Morgenmuffel

Nebenbei und am Rande habe ich das ein oder andere Mal schon erwähnt, wie sehr ich das Aufstehen hasse. Ein Hund schläft zwischen zwischen zwölf und siebzehn Stunden am Tag, je nach Alter, Größe, Gesundheit und – in meinem Fall – Bequemlichkeit.

Das soll nicht heißen, ich sei immer so ein Faulpelz, ich kann auch rennen und springen und liebe wilde Spiele mit meinen Menschlingen. Morgens jedoch ist mir das vollkommen egal, denn dann ist es einfach zu bequem unter der großen warmen Bettdecke. Und eigentlich gäbe es auch keinen vernünftigen Grund, wieso ich nicht solange darunter bleiben sollte, bis ich von alleine hervor gekrabbelt komme. Da es jetzt morgens lange dunkel bleibt, ist mein Ansporn jedoch gering. Sehr gering. Wieso auch nicht?

Außer natürlich… die Zweibeiner. Meistens bleibe ich liegen, bis das Frauchen mit der Leine klappert, aber es gibt solche Tage, da kann sie meinetwegen alleine Gassi gehen. Im Regen. Nach Mordor. Heute war ein solcher Tag. Während Lucy schon lange parat stand, wollte ich doch nur ein wenig schlafen. Mein Frühstück war schon zurecht gemacht, doch es war so früh, dass ich noch gar keinen Hunger hatte. Man musste mich erst dazu überzeugen, dass jetzt Zeit für das Frühstück war. Weil ich so lustlos kaute, nutzte Lucy die Chance zum Stehlen und fraß die Hälfte auf. War mir aber auch egal, ich wackelte zurück in Richtung Bett. 

Doch der Zweibeiner war immer noch beschäftigt damit, unsere Bedürfnis-To-Do-Liste abzuarbeiten und eh ich mich versah, standen wir da draußen, in der Kälte, im NASSEN. Gut, dachte ich, bringen wir es schnell hinter uns und fertig! Also platzierte ich ein bisschen Dackelgold, doch kaum hatte sie es eingetütet, schleifte sie uns weiter! Kurzer Blick zu Lucy: Wenig bis keine Begeisterung. Jetzt war Teamwork gefragt. Wir kamen über ein imaginäres Nagelbrett, jedenfalls fiel plötzlich jeder Antrieb aus und wir ließen uns ziehen. Doch der Zweibeiner hatte noch keinen Kaffee und war damit noch ein halber Zombie, weshalb wir einfach unbarmherzig hinterher gezogen wurden- jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ihr den Tierschutz anrufen dürft: „Hilfloser Teckel wird von grausamen Besitzer an seinem zarten Schwanenhals beim Gassi mitgeschleift!“ 

Nach einigem Herumgeeier entschieden wir uns dann doch dafür, vernünftig zu laufen, durchbohrten sie aber mit anklagenden Blicken. Außerdem musste ich ja trotzdem meine Revierkennzeichnungen erneuern und Lucy bellte pflichtbewusst ein bedrohliches Fahrrad an, dessen Beleuchtung zweifellos eine Gefahr für uns und unseren Menschling darstellte. Die Bestie konnte so abgewehrt werden, aber ich sag mal so, ein aufgefressener Zweibeiner kann einen nicht zum Gassi zwingen, ne? Doch zum Glück war diese Tortur bald zuende und während die Zweibeiner ihren Verpflichtungen nachkamen, lag ich wieder glücklich und warm im Bett. Dackel gut, alles gut!

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6 Gedanken zu “Morgenmuffel

  1. Isabella schreibt:

    Von hier würdest Du sicher auch große Zustimmung erhalten – besonders der kleine Shadow findet es mehr als merkwürdig, dass er am frühen Morgen geweckt wird und dann noch in der Dunkelheit spazierengehen soll … total unheimlich!
    Wirklich niedliche Bilder hast Du gezeigt – da kann man sich genau vorstellen, wie bequem es unter der Decke ist.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    • derfantastischebud schreibt:

      Da sagst du was! Als Lucy in der Pubertät war, war sie mega schreckhaft und hatte im Dunkeln ziemliche Angst. Aber zum Glück hat sie ja einen furchtlosen Helden an ihrer Seite. (Nämlich mich. Yeah.)
      Liebe Grüße,
      Bud

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