Die Schäferhunde des Schreckens

Bevor Lucy und ich in das Leben unserer Zweibeiner getreten sind, war einiges anders. Die durchschnittliche Spielzeit eines gewissen MMORPGs meine ich jetzt nicht und auch die tägliche Zeit unter freiem Himmel ist nicht das, worauf ich hinaus will, sondern: Hunde. Oder besser gesagt, große Hunde. Der Golden Retriever in Mamas Familie und der Malamute in Papas Familie sind beide bedeutend größer gewesen, als wir beiden Dackel jetzt. Damals haben unsere Menschlinge die besagten Rassen nicht als besonders riesig wahrgenommen, eher als mittelgroße Hunde. Alles was größer war, Doggen zum Beispiel oder der Irische Wolfshund, waren eben große Hunde und alles, was kleiner war, kleine Hunde. Und Hunde in Lucys Größenordnung waren Teppichbroschen und Fußhupen und wurden mehr oder weniger belächelt. Dass sie selbst irgendwann ganz stolz ihren Miniaturwolf spazieren führen, hätten sie wohl nicht erwartet. Seit wir da sind, hat sich die Wahrnehmung der Zweibeiner jedoch verändert. Hunde in unserer Größe (Teppichbroschen) sind nun „normal groß“ und alles, was größer ist als ich, ist groß -und Doggen sind Pferde. So viel zur erklärenden Einleitung.

dackel hohes gras

Worauf ich hinaus möchte, ist dass unsere Zweibeiner einen durchschnittlichen weißen Schäferhund vor ein paar Jahren als vollkommen normal großen Hund empfunden haben. Sind Lucy und ich nicht dabei, ist ein Schäferhund auch ein einigermaßen normal großer Hund. Sind Lucy und ich anwesend, ist ein Schäferhund ein gigantisches Riesenmammut auf Stelzen.  Und vor einem Riesen hat man Respekt. Das heißt nicht, dass wir zu diesen Minihund-Menschling-Gespannen gehören, die sofort, wenn sie einen etwas größeren Hund erspähen, panisch den kleinen Hund einpacken und schreiend davon rennen. Allerdings halten wir Abstand und wechseln manchmal die Straßenseite. Und das, liebe Großhundbesitzer, hat absolut nichts mit eurem Hund zu tun oder dass wir glauben, euer Riese würde gern ein Dackelsandwich verspeisen, sondern damit, dass Lucy ein dreistes Arschloch ist und alle anbellt. Um das zu unterbinden oder wenigstens keinen anderen Hunden auf den Zeiger zu gehen, suchen wir lieber das Weite. Jedoch kommt einem Minihundhalter beim Betrachten des Minihundhalses, der in etwa so breit ist wie ein Handgelenk (Ja, schielt halt jetzt alle auf euer Handgelenk.), im Vergleich zum Maul des größeren Hundes, die Erkenntnis, dass der Große, wenn er es wöllte, ohne Probleme einen Minihund zu Minigulasch verarbeiten kann und das mit nur einem Happs.

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Auf unserer normalen Gassistrecke, die wir morgens und abends entlang dackeln, kennt man Schreischwein Lucy bereits und wir kennen die Hundekollegen. Wir weichen aus, Lucy brüllt, die Zweibeiner nicken sich über das Gemäffe hinweg einen Gruß zu und das Gassi geht weiter. Nun jedoch gibt es einen Risikofaktor auf unserer Strecke: Die Schäferhunde des Schreckens! Eigentlich haben sie uns nichts getan, außer einen einzelnen Beller los zu lassen, doch ihre Besitzer haben etwas getan- oder eher nicht getan! Denn die beiden weißen Schönheiten befinden sich häufig frei im Grundstück… allein…im nicht eingezäunten Grundstück… das direkt an Fußweg und einer dicht befahrenen Straße liegt. Wenn wir also Gassi gehen, laufen wir besagten Fußweg entlang, auf der einen Seite -vrooom vroom!- die fahrenden Autos und auf der anderen Seite Schäferhund1 und Schäferhund2. Beide Hunde sind schon ziemlich toll erzogen, wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich sofort auf Abenteuersuche gehen und Tschüss! Die beiden weißen Schäferhunde bleiben mehr oder weniger in ihrem Grundstück und bewachen es mit dem Stolz, den nur ein Schäferhund haben kann. Dennoch laufen sie ab und an auch mal bis zur Straße herunter und heben ein Bein und wenn sie uns entdecken, kommen sie auch ein Stückchen hervor und beobachten wachsam, wie wir vorbei tingeln.

Ein Grundstück zu bewachen, ist nichts unübliches für einen Hund, aber irgendwie scheint der angrenzende Gehweg das Hoheitsgebiet Schäferhund zu überlappen. Nähern wir uns dem Grundstück, ploppt plötzlich ein Schäferhund auf. Und jetzt ratet mal, wie Lucy das findet! Einem Hund ohne Leine kann man nur leider nicht besonders gut ausweichen, denn er kann ja einfach hinterher. Straßenseite spontan wechseln klappt auch nicht, wenn man erstmal warten muss, bis die Straße endlich für einen Moment frei ist. Also doch den Minihund einstecken und schreiend wegrennen? Man könnte natürlich mit dem Besitzer reden, doch leider gibt es da zwei kleine Probleme: 1. Sieht man niemals einen zugehörigen Zweibeiner nah genug und 2. spricht das Der fantastische Bud- Team nicht die benötigte Sprache. Also bleibt uns nun nichts anderes übrig, als Ausschau zu halten, ob gerade einer der beiden Wache hält und dann einen Umweg zu laufen und zu hoffen, dass die Schäferhunde nicht eines Tages überfahren werden.

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2 Gedanken zu “Die Schäferhunde des Schreckens

  1. Natascha HN schreibt:

    Toll geschrieben- wir haben exakt das selbe Problem und auch unser Malteser überspielt seine Unsicherheit gegenüber grossen Hunden gerne mit lautem Gebelle und Geknurre. Damit erfüllen wir manchmal das Klischee des unerzogenen Kleinhundes, was mir sehr unangenehm ist, weil ich weiss, dass das nicht stimmt.

    Weiterhin viel Glück auf euren Spaziergängen ❤
    Liebe Grüsse
    Natascha & Joker

    • derfantastischebud schreibt:

      Dankeschön! 🙂
      Lucy bellt eigentlich in jeder Lebenslage gern- es gibt das Macho-Kläffen an der Leine, das begeisterte Spiel-mit-mir-Gebell, das Heb-mich-hoch-Winseln… Sie ist auch der typische Klischeedackel, der immer kläfft. ^^

      Liebe Grüße und Krauler an Joker,
      Euer Bud

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