Flitterwochen mit Dackel: Venezien mit Hund

Kaum von unserer Reise in den Norden erholt, ging es auch schon weiter, viel viel weiter. Das Ziel: Italien. Bisher waren meine Erfahrungen mit der italienischen Kultur super: Pizza, Wein und in Ruhe im Müll wühlen, während Frauchen in Assassins Creed durch das Rom der Renaissance klettert.

Für uns war die Fahrt ziemlich langweilig, die Zweibeiner dagegen bestaunten das gewaltige Gebirge, als wir uns Österreich näherten.

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Über 10 Stunden später

Es war warm und die Luftfeuchtigkeit war hoch. Außerdem roch ich in ihr entfernt Salz und Pizza. (Wirklich! Da war ein Restaurant ganz in der Nähe!) Die Zweibeiner ließen uns nur kurz wichtige Dachshundangelegenheiten erledigen, dann saß ich erneut in der Box. Na danke! Aber ich sah es ja ein, mein Personal musste erst Dinge vorbereiten, bevor ich meine Pfoten in mein Domizil setzen konnte. Dieses befand sich auf einem Campingplatz in Cavallino an der Adria. Es gab zahlreiche Zelte, aber überwiegend Wohnwagen. Ein Bereich des Campingplatzes war eine hundefreie Zone, die andere war ein Hundebereich und dort lag unser Mobile Home. Bisher kannte ich nur Mobile Games und war kurz skeptisch, ob ich jetzt von Marmelade und Nudeln leben sollte, ein Mobile Home stellte sich aber als eine Art Bungalowwohnung heraus, die man ggf. transportieren konnte. Sie bestand aus einer Küche mit Gasherd, einem Bad und zwei Schlafzimmern. Ich suchte mir sofort das größere aus, doch leider wollten Lucy und meine Eltern dann auch mit hinein und ich musste teilen. Mäh. Nachdem alle wichtigen Sachen ins Mobud Home geschleppt worden waren, gedachten die Menschlinge unseres Bewegungsbedürfnisses und gingen mit uns ein kleines Stück, bis wir plötzlich an einem Strand standen. Die Luft war viel wärmer als an der Ost-/Nordsee und auch weniger stürmisch, was Miss Lucy gefiel. Der Hundestrand war ein kleiner Abschnitt zwischen zwei Steinwallen, war aber groß genug um sich dort die kurzen Beinchen zu vertreten. Die Reise war anstrengend gewesen und nachdem wir uns im Mobud Home gestärkt hatten, mussten auch die Zweibeiner ihre niederen Bedürfnisse stillen – Pizza! Mitten in der Camping Village gab es auch ein eigenes Restaurant und darum herum noch einen Laden und Pools und anderen Kram, der weniger interessant war als Pizza. Leider saßen Lucy und ich, damit wir mit in das Restaurant durften, in unserem Hundebuggy. Aber ich war auch etwas müde…

cavallino_hundestrand_campingplatz

cavallino_mobilehome_campingplatz

Loot the food

Natürlich mussten die Zweibeiner Italien erkunden. Und da wir uns in erster Linie selbst versorgen wollten, führte die Erkundungstour zuerst in den italienischen Supermarkt. Dort erstanden sie Vorräte für sich selbst, denn das einzige mitgebrachte Essen war nur für Lucy und mich. Sie brachten nur etwas für uns mit, das wir nicht essen konnten und uns sehr nerven sollte: Mückenspray!

Mücken

Was gerade abends überall herumflog, waren Mücken. Diese fiese, kleine Insektenart machte nicht mal dieses typische bzzzzz und kündigte sich damit nicht an. Da manche Mücken im Mittelmeerraum Leishmaniose und Herzwürmer übertragen können, bedeutete das für uns mit unseren paranoiden Eltern, dass man uns nicht nur vorher schon ein Präperat ins Genick geschmiert hatte, sondern auch, dass man uns ständig mit einem Antimückenspray eindieselte. Buäh! Zumindest wurden wir so einigermaßen von den Minidraculas verschont, die stattdessen die Zweibeiner fraßen. Aber die können zumindest keinen Herzwurm kriegen.

cavallino hundestrand italien adria

Bella Italia

Die eigentliche Erkundungstour ging erst in der italienischen Stadt los. Diese war nicht sehr groß, verteilte sich aber an einer langen, Pinien gesäumten Strecke. In weiser Voraussicht hatten unsere Eltern den Buggy mitgenommen, denn der Weg war weit und es war warm. Neben zahlreichen Pizzarias und Gelatterias fand man dort auch Lädchen mit anderen Dingen, Zielgruppe Touristen. Einen davon steuerten die Zweibeiner an, denn sie hatten einen perfiden Plan.

