Blogparade Zweithund – Zwei Welpen gleichzeitig, doppelter Stress?

Wer zählen kann, dem ist natürlich klar, dass vor dem Zweithund der Ersthund kommt. Das setzt voraus, dass der Ersthund als Erster da war. Zuerst. Sozusagen, nach dem Nullhund und vor dem Zweithund. Bei uns war das allerdings ein bisschen anders und genaugenommen sind Lucy und ich zugleich Erst- und Zweithund. Ob ein Zweithund eine gute Idee ist, ist das Thema der aktuellen miDoggy-Parade.

bud blogparadeZwei Ersthunde auf einen Streich

Geht man nach dem Papier, bin ich ein Ersthund – nämlich der Ersthund meines Herrchens. Arya Lucy vom Haselbach hingegen ist der erste eigene Hund unseres Frauchens. Was auf dem Papier steht, ist mir aber ziemlich egal, mich interessiert höchstens, ob ich das Papier zerrupfen und fressen kann. Dennoch leben wir alle unter einem Dach – samt Lotl und Katze – und damit sind wir definitiv Hund1 und Hund2.

Wie meine Adoptiveltern auf diese Schnapsidee kamen, welche Schwierigkeiten und Vorteile es dabei gibt, wenn man sich für zwei Welpen gleichzeitig entscheidet und viele bunte Bildchen erwarten euch also in diesem Theater Blog.

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Wie es dazu kam

… „Oder meinten Sie: Suche nach dummen Ideen?“ * hüstel * Allein ein Welpe ist natürlich schon stressig, zwei dagegen sind mega stressig und dann noch zwei Dackel sind eigentlich purer Wahnsinn. Die Entscheidung war so, wie sie eigentlich niemals sein sollte – das Herz musste entscheiden. Und das Herz schrie: Buy all the puppies!

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Nein, ganz so war es nicht. Damals war einiges anders. Frauchen war noch fit wie ein Turnschuh (oder dachte es zumindest) und beabsichtigte, genau wie mein Herrchen eine gewisse Anzahl an Stunden die Woche das Haus zu verlassen, um Hundekekse zu verdienen. In dieser Zeit wäre der arme Einzelhund vollkommen allein gewesen und mein Herrchen erörterte gemeinsam mit der Tierärztin, dass ein Leben als Hunderudel ja viel natürlicher und schöner für einen Hund sei. Das war dann auch das Hauptargument – und sooo viel mehr Arbeit würde ein zweites Hundekind nicht machen. Oder? Immerhin isses ja eine kleine Hunderasse und man ist schließlich auch mit Hunden aufgewachsen.

Überhaupt auf die Idee kam das Herrchen, weil dieser sich in mich verguckt hatte. Und Frauchen auch. (Aber Frauchen, diese Ketzerin, findet eh alle Hunde süß.)

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Zweithund gleichzeitig zum Ersthund – Schwierigkeiten

  • Pipi. Das war Schwierigkeit Number One. Ein Dackelwelpe muss sich – Pi(pi) mal Daumen – aller zwei Stunden erleichtern. Genauer gesagt, nach dem Aufwachen, nach dem Essen und es kann auch beim Spielen passieren. Hat man zwei Welpen, kann man eigentlich stündlich losrennen. Denn immer, wenn der eine gerade fertig ist, muss der nächste raus. So sollte man sich drauf einstellen, dass man oft rausgehen wird.
  • Hygiene. Das Resultat, wenn Punkt Eins gefailt ist: Pfützchen. Es kommt nun mal vor und ist weiß Gott auch kein Drama, dennoch benötigt man sehr sehr viel Desinfektionsmittel und sehr sehr viel Küchenpapier. Zwei Hunde haaren auch mehr als einer, das ist wahr. Bei zwei pflegeleichten Kurzhaarhunden ohne Unterwolle hält es sich allerdings im Rahmen. In der Welpenzeit vorm ersten Fellwechsel fiel überhaupt so gut wie gar nichts aus, am schlimmsten war es eigentlich in der Pubertät.
  • Training. Zwei Hunde gleichzeitig trainieren funktioniert nicht. Immerhin wird ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit benötigt, damit das Kommando auch im Hundehirn ankommt. Und gerade Welpen lernen schnell und wollen auch viel lernen! Bei uns saß einer immer auf der Decke und musste gleich ein bisschen „Bleib!“ üben, während der andere einen Trick übte. Dann wurde gewechselt. Jetzt klappt das auch noch so ähnlich, aber wir kennen die Prozedur mittlerweile und warten einfach. Positiver Nebeneffekt für uns war, dass es oft schneller ging, bis wir begriffen haben, was der Zweibeiner wollte, denn der wartende Hund hat genau beobachtet, wann das Leckerli im übenden Hund verschwunden ist und dies dann nachgemacht. Gerade Lucy hat so viel schneller gelernt.
  • Platz. Also, nicht das Kommando, sondern der räumliche Platz. Zwei Doggen gleichzeitig wären weitaus problematischer gewesen, als zwei kleine Dackelwelpen, die ausgewachsen gemeinsam nicht mal fünfzehn Kilogramm auf die Waage bringen. Es ist also auch eine Frage der Hunderasse und selbst Minihund Lucy nimmt ganz schön viel Platz ein, wenn sie sich im Bett auf maximale Lucylänge ausstreckt.
  • Kosten. Zweimal Hundesteuer, zweimal Impfen, zweimal Futter, … Zwei Hunde benötigen auch zweimal mehr Aufwand. Bettchen, Spielzeug und Pflegeutensilien für Krallen und Fell teilen wir uns aber. Und damit sind nicht nur die Anfangskosten gemeint, sondern eher auch die Arztkosten, wenn beide Hunde gleichzeitig älter werden.

