Von Ost nach Nord

Die See ist schön. Feiner Sandstrand, duftende Luft, das Gefühl, am Rand der Welt zu stehen. Vielleicht kam es deswegen in den Familien von Herrchen und Frauchen zur Flucht ans Meer? Den Anfang machte, kurz nachdem wir bei unseren Eltern eingezogen waren, Frauchens Mom. Der nächste Kandidat war dann Frauchens nerdiger Bruder (Booogi! Huhu!), den es ebenfalls an die Ostsee zog. Und der Abwechslung wegen verschwanden dann Herrchens Dad und dessen Lebensgefährtin an die Nordsee. Määäh! Damit waren vier potentielle Bauchkrauler und üppige Leckerchenquellen fürs Erste versiegt.

Leider sehen wir besagte Familienmitglieder deutlich seltener, denn wir leben an einem ganz anderen Ende der Map. Doch nun sollte Teil1 der Flitterwochen unserer Eltern beginnen: Auf nach Norden!

An der Ostsee

Willkommen im Nerdcave

Star Wars-Badematten und Modelle von Flugzeugen überall: Wir waren zuerst bei Onkel Bogi! Frauchens Bruder ist der nerdigste Nerd, den wir kennen und über das Wochenende übernachteten wir bei ihm. Lucy begann direkt zu quieken, als sie unseren Onkel erkannte, denn er gehört zum erlauchten Kreise von Lucys Lieblingsmenschen. Er kannte auch die besten Gassistrecken, die wir nach der langen Fahrt dringend nötig hatten.

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Am Abend fuhren wir gemeinsam zu Frauchens Mom… und Bella.

Von Bella habe ich euch zwar bereits berichtet, sie aber live zuvor noch nie gesehen. Wir kannten sie nur aus Videos von Frauchens Handy. Sie ist Sinas Nachfolgerin und im zarten Alter von noch nicht ganz einem Jahr. Und ausgerechnet jetzt war sie läufig! Erstmal blieb ich total cool, auch wenn es für mich (junger attraktiver Rüde) unglaublich aufregend war. Doch Bella war genauso wie ich in ihrem Alter und sprang wild herum. Lucy hatten sie auf den Arm in Sicherheit gebracht (eigentlich, weil sie eifersüchtig war), aber mich traf eine Pfote und ich blieb erschrocken auf Abstand. (Für mich war die quirlige Goldidame doch etwas zu wild und vor allem zu groß, aber sie wäre genau Finns Typ gewesen.)

Dadurch, dass Bella läufig war, blieben wir an der Leine, was drinnen auch Glenn Moray, dem Kater des Hauses, ganz recht war.

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Am nächsten Tag wanderten wir zu einem, Zitat Onkel Bogi:

„[…] ner ne halbe Stunde entfernten Angelstelle.“

… Es stellte sich heraus, dass unser Onkel offensichtlich sämtliche Sportlichkeit geerbt hatte und bei Frauchen nichts mehr übrig geblieben war, denn wir brauchten doppelt so lange. Trotzdem war es eine gute, abgelegene Stelle, zu der nur ab und an Menschen zum Schwänefüttern kamen.

Karls Erdbeerdorf

… ist DIE Schlechtwetterbeschäftigung schlechthin. Darum war es dort, an diesem regnerischen Tag, echt voll. Die Zweibeiner wollten dort in erster Linie nur essen und Lucy und ich saßen im Hundebuggy- unserem eigenen! Auf dem Weg nach Norden hatten wir einen Zwischenstopp in Berlin gemacht und einen Buggy abgeholt oder wie ich ihn nenne: Das Bud-Mobil! Später versuchten wir erneut, mit Bella zu spielen und ich glaubte fast, dieses Mal war sie noch größer.

Dackel im Hotel

Da Onkel Bogi den Rest der Woche arbeiten musste und wir noch einen Gutschein besaßen, zogen wir weiter – in ein vier Sterne Hotel!

Da wir erst am Nachmittag einchecken konnten, vertrieben wir uns den Tag erstmal mit Angeln. D.h., Herrchen kann angeln, Frauchen klebte hinter ihrer Kamera und fotografierte Dackel mit Leuchttürmen.

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Später trafen wir unseren Onkel Bogi wieder, der uns zu einer Hafenrundfahrt ermutigte, da man so an der Werft vorbeifuhr, für die er arbeitete. Wir durften auch mit an Bord, saßen aber in unserem Hundebuggy in Sicherheit. Der Tag verging rasch und es wurde Zeit für mich, ins Hotel zu gehen. Für uns war es echt toll, dass gleich um die Ecke ein Hundestrand war, der unsere Abendgassirunde wurde. Wir liefen beide frei und ließen nochmal alle Kraft heraus, bevor wir einpennten.

Angeln und Strand

Oma wartete schon auf uns, als ich, meine Zweibeiner im Schlepptau, angedackelt kam. Wir gingen ein ganzes Stück Gassi, bis Oma dann zu Bella musste, während Herrchen sich zum Angeln rüstete. An einem kleinen Hafen schliefen wir in unse- im Bud-Mobil und Frauchen daddelte auf ihrem Handy (Hallo, Check-App!). Unser Herrchen fing sogar einen großen Zander, doch was ich nie begreifen kann, wurde dieser wieder freigelassen. Lausige Jäger! Weil sie ihre Beute entkommen lassen hatten, mussten sie dann Pizza essen. Tss. Amateure.

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Am späten Nachmittag trafen wir uns am Strand mit Oma und Bella. Auf dem Weg dahin fand Herrchen zahlreiche Pilze. Wahrscheinlich kam nun, da er seinen Jagdtrieb mit Füßen getreten hatte, der Sammler zum Vorschein. Bella (immer noch läufig) roch heute für mich interessanter. Ich schnüffelte ständig an ihr herum und ihre langen Beine machten mir gar keine Angst mehr. Kalter Wind und fliegender Sand vertrieben die rosa Herzchen dann kurz aus meinem Kopf. Lucy fand das Seewetter schrecklich und trotzte den Elementen heldenhaft, indem sie sich nach der Hälfte des Weges von Herrchen in der Jacke tragen ließ. Wir besuchten zum Abschluss nochmal Onkel Bogi, dann kehrten wir in das Hotel zurück.

My super sweet 4th birthday

Der nächste Morgen war mein vierter Geburtstag und statt einer mehrschichtigen Torte gab es nur ein paar Leckerchen, nicht mal richtiges Frühstück! Ich war empört. Omas Geschenk, ein quietschender Elefant, tröstete mich kurz, doch nach einem kurzen Gassi am Strand ging es für uns direkt in die Transportbox. Toll! So verbrachte ich meinen Geburtstag zum Großteil im Stau. Herrchen fuhr, Frauchen schrieb und ich quengelte in der Box.  Es ging so langsam voran, dass man auf dem Handy Pokemon-Eier ausbrüten konnte.

An der Nordsee

3/4 unserer Reisegruppe waren noch nie an der Nordsee und entsprechend aufgeregt, die Fahrt war jedoch sehr lang und, wie erwähnt, voller Staus. Erst am Abend erreichten wir Ostfriesland. Für uns gab es gleich Essen und Leckerlis, die Zweibeiner hatten Fischbrötchen. Und das, liebe Leute, war es dann für meinen vierten Geburtstag! Frechheit! Wenn’s zuhause nicht gleich ne Torte gibt, dann…!

Herrchen hatte erneut das Angelfieber gepackt. Gemeinsam mit Oma Mella und Opa fuhren wir zu einem Fluss. Einige kleine Boote hatten an Stegen angelegt, die durch eine Art Weg verbunden waren. Dessen Metallplatten erwiesen sich jedoch als tückische Falle: Eine davon war nicht richtig angeschraubt gewesen und kippte sofort zur Seite, als Oma Mella darüber ging. Sie fiel hin und verletzte sich das Knie. 😦 Herrchen fing auch nichts und  als ich Dackelgold platziert hatte, bemerkten wir, dass es nicht nur keine Fische gab, sondern auch keine Abfallbehälter! Düdüm. Den restlichen Tag ruhten sich die Zweibeiner aus.