Dackel im Boot

Nass ist kein guter Zustand für einen Dackel und schwimmen ist so eine Sache. In einem ruhigen Gewässer traue ich mich natürlich, dann schwimme ich sogar um die Zweibeiner herum. Sind aber Wellen im Spiel, ist es weniger lustig, ist erstmal Wasser über meinem Kopf, habe auch ich etwas Bammel. Besonders lange halte ich jedenfalls nicht durch und Lucy ist erstrecht kein guter Schwimmer. Darum kauften uns die Zweibeiner in besagtem Geschäft den Explorer Pro, aka das Baubau-Boot! Es war ein kleines, aufblasbares Boot an einem Seil. Damit wir es nicht mit den Krallen zum Kentern brachten, legten sie ein Handtuch rein, was das Ganze sogar ganz gemütlich machte. Lucy und ich begriffen sehr schnell, dass wir besser liegenblieben, wenn um uns herum so viel Wasser war. So konnten wir ohne zu Schwimmen dabei sein, wenn die Menschlinge schwimmen wollten. Und natürlich war ich mit meiner von Zweibeinern gezogenen Wasserkutsche der Pimp am Hundestrand, es fehlte nur noch ein Halsband aus Gold und ne Sonnenbrille.

Ein Tag in Venedig

„Venedig mit Hunden geht gar nicht! Es gibt keine Grünflächen für ihre Geschäfte und es ist viel zu viel Gedränge!“ Das war die überwiegende Mehrheit an Meinungen aus den Hundeforen, doch wir hatten ja unseren Hundebuggy. Kaum an Deck der Fähre wurden wir damit von Blicken älterer Leute durchbohrt und jemand murmelte: „Tierquälerei“. Wir, die gequälten Tiere, saßen im schattigen Buggy, schauten interessiert aus dem Fenster und knabberten genüsslich Kaustangen, bis wir Venedig erreichten.

hundebuggy

Dort waren wir plötzlich alle sehr froh über den Hundebuggy, denn gerade am Hafenbereich stellte sich das mit dem Gedränge als wahr heraus. Doch niemand trat uns auf die Pfoten und ich konnte zu jeder Seite herausschauen. Als wir aus dem Bereich mit den klassischen Touristenfallen heraus waren, durfen wir den Wagen verlassen, tranken etwas und ich markierte schnell. Venedig gehört jetzt also mir. Die Zweibeiner waren flexibel, im dichten Gedränge kamen wir in den Wagen, auf freien Plätzen heraus. Lucy war irgendwann recht müde und wollte dann von allein gefahren werden, während ich vor lauter Abenteuer nicht schlafen mochte. Es gab übrigens weiter innen in der Stadt durchaus Bäume, die alle das Buddy Gütesiegel tragen.

venedig

venedig_mit_hund_1

Okay, mach ruhig dein Foto, aber dann hol mich wieder hier runter!!! Da unten sind TAUBEN! Verstehst du nicht??? Tauuubeeeen!!!

Venedig ist wohl die schönste Stadt, die wir je gesehen haben und in echt ist sie sogar noch viel besser als in Computerspielen wie Assassins Creed oder Venetica. (Trotzdem zeigte Frauchen auf Gebäude und behauptete, dort sei sie schon draufgeklettert. Wer zum Geier ist Ezio?)

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Wir durften sogar mit in eine Ausstellung über Leonardo da Vinci und ich plane nun, mir auch so einen Flaschenzug zu bauen, um ganz oben an die Leckerlis zu kommen.

