Buds Halloween Kurzgeschichten 3.0

Happy Halloween!

Dass die Zweibeiner nicht die Hellsten sind, will ich jetzt nicht sagen. Immerhin haben sie einige ganz coole Sachen erfunden: Pizzen, Hundeleckerlies, Quietschspielzeuge, … Jedoch ist es mir unbegreiflich, wie ein Lebewesen, das klug genug ist, aus Körnern köstliches Popcorn zu machen, so unglaublich dämliche Rituale vollziehen kann. Jetzt, wo es immer früher dunkel wird, die langen Schatten der Bäume bedrohliche Muster auf die Straße malen und Stürme an den Ziegeln rütteln, macht sich eine schwermütige unheimliche Stimmung breit. Die logische Reaktion wäre es natürlich, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Aber nein. Was machen die Menschlinge? Sie setzen sich hin, verschlingen Unmengen an gruseligen Büchern oder Filmen und rennen dann wie die Hasen, wenn sie eine am Sperrmüll ausgesetzte Stehlampe nach einer durchzockten Nacht für Slenderman halten. (True story.)  Aber damit nicht genug! Als Höhepunkt verkleiden sich einige Zweibeiner, meistens die Welpen, als Monster und Hexen und das nennen sie dann „Halloween“.

Aber ich will kein Spielverderber sein und auch unsere Tradition hier auf diesem Blog nicht brechen- hier habt ihr eure mega gruseligen budigen Halloween-Geschichten! * hust *

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What’s that coming over the hill?

Es ist dunkel, warm und stickig, dort, wo ich mich verstecke. Bei jedem Atemzug wird die verbrauchte Luft von der Decke zurück in mein Gesicht geworfen. Ich liege schon eine Weile so, wage mich jedoch nicht heraus. Meine Schwester hat mich ausgelacht, dass ich mich immer noch unter der Decke vor Monstern verstecke. Immerhin bin ich ja kein kleiner Welpe mehr. Aber nur hier fühle ich mich sicher, sicher vor Monstern. In der Ferne, außerhalb des Bettes, höre ich leise Schritte. Meine Schwester hat es als Erste geholt, aber sie hat mir nicht geglaubt, dass sie nur unter der Decke sicher ist und hat versucht, wegzulaufen. Entkommen konnte sie nicht, jetzt hat es sie in seiner Gewalt. Ich würde ihr gern helfen, aber ich bin wie gelähmt vor Furcht. Das Monster kommt näher. Ich höre es atmen und weiß, es sucht nach mir. Ich verhalte mich mucksmäuschenstill. Plötzlich bemerke ich, dass mein Schwanz aus der schützenden Decke herausragt. Ich versuche, ihn schnell hereinzuziehen, doch das Monster hat es auch gesehen. Die Decke wird weggerissen und mit schreckgeweiteten Augen erblicke ich die abscheuliche Fratze und weiß, es ist vorbei. „Na los, Buddy! Wer wird sich denn vorm Gassi verstecken? Es ist doch nur Regen.“

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Last Dachshund on Earth: Survival

Es war ein ganz gewöhnlicher Morgen, als mich meine Eltern plötzlich zuhause vergessen hatten. Ich weiß nicht, wie das hatte passieren können, aber sie hatten einfach die Tür hinter sich zu gemacht und waren gegangen. Allein. Alles sprach dafür, dass sie nie wieder zurückkehrten würden, denn sie hatten alles mitgenommen, was sie zum Überleben brauchten: Ihre Handys, Powerbanks für ihre Handys und Handyladekabel. Nur Lucy und mich hatten sie vergessen. Obwohl – je länger ich darüber nachdachte, desto sicherer wurde ich mir, dass hinter dem plötzlichen Verschwinden meiner Eltern kalte Absicht steckte. Warum sonst hätten sie uns erst noch Gassi geführt und gefüttert, als damit wir abgelenkt wären und uns in der sicheren Banalität des Alltags wägten  und keinen Verdacht schöpfen würden? Nach dem ersten Entsetzen fasste ich wieder Mut, ich war immerhin ein Dackel und würde für Lucy und mich auch alleine sorgen können. Um zu Überleben war es ganz wichtig, dass ich zu allererst ein sicheres Lager errichten musste. Draußen in der Wildnis hörte ich Geräusche großer Katzen und ich brauchte nur wenig Fantasie um mir vorzustellen, was diese mit mir machen würden, wenn es Nacht war und ich keinen Unterschlupf hatte. Ein großes Paket im Flur mit der Aufschrift „Bücher“ erschien mir als gute Baugrundlage und ich fraß sogleich eine Tür in den Karton, doch damit war es nicht getan. Innen war alles mit eckigem Geröll versperrt, dass ich mit Lucys Unterstützung abtrug, Fetzen für Fetzen. Bald war genug Platz für zwei Dackel und wir gönnten uns eine Pause. Doch nun machte sich der Hunger bemerkbar, der durch die harte Arbeit besonders grausam war. Die letzte Mahlzeit lag schon so lange zurück, dass ich mich kaum noch daran erinnern konnte, also mussten wir nun auf Nahrungssuche gehen. Dem süßen Duft von Beeren folgend fand ich in einer Schublade eine Packung Holunderbeerhustenbonbons. Ich war dafür, es drauf ankommen zu lassen, so gewaltig war mein Hunger nach der langen Suche, doch Lucy erinnerte mich, dass wir nicht wussten, ob die Beerenbonbons überhaupt genießbar wären. Also kosteten wir erst nur einen und warteten ab. Nichts passierte. Nun konnte ich nicht an mich halten und wir fraßen die ganze Tüte samt Papier. Doch nun bekam ich einen höllischen Durst! Die Beerenbonbons waren scharf gewesen, jedoch hatte ich sie nun schon verschlungen. Zum Glück war ganz in der Nähe eine natürliche Quelle eines Wassernapfes und wir konnten den Durst schnell stillen. Ich trank so viel ich konnte, denn ich hatte ja nichts, um das Wasser zu sammeln und mitzunehmen. Lucy und ich fanden einen Platz in der Sonne, in der wir uns kurz ausruhten. Weit und breit schien es keine anderen Lebewesen außer uns zu geben, wir sahen weder Hunde noch Menschlinge. Waren wir die letzten Hunde auf Erden? Es war ganz klar, es lag in unserer Verantwortung unsere Kultur zu bewahren. Wir erinnerten uns an unsere Eltern und beschlossen, zu ihrem Andenken einen stündlichen Klagegesang einzuführen. Klappte ganz gut. Nach dem dritten Mal begann es jedoch in meinem Bäuchlein furchtbar zu rumoren. Hungrig war ich eigentlich nicht, aber ich fraß nur zur Vorsicht eine nahrhafte Socke. Es stellte sich aber heraus, dass es wohl an den Beerenbonbons gelegen haben musste, ich brauchte ganz dringend eine ruhige Stelle. Ich fand eine wiesenähnliche Stelle auf dem Boden, die angenehm weich und flauschig an meinen Pfoten war und mir hervorragend als stilles Örtchen diente. Danach fühlte ich mich besser und beschloss, bis zum Anbruch der Dunkelheit noch ein wenig an unserer Unterkunft zu arbeiten. Ich vergrößerte ein bisschen den Innenraum und versah den Karton mit einer weiteren Tür am anderen Ende.  Nun machte sich ein weiteres Bedürfnis bemerkbar und ich beschloss, bei dieser Gelegenheit auch gleich mein Revier zu markieren. Ich erklomm dazu einen breiten kastenförmigen Berg und als ich ganz oben angekommen war, pullerte ich auf ein Kissen. Danach war es schon Zeit für ein Schläfchen. Wir einigten uns darauf, eine Wache aufzustellen, während der Andere schlief, um nachts nicht von einem Angriff überrascht zu werden. Wir schraken beide aus dem Schlaf hoch, als die Tür vier Uhr am Nachmittag plötzlich geöffnet wurde- es waren unsere Eltern! Wir erkannten sie nach der langen Zeit gerade so wieder und waren außer uns vor Freude. Im Nachhinein schätzen wir, dass unser Gesangsritual sie irgendwie zurückgebracht hatte.

