. (Jap. Ist uns schon zwei Mal passiert.)

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14 Gedanken zu “20 Dinge, die nur Minihundbesitzer kennen

  1. ShivaWuschl schreibt:

    Ich finde Minihunde toll! Meine ersten beiden Hunde waren so 5-Kilo-Hundkonzentrate und auch wenn Shiva toll ist… der nächste wird wieder ein Mini. Klein, aber oho! Kann überallhin mit. Kann auch auf den Arm genommen werden, wenn es brenzlig wird. Kann problemlos in jedes Bett mit (Shiva braucht so viel Platz wie ein Dinosaurier) und ein knurrender Mini wird einfach nicht als gefährlich eingestuft. Shiva ist immer gleich ein Monster.

    Minis an die Macht! Shiva auch. Die würde es allen zeigen!

    Flauschige Grüße
    Minihundfan Sandra & Shiva-bin-doch-sooo-klein

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    • derfantastischebud schreibt:

      Oh, vielleicht einen Dackel?^^ Aus eben diesen Gründen (und weil es in einer Stadtwohnung für einen großen Hund nicht so schön wäre) haben sich unsere Menschlinge für Minihunde entschieden. Aber große Hunde gefallen den Zweibeinern auch. Deswegen haben sie ja mich, den Minidobermann ^^
      Liebe Grüße, euer Bud
      P.s.: Shiva, ob groß oder klein, wir finden du bist eine total süße tolle Hundelady 🙂

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  2. anja119 schreibt:

    Futtermenge und Häufchengröße/-menge muss ich widersprechen. Beides geht bei Nico überdurchschnittlich gut 😪. Ich frage mich manchmal wie so viel in einen kleinen Hund reinpasst bzw. rauskommt, gut, hängt ja irgendwie zusammen 😄. Wenn man daraus 💩 doch nur Strom oder Geld machen könnte, wir hätten ausgesorgt.
    Bei allen anderen Dingen gebe ich dir absolut recht 👍. LG

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    • derfantastischebud schreibt:

      Arme Mia, mach dir nichts draus! Auch ich als 9-Kilokampfkoloss bekomme Sprüche wie „Lauf nicht so weit, sonst werden die Beine noch kürzer!“, einfach weil ich ein Dackel bin. Mein Frauchen platzt dann immer fast, aber ich seh das ganz cool. Denn je tiefer ich am Boden bin, desto näher bin ich meinen geliebten Mauselöchern!
      Liebe Grüße und Schlabberküsschen an Mia,
      Euer Bud

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  3. julie schreibt:

    toll geschriebener Text! mag deine Art zu schreiben sehr und kann bei dem Meisten zustimmen 😀
    Ich kann noch etwas beitragen:
    – Minihund im Bus/Zug ist wie „gar nicht da“, weil er auf Schoß knuddelt und er aussieht als wäre er eine Felldecke oder Katze.
    – Minihund hat Luxustragelift im Altbau, da Minihundmama seine Gelenke schonen will.
    – Minihund kann nichts von der Theke stehlen, da zu klein.
    – und ganz wichtig: Minihund hat riesen Herz.

    Gefällt 1 Person

    • derfantastischebud schreibt:

      Danke! 🙂
      Deine Ergänzungen kennen wir auch – gerade das mit dem Gelenke schonen. Lucy denkt sich nämlich gerade, wenn sie schon von unserem zweibeinigen Treppenlift im Haus getragen wird, müsste das doch auch für ALLE Unannehmlichkeiten gelten! Gewufft, getan, bei den hochsommerlichen Temperaturen wird jetzt auch probiert, ob man seinen Menschling nicht auch als Reittier domestizieren kann. Klappt nur manchmal.
      Liebe Grüße,
      Dein Bud

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  4. Filiz & Kimba schreibt:

    Sehr lustiger und toll geschriebener Erfahrungsbericht 👍🏻.
    Kann in allem nur zustimmen. Unser Mini, 2,5 geballte Hundemasse, macht sich im Bett breit wie eine Bulldogge, macht aus einem Esslöffel Frischfleisch Erdnuss 🥜 große Häufchen ( BARF sei Dank), beschützt uns wie ein Löwe ( Nomen erst Omen, der Mini heißt „Kimba“), wird von anderen „Echt-Hundebesitzern“ belächelt, ebenso von verbellten Passanten und wird von der ganzen Familie heiß und innig geliebt.
    Natürlich kuschelt er auf dem Schoß beim abendlichen Fernsehen und praktischerweise kann er immer bei uns sein, wenns zu voll wird, “ notfalls“ 😉halt auf dem Arm…
    Genauso haben wir das gewollt und wir würden unseren Mini gegen nichts auf der Welt eintauschen.

    Wünsche Euch zweien 🐾🐾eine tolle Zeit mit euren Zweibeinern

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  5. Bettina Monse schreibt:

    So viel Hund auf so wenig Raum- da muss einfach jeder Großhundbesitzer staunen! Ich bin überglücklich mit einem kleinen Hund und finde kleine Hunde einfach nur „quadratisch, praktisch – gut“!!!
    Sie können ihre Menschen außerdem so gut wie überall hin begleiten und werden manchmal gar nicht bemerkt!
    Super süße Fotos und tolle Beispiele, danke!

    Gefällt 1 Person

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