Für Lucy erfüllte sich dann noch ein kleiner Traum. Es ist ja so, dass sie es immer sehr fasziniert, wenn ein Schiff vorbeifährt. Sie rennt dann zum Ufer und beobachtet die großen Wellen, die ans Ufer klatschen. Damit war klar: Irgendwann muss Lucy auch mal mit einem Schiff fahren, damit sie die großen Wellen macht! Auf der Rückfahrt mit der Fähre konnten wir oben an Deck mitfahren und dieses Mal hatten wir richtig viel Platz. Deshalb durften wir aus unserem Buggy heraus! Ich beäugte die Welt da draußen kurz und kuschelte dann lieber mit Frauchen, Lucy dagegen schaute sich gespannt um. Die ganze Fahrt lang betrachtete sie, stolz wie ein Markuslöwe, die anderen Schiffe und die Wellen und hielt die lange Schnauze in den Wind. Wer meint, Hunden sei so etwas wie Schifffahren egal, hätte nur einen Blick in ihre großen, leuchtenden Augen werfen müssen, um vom Gegenteil überzeugt zu werden. Vielleicht können wir ja irgendwann nochmal mit Lucy auf einem Schiff fahren, aber ich glaube, das kann etwas dauern. (Geschenk-Schiffe für Lucy werden gerne angenommen. Ihr Geburtstag ist der 2. September.) Die Überfahrt war für Lucys Geschmack zu schnell vorüber und es ging zurück in unser Mobud-Home.  Nach einem langen, aufregenden Tag waren wir echt platt und Lucy und ich mussten erstmal Schlaf nachholen.

lucy_liebt_schiffe

Darude Sandstorm

Wir hatten genau die letzten Züge des italienischen Sommers erwischt und erlebten den Beginn des Herbsts mit. Nun war es windig auf dem Hundestrand und riesige Wellen klatschten gegen die Felsen. Unmengen an Muscheln wurden angespült und zu meiner Faszination lebten in einigen gedrehten Exemplaren kleine Krabben! Fressen durfte ich keine, aber wir beäugten die winzigen Krabbelteile neugierig. Schwimmen ging nun nicht mehr mit dem Baubau-Boot, aber zumindest hatten wir es zuvor gut genutzt. Der Wind war nun mindestens auf Level Ostsee und Lucy rannte wie wild über den nahezu leeren Strand. Sand im Gesicht macht sie immer wild. Die Zweibeiner entdeckten nun, am Ende des Urlaubs, noch ganz in der Nähe eine Pizzeria, die laut ihrer Aussage awesome war, und ersetzten die Schwimmausflüge durch noch mehr Pizza.

darude

echte_italienische_pizza

Long way home

Die Rückfahrt war gefühlt noch länger als hinzu, denn Lucy, die seit Tagen vor Aufregung zu wenig geschlafen hatte, war knatschig und quengelte die ganze Fahrt lang. (Ich war der gute Junge!) Doch Stunden später hatten wir es geschafft und waren wieder zu Hause. Dort wartete noch eine Überraschung! Unsere Tante Lisi, Frauchen meines Kumpels Batman Luke, hat uns ein Geburtstagsgeschenk geschickt! (Danke, Lisi!) Und ich glaube sogar, dass Kyra, die in der Zeit von Herrchens Mama versorgt worden war (Danke! 🙂 ), sich wirklich etwas freute, uns wiederzusehen. Von allen Urlauben, in denen wir dabei waren (also allen), war dies mit Abstand der Beste! 😀

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4 Gedanken zu “Flitterwochen mit Dackel: Venezien mit Hund

  1. Rafael schreibt:

    Venedig für Hunde ist nix? Hoffentlich fährt Tante da nicht mit mir hin :-/ Ansonsten erscheint mir Euer Trip wirklich sehr schön und voller Abenteuer! Geniesst es… Das langweilige es-ist-Winter-in-Deutschland-und-wir-bleiben-lieber-drinne-auf-dem-Sofa-Feeling steht vor der Tür. Ein schwer zu verscheuchender Gast! Liebe Grüße von Eurem Raffi

    • derfantastischebud schreibt:

      Hey Raffi!
      Für einen Tag, nicht in der Hauptsaison und im schlimmsten Gedränge in Tantes Rucksack ist Venedig mit Hund auf jeden Fall machbar. 😉 Spannender für uns sind aber natürlich eher die Hundestrände – und natürlich das tolle italienische Essen! Und da es hieß, „Ach, der Bud kanns vertragen“ regnete es Leckerbissen von allen Seiten! Yeah.
      Auf den Winter haben wir auch noch nicht so wirklich Bock, aber Frauchen backt dann Hundekekse… 🙂
      Dackelige Grüße, dein Bud

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