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Dackel in Holland

Da die Grenze nicht weit weg war, beschlossen tags darauf unsere Zweibeiner, die ja sonst nie aus ihrem Kaff kamen, dass wir Holland besichtigen sollten. Impfausweise und Maulkörbe hatten wir dabei, der Buggy war für uns im Auto und los ging es. Kaum in Holland sahen wir etwas in Massen. Ratet mal!

Waren es a) Tulpen? b) Holzschuhe? c) massenhafte Ansammlungen von Radfahrern mit Selbstmordabsichten, die überall und wirklich überall durchfuhren?

Erneut zeigte sich der Nutzen des Bud-Mobils. An der Leine hätten entweder wir jemanden oder uns jemand umgenietet, so saßen wir in Sicherheit und beobachteten die bunte Stadt. Und das Beste: Es gab einen Haustierladen, wo unsere Eltern uns Kaustangen kauften! Eifrig mümmelnd setzten Lucy und ich die Rundfahrt fort. Herrchens erklärtes Ziel war es, eine Frikandel zu verspeisen, einer Art gebackener Wurst aus Hackfleisch. Die Zeit verging schnell und bald schon kehrten wir zurück.

(Viel zum Fotografieren kam mein Frauchen übrigens nicht, weil ja jemand unser Bud-Mobil schieben musste. Überlege, ob ich es mit einer Dashcam ausstatten sollte – oder vielleicht ein paar fetzige Heckspoiler?)

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Drachen am Strand

Am Samstag wollte Frauchen dann endlich ans Meer und rausfinden, ob die Nordsee Ähnlichkeit mit der Ostsee hatte. Am Hundestrand kehrte gerade die Flut zurück und ließ mir noch kurz die Gelegenheit, mich mit Sandmatsch zu verschönern. Lucy düste offline herum und spielte kurz mit einem Chihuahua. Dann erregte etwas Buntes unsere Aufmerksamkeit. Etwas weiter weg flatterten Drachen am Himmel, keine feuerspeienden, sondern leichte aus Stoff. Ich schaute es mir an, fand es ganz nett und lief weiter, Lucy aber blieb wie erstarrt sitzen. Sie legte den Kopf in den Nacken und studierte mit staunenden Augen den Himmel. Einige Drachenlenker hatten reichlich Übung und ließen die bunten, knatternden Konstrukte in waghalsigen Bahnen durch die Luft gleiten und Lucy konnte selbst beim Weiterlaufen nicht aufhören, ihnen zuzuschauen. Eine andere, ältere Rauhaardame teilte Lucys Drachenbegeisterung und schaute ebenfalls neugierig zu.

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Lucy möchte jetzt auch einen Drachen.

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Dass die Ostfriesen immer einen Grund zum Feiern finden, schien ein Klischee zu sein, doch ich fand mich bald bei den Nachbarn von Oma und Opa, die grillten, weil sie ein Richtfest feierten. Ich hatte keine Ahnung, was das sein sollte, ich war müde. Lucy wurde deshalb sogar knatschig und man brachte uns ins Bettchen, wo wir ohne Murren schliefen, bis die Zweibeiner zurückkehrten.

Sonntag frühstückten wir noch gemeinsam, es regnete Leckerchen für uns, dann hieß es wieder ab in die Box! Die Fahrt war lang(weilig) und ich war sehr froh, endlich zuhause zu sein. Doch das sollte noch nicht das Ende unserer Reise sein.

Vielen Dank für eure Zeit / Übernachtungsmöglichkeit/ Leckerlis, Oma mit Bella, Onkel Bogi, Opa Niels und Oma Mella! 🙂 

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2 Gedanken zu “Von Ost nach Nord

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