Dackelparty 2.0 oder Buds heimliche Liebe

Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Dackel, der eigentlich vor hatte, an einem kalten Samstagmorgen auszuschlafen, sich nichts mehr wünschen muss als einen frühen Ausflug. Soll heißen, ich saß frierend und müde im Abenteuermobil und fragte mich, warum zum Teufel die Zweibeiner immer so früh raus müssen. Eben noch ruhte mein Schnäuzchen behaglich und warm unter der Decke eingekuschelt und im nächsten Moment standen Lucy und ich mit unserem Frauchen draußen auf der Wiese und wurden dazu gedrängt, uns jetzt und hier zu erleichtern. Erst als ich bemerkte, dass wir zu Balduin gefahren waren, wurde ich munter. Bruderherz! Wir vertrieben uns den Vormittag damit, wild zu toben und zu spielen, gegen Mittag folgte eine kurze Gassirunde. Als ich schon fast entschieden hatte, dass es ein guter Zeitpunkt für ein Nickerchen sei, wurden wir allesamt hinaus geschleppt – und dann, in Slowmotion, begleitet von Harfenklängen, ritt durch ein Blumenmeer auf einem Einhorn Mylow auf mich zu. …Na ja, ganz so war es vielleicht nicht, aber so fühlte es sich an. Mylow hatte ich zu unserer letzten Dackelparty kennengelernt und fand ihn einfach toll.

20170131_132037.png

wald der dackel

Into the woods

Als unsere Gruppe nun vollständig war, folgte Teil 2 des von den Zweibeinern erdachten Unterhaltungsprogrammes: Der obligatorische Waldspaziergang! Der Kälte des Morgens war schönster Sonnenschein gewichen, beste Voraussetzungen also für einen tollen Spaziergang. Außer Joko und meine Wenigkeit liefen alle Dackel offline herum, angeblich, weil „ich nicht höre“. (Das stimmt natürlich nicht. Ich höre mein Frauchen sehr deutlich nach mir brüllen, sogar wenn ich schon drei Kilometer weit entfernt bin, in ein Flugzeug nach Mexiko steige und meinen Namen geändert habe in El Buddo Fantastico.) Joko und Mylow’s Eltern hatten, da Mylow zu den Leinenlosen gehörte, zum Glück eine Flexileine übrig und ich konnte dann doch einigermaßen laufen, wie ich es wollte.

dackel rundackel party

dackel party 2

v.l.n.r.: Bud, Lucy, Mylow, Joko und Balduin

Grenouille gefällt das.

Um das Waldgebiet herum gab es viele Kuhweiden, ein paar waren wirklich voll mit köstlichstem Pansen Kühen, andere waren verlassen, aber voller Kuhfladen. Außer mir, der zu sehr damit beschäftigt war, interessanten Spuren nachzuschnüffeln und Bäume und Gräser zu markieren, wälzte sich jeder Dackel in dem Wohlgeruch verströmenden Fleckchen Erdboden. Auch Miss Lucy, die einzige Hündin unter uns, ließ sich fallen und ruderte wild mit den Beinchen in der Luft. Am schlimmsten erwischte es Mylow und Joko, sagten zumindest die Menschlinge. Ich fand, die beiden rochen von allen am besten und war ganz neidisch.

Grenouille und sämtlichen Dackeln gefällt das nicht.

Wir badeten in einem Bach, rannten zu fünft (plus Menschlinge) in großen Sätzen über die Wiese und hatten jede Menge Spaß. Zurück im Hause Balduin angekommen, wurden wir jedoch nacheinander allesamt in die Badewanne verfrachtet und gewaschen! Nun war ich auf einmal sehr froh, dass ich mich nicht im Kuhfladen gewälzt hatte, so kam ich um diese grausame Sanktion herum. Lucy fand es ziemlich empörend, vor unseren Freunden so gedemütigt zu werden, auch, wenn alle da durch mussten… außer mir. Hehe. Da wir alle kurzes Fell haben, dauerte der Dackel-Waschgang nicht lange und Tante Heidi hatte zur Entschädigung für uns alle leckere Knabberstangen. Obwohl ich nicht gewaschen worden war, bekam auch ich einen der Leckerbissen! Win: Win!

braun tiger dackel

Still a better lovestory than twilight

Die Herrchen spielten nun Karten, die Frauchen hockten auf der Couch, redeten über Menschlingszeugs, beobachteten uns, schauten Filme und spielten mit ihrem Handy. (Ja, genau, letzteres war mein Exemplar.) Mir war ziemlich schnurz, was meine Eltern gerade so machten, denn nun war es Zeit für uns zu spielen! Daraus ergab sich ein kompliziertes Beziehungsfünfeck. Ich rannte hinter Mylow her, in den ich mich schon bei unserem ersten Treffen unsterblich verliebt habe. Joko war eifersüchtig und wollte ebenfalls hinter Mylow her. Balduin wollte Joko, wurde aber von diesem nicht beachtet. Und Lucy war vertieft in ihre Kaustange und wollte auch nur diese. Zeitweise saß Mylow mit seiner Kaustange unter dem Couchtisch und ich spielte dann mit Joko. Alles in allem waren wir die ganze Zeit in Bewegung und das Stakkato unserer Krallen war lauter als der Film der Zweibeinerinnen.

dackel_love

Als ich dann heimlich nachsehen ging, was für tolle Spielsachen und Leckerchen Joko’s Frauchen in ihrer Tasche hatte, reichte es ihm und ich bekam dann eins von ihm auf den Deckel. Erst wollte ich ihm seinen Freund ausspannen und dann auch noch an seinen Spielsachen vergreifen- genug ist genug! Trotzdem spielten wir miteinander und als es dann Zeit war, dass sich Menschlinge und Dackel auf den Weg machten, ließ ich meine Ohren traurig hängen. Aber wir spielen hoffentlich bald wieder mal zusammen! Auf der Fahrt nach Hause fielen mir dann fast die Augen zu.

dackelbande

Die fantastischen Fünf

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Dackelparty 2.0 oder Buds heimliche Liebe

  1. Isabella mit Damon und Cara schreibt:

    Auch wenn der Tag vielleicht nicht ganz so „Dackel-perfekt“ angefangen hat … es hört sich an, als hätte sich diese Unannehmlichkeit echt rentiert 🙂 So ein Tag voller Tobespaß und hundiger Unterhaltung war sicher super … da kann ich gut verstehen, dass Du auf der Heimfahrt müde warst.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.