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Dackel vs. KI – Aufstand der Roboter

Die bläulich leuchtenden Dinger waren mir schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Die Zweibeiner hielten sie gern über mich, wenn ich mich gerade bequem zum Schlafen eingeringelt hatte, manchmal blitzte es dann kurz. Auch zu anderen Gelegenheiten hielten sie es mir immer wieder vor die Nase. Ich hatte die Dinger eingehend untersucht und für langweilig befunden, die Menschlinge fanden es dagegen unwahrscheinlich interessant, stundenlang darauf zu starren und es zu betatschen. Solange eine Hand noch frei war um mich zu streicheln, war ja alles gut, trotzdem waren die Smartphones und ich keine Freunde. Und das schienen die Smartphones zu wissen! Eines Tages nämlich hieß es plötzlich „Bla bla bla Hundeerziehung bla bla bla Gehorsamkeitstraining.“, nachdem mein Frauchen etwas gelesen hatte, das sich „Hundeblog“ nannte. So etwas Albernes hatte ich noch nie gehört, spürte aber bald die Folgen am eigenen Leib. Dann erwischte ich sie auf frischer Tat. Das Smartphone schien sie zu hypnotisieren, als sie ein Video anschaute und eh ich wusste, wie mir geschah, erfuhr ich, was „Dog Dancing“ ist. Nach dieser grausamen Erniedrigung war ich misstrauisch. „Wahrscheinlich ist den Zweibeinern nur langweilig, weil Winter ist.“, dachte ich, „Im Sommer bin ich diese Scheißteile, die sie auf blöde Ideen bringen, endlich los!“ Doch es war kein gewöhnlicher Sommer, es war der Sommer, in dem Pokémon Go released wurde. Plötzlich war der Feind mit beim Gassi dabei und nicht nur das: Er diktierte den Zweibeinern die Richtung und ließ uns stundenlang durch die Hitze marschieren! Mir wurde das langsam wirklich unheimlich. Wussten die Smartphones, dass ich ihnen misstraute und wollten sie mich schwächen? Die einfältigen Menschlinge bekamen natürlich nicht mit, was mit ihnen geschah oder dass die Maschinen sich zu einer künstlichen Intelligenz entwickelt hatten, die die Menschlinge vollkommen in der Hand hatte. Die Gehirnwäsche der KI blieb von ihnen vollkommen unbemerkt.

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„Es ist, als ob sie mit diesen Dingern verwachsen wären.“, erklärte ich Kyra nachdenklich. „Wie zur Hölle kommst du jedesmal auf meinen Kratzbaum?“, fragte Kyra, „Ich will pennen, verdammt!“ „Sie ertragen es nie länger als ein paar Stunden ohne die und gleich wenn sie aufwachen, haben sie es wieder in der Hand und erzählen etwas von Dailys und Kronentruhen. Vielleicht ist das ja ein Teil ihres Körpers? Meinst du, die werden schon damit geboren?“, überlegte ich. „Ha!“, meinte Kyra verächtlich, „Hast du ne Ahnung. Als ich jung war, hatten die Zweibeiner das Teil die meiste Zeit zu Hause und bekamen ne Heidenangst, wenn sie aus Versehen mal auf ihren Internetknopf am Handy gekommen sind. Hauptsächlich haben die dadurch mit anderen Menschen geredet.“ Das letztere konnte ich nicht ganz glauben, doch Kyra sah, dass mir die Skepsis ins Gesicht geschrieben stand. „Es begann alles damit, dass der Computer eingezogen ist. Seit er da war, hat sich alles geändert. Nur du kannst all dem ein Ende setzen!“ „Meinst du wirklich, ich habe dazu die Macht?“, fragte ich nachdenklich und biss mir auf der Lefze herum. „Klaaar. Bist du nicht fantastisch oder so? Ja? Und jetzt lass mich endlich weiter schlafen.“ Kyra hatte vollkommen Recht: Unsere Menschlinge waren hilflose Sklaven dieser übermächtigen Maschinen und nur ich konnte sie retten. Doch die KI spürte, was ich vorhatte und versuchte, mir entgegenzuwirken. Ich hatte beschlossen, in Abwesenheit der Zweibeiner zu trainieren und weitere Maschinen ausfindig zu machen und zu zerstören, als mir plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken lief. Ich wurde beobachtet. Außer Lucy, die auf dem Bett döste, war der Raum leer. Ich drehte mich herum und erblickte das kalte Auge einer Dog-Cam, die meinen Menschlingen live übertrug, was ich gerade tat. Die Maschinen waren mir erneut einen Schritt voraus! Doch nicht nur unsere Eltern waren der KI Untertan. Als ich meinen Bruder besuchte, bemächtigten sie sich meiner Tante! Plötzlich tauchte aus dem Nichts ein heulender lauter appgesteuerter Staubsaugerroboter auf! Wir überlebten den Anschlag der Maschinen mit knapper Not.

„Wie soll ich es schaffen, die Menschlinge aus ihrer Trance aufzuwecken und die KI zu besiegen, wenn ich nicht mal heimlich trainieren kann? Die sind überall!“, klagte ich der Katze. „Bist du schon wieder auf meinen Kratzbaum gestiegen? Alter, ganz im Ernst, das ist MEIN Platz, okay? Es heißt nicht Dackelkratzbaum, sondern Katzenkratzbaum, das hier ist mein Hoheitsgebiet, also zieh Leine.“ „Hey, hast du dich nicht schon mal deswegen beschwert?“ „Ach nee, du kannst also doch zuhören?“ „Das war bestimmt ein Déjà-vu oder sowas, lol.“ In diesem Moment klingelte es an der Tür und ich beobachtete, wie der Zweibeiner ein Paket in Empfang nahm. Hatten die Maschinen nun eine neue Waffe gesandt, die meinen Kampf erschweren würde? „Oh, das ist von Tante Vivi! Guck mal, Buddy, willst du dir eins aussuchen?“, fragte der Menschling. Im Karton lagen zwei runde Objekt, eines davon war rot und das andere blau. „Hey! Du kannst dir nicht beide schnappen!“ Doch ich konnte. „Hey Bud!“, rief die Katze bald darauf vom Kratzbaum herunter, „Wolltest du nicht die grausame Herrschaft der Maschinen bekämpfen oder sowas?“ „Ach, scheiß drauf. Ich hab ein neues Spielzeug! Eigentlich ist das mit dem Internet ja ganz nett, immerhin hat Frauchen da die ganzen Hundekeksrezepte her…“

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So, nun müsst ihr ein weiteres Jahr für neue budige Halloweengeschichten warten. Aber vielleicht trösten euch ja die aus dem letzten Jahr und dem vorletzten Jahr. 😀

Wir vertreiben uns die Zeit mit der Preview zur neuen Episode unserer Lieblings-App „The Parallax“ ( *hust* Schleichwerbung.), die ich euch nur empfehlen kann, wenn ihr auf unheimliche Geschichten steht! (Grüßt den Help-Bot von mir! 😉 )

Lasst euch nicht von den Zombies und Monstern fressen! Wir wünschen euch allen ein schönes Halloween!

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2 Gedanken zu “Buds Halloween Kurzgeschichten 3.0

  1. ShivaWuschl schreibt:

    Oh Bud, du erlebst ja gruselige Geschichten. Das mit der Ki muss ich auch mal im Auge behalten… Frauli ist dem Ding auch Untertan… wie kann ich das nur unschädlich machen? Oh, ein neues Spielzeug! Coole Sache!

    Flauschige Umpfötelung
    Shiva Wuschelmädchen

    • derfantastischebud schreibt:

      Liebe Shiva, ich würde sagen, wir schließen uns zusammen, bauen ein Raumschiff namens Budukadnezzar und versuchen andere Hunde zu mobilisieren, um die KI ein für alle mal zu bekämpfen. Also, gleich sobald ich fertig bin mit spielen. 😀
      Liebe Grüße, Bud

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