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Vorteile, wenn man sich gleichzeitig zwei Welpen anschafft

  • Die Welpen haben automatisch immer einen Spielkameraden im gleichen Alter. Als älterer Hund „wird man wieder jung“, wenn so ein Grünschnabel im Haus ist, aber etwas nerven kann der ja schon. Zwei gleichaltrige Hunde können sich zwar auch manchmal nerven, aber in der Welpenzeit wollen schließlich alle spielen.
  • Die Sozialisierung mit anderen Hunden dient ja nicht nur dazu, dass ein Welpe lernt, sich mit anderen Hunden zu verstehen. Auch die Zweibeiner müssen lernen, wie die hündische Kommunikation zwischen zwei Hunden funktioniert, um rechtzeitig zu erkennen, „ob der nur spielen will“ oder auf Krawall gebürstet ist.
  • Die Welpenzeit ist wirklich, wirklich wunderschön. Aber sie ist auch anstrengend und vor allem zeitintensiv. Somit haben wir es gleich mit einem Mal abgehandelt, statt dann noch einmal nachts um drei loszusprinten, weil eine Welpenblase drückt.
  • Es gibt einfach nichts Süßeres auf der Welt, als zwei Welpen, die sich im Schlaf aneinander kuscheln. Die Zweibeiner haben Stunden zugebracht, uns einfach nur mit angehaltenem Atem zu betrachten, weil dieses Bild so friedlich war. (Und weil sie wussten, dass wir raus müssen, sobald wir aufwachen.)
  • Die beiden sind wirklich nie allein. Und die Zweibeiner auch nicht. Vergesst eure Privatsphäre! Jeder Schritt, den der Zweibeiner tut, wird mindestens von einem Hund verfolgt. Alleine ins Bad? Hah! Träumt weiter!
  • Minimalismus ist schon eine Tugend. Es gibt so viele Dinge, mit denen wir uns täglich umgeben, die unser Leben eigentlich gar nicht bereichern, außer, man rechnet die Hausstauballergie dazu, die man bekommt, weil der ganze Tineff langsam, aber sicher verstaubt. Zwei kleine Hunde helfen sofort, überflüssige Einrichtungsgegenstände ausfindig zu machen und zu ELIMINIEREN.

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Sollte man sich wirklich lieber zwei Welpen gleichzeitig anschaffen?

Nö. 🙂

(Außer, ihr seid ebenso crazy wie meine Eltern oder habt bereits viel Erfahrung im Leben mit jungen Hunden. Aber OB man sich überhaupt einen oder mehrere Hunde anschafft, ist eine völlig individuelle persönliche Entscheidung, die ihr ganz allein für euch treffen müsst.)


Wie genau wir zu unseren Zweibeinern gefunden haben, war schon einmal Gegenstande der miDoggy Parade „So kam euer Hund zu euch“.

8 Gedanken zu “Blogparade Zweithund – Zwei Welpen gleichzeitig, doppelter Stress?

  1. anja119 schreibt:

    RESPEKT!!! 😲 Ich finde es immer noch beeindruckend zwei Hunde gleichzeitig zu haben und dann auch noch Dackel….😨 Uns reicht derzeit ein Dackelbaby, ich darf hat nicht an die Pubertät denken….*bling* alles weg, was er bis dahin gelernt hat, und das ist mit Sitz (nur für Leckerli und damit sich Frauchen freut) und melden wenn die Blase drückt, schon sehr viel. Aber ich denke, als Dackelbesitzer gehört schon ein klein bisschen Wahnsinn dazu. In diesem Sinne euch ganz viel Spaß, Gesundheit und ein wunderschönes zuhause bei tollen Menschen, was will man mehr als Hund.
    LG Charly und Anja

    • derfantastischebud schreibt:

      Dankeschön! 🙂 Dackelbesitzer sind schon leicht dem Wahnsinn verfallen, aber dennoch sind wir uns doch alle einig, dass Dackel anders sind als sämtliche andere Hundearten. Als wäre irgendwo ne Katze mit reingeraten, in den Stammbaum. Zumindest mutmaßt man das im Hause Bud, weil wir gestern im Wäschekorb schlafen wollten. 😀
      Liebe Grüße und euch ebenfalls alles Gute mit Charly 🙂

      • Rafael schreibt:

        Stell doch mal einen Pappkarton in den Raum. Bei wirklich vorhandenen Katzengenen wirst du schnell eine unverkennbare Reaktion erkennen ;-)))) Ansonsten finde ich auch: Zwei Hunde = doppeltes Glück. LG

  2. anja119 schreibt:

    Ich meinte „ich darf auch nicht an die Pubertät denken“… blöde Korrektur am Handy 😪… und gleichzeitige Ablenkung durch EINEN Hund. Muss immer mal nach Charly schauen, wenn es zu ruhig ist oder ich ihn überhaupt nicht sehe … 😇/😈 LG

  3. foehnlocke schreibt:

    hey ihr ! 🙂 Super Schreibstil und tolle Geschichte!
    Bin gespannt wie es bei uns ausgeht, wenn in ein paar Wochen ein Welpe bei uns einzieht.
    Viele liebe Grüsse aus der Schweiz.
    Foehnlocke & Letty

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