Dackelhoher Schnee

Vorgestern begann es zu schneien. Als wir gerade auf unserer letzten Gassirunde waren und ich abschließend das Beinchen in die Luft streckte, landeten zarte Schneeflocken auf meiner Nase und plötzlich war ich ganz schnell fertig mit allen Geschäften. Nun schneite es die ganze Nacht weiter und am nächsten Morgen erblickten wir eine arktisch anmutende Straßenszene, nur mit schneeschippenden Nachbarn statt Eisbären. Frauchens irres Grinsen verhieß nichts Gutes und bald wurden wir in unsere Winterkleidung gestopft. Frauchen hatte große Pläne: Bis hinter zu unserer großen Wiese, wo der Wald beginnt, dann durch das Wäldchen zurück, beim Futterladen vorbei und dann nach Hause und – ach!- die Kamera war auch mit dabei. Ich hatte noch Glück mit meinem Mäntelchen, aber Lucy musste ihren roten Anorak anziehen. Der ist einigermaßen wasserdicht und dick gefüttert. Frauchen trottete im Skianzug hinterher und auf ging es in den Schnee!

Als wir den Schnee entdeckten, hüpften wir aufgeregt herum und wurden beinahe wieder zu Welpen. Ich versuchte, von Eisklumpen aus die Straßenlaterne ganz weit oben zu markieren, Lucy hüpfte begeistert im Kreis und fesselte den Zweibeiner. Als wir uns beruhigt hatten, liefen wir zur Wiese. Laufen klingt jetzt schnell und unkompliziert, aber eigentlich war es eher ein Hoppeln, Hüpfen und Rutschen. Doch wir erreichten nach abenteuerlichen zwanzig Minuten doