Ein Drachen an der Leine

Mädchen können ganz schöne Zicken sein und es ist nicht immer einfach, mit ihnen befreundet zu sein. Eben noch war alles gut und schon beißt sie einem volle Bude ins Ohr. (Und das Ohr ist noch die gnädigere Wahl.) Lucy ist nicht nur manchmal eine echte Zicke, sondern auch eine kleine, auf Krawall gebürstete Terrorgurke. Das passiert meistens, wenn wir Gassi gehen und ihre kleinen Äuglein ihren Erzfeind* erspähen.

(*Anmerkung der Redaktion: Wir wissen nicht genau, wie der Erzfeind heißt oder welcher Rasse er angehört, aber er ist klein, hat schwarzes Rauhaarfell und sobald er uns auch nur von weitem entdeckt, fängt er schon an zu brüllen. Weil Lucy und ich -im Gegensatz zu einer gewissen Zweibeinerin- aber total schlagfertig sind, lassen wir das nicht auf uns sitzen und bellen zurück. Ja, auch ich, der sonst kein Kläffer ist. Dackelstolz und so.) 

dackel-bellt-viel

Aber auch andere Hunde, die eigentlich vollkommen in Ordnung sind, kläfft Lucy begeistert an. „Ey! Du! Genau du! Deine Mudder! Lucy is in the hood! Ha!“ *seufz* Für mich ist es schwierig, meine Freundschaften mit anderen Hunden zu pflegen, weil ich immer diese kleine Brüllnudel im Schlepptau habe. Meistens darf ich dann meine Bros begrüßen und Lucy wird am ausgestreckten Arm gebändigt, wenn sie mal wieder einen ihrer Macho-Tage hat. Die Besitzer kennen uns schon als „Der Süße und die Laute“. Weil Lucy sonst immer vor allem Angst hat, weiß man aber nie genau, ob sie nun aus „Alter-ich-hau-dir-aufs-…“ oder aus Furcht kläfft. (Wechselt ja auch immer mal.)

Burg kriebstein blogparade wandern vor der wohnungstuer 11

Falsche Stelle, aber selber Fluss: Die Zschopau

Heute hatten wir eine ziemlich coole Hundebegegnung. Es war so warm, dass ich mir sicher bin, dass mein Fell leicht angefangen hat zu schmelzen und so führte uns die Nachmittagsrunde in den Wald, Richtung Fluss. Unter dem dichten Laub war es angenehm kühl, jedoch lockte dies natürlich auch andere Menschlinge an. Unsere bevorzugte Badestelle war also vorerst belegt. Määäh. Ein Angler stakste im Wasser herum und wir hörten das Bellen eines anderen Hundes. Wir erspähten ihn zwar nicht, aber dafür sein Frauchen, mit Kamera in der Hand. Lustig, so sehen wir sonst für andere aus. Fehlt nur noch der übercoole zweite Hund dazu. Wir beschlossen, erstmal etwas am Fluss entlang zu laufen und ein geeignetes Ufer für uns zu finden, jedoch gab es weit und breit keines, das so flach verlief. Und mit unseren kurzen Beinchen trauen wir uns eben nicht, steile Ufer hinab zu kraxeln. Bei ein paar Felsbrocken machten wir ein paar Tricks, um den Zweibeiner bei Laune zu halten und so kam es, dass Lucy offline war. Und dann trafen wir Daria. Sie war ein Rauhaardackel, allerdings ein Zwergdackel, also Lucy-Format. Ich war im siebten Himmel. Ein Dackelmädchen! Klasse! Mama hatte Lucy schnell unter den Arm geklemmt und erwartete das übliche „Mäff! Mäffmäffmäff!“, aber das blieb aus. Stattdessen paddelte Lucy mit den Beinchen herum, während ich schon mal Daria abcheckte. Die Besitzer, ein Zweibeinerpärchen, schienen erfreut darüber, auf Dackelkollegen zu treffen. (Teckel sind ja selten, behauptet man oft.) Lucy durfte dann auch auf den Boden und dackelte zielsicher zu Daria. Ob es jetzt Ärger geben würde? Im Gegenteil. Lucy schien begeistert zu sein und wollte ihr sogar nachlaufen, als sie sich mit ihren Eltern auf den Weg machte. Mama war zutiefst beeindruckt und wir setzten unsere Wanderung fort… Naja, zumindest war das der Plan. Der schmale Weg endete an einem Schild, an dem irgendwas in Richtung „bla bla Privat bla bla“ stand und zwang uns zum Umkehren. ICH hätte es natürlich riskiert, im Zweifelsfalle guck ich einfach süß, aber naja, ihr kennt das ja. Lucy war nun wieder vertäut an ihrer Leine, weil wir die Brut- und Setzzeit ja nicht überstrapazieren wollen, und unterwegs trafen wir erneut auf Daria, die jedoch immer noch frei herum lief. Eben noch war bei Lucy Dr. Jekyll am Steuer, im nächsten Moment wurde sie zum Mr. Hyde und kläffte wie die übliche Bestie an der Leine. So, so, Lucy. Was wir daraus lernen? Ganz offenbar ist die kleine Madame leinenlos nicht ganz so selbstsicher und traut sich die Nummer mit dem Kläffen nur an der sicheren Schnur.  Ist ja leicht, auf dicke Hose zu machen, wenn man genau weiß, dass der Zweibeiner einen im Notfall einfach in die Tasche packt. Einfache Lösung: Lucy ab jetzt immer offline lassen. Ha. Geht nur leider nicht in der Stadt. Aber vielleicht finden sich ja Möglichkeiten zum Üben auf der Wiese, vorausgesetzt, wir finden mal einen freundlichen Hund in Lucy-Größe. Unsere Badestelle war dann übrigens frei und ich bin sogar geschwommen. Glaubt ihr nicht? Video folgt!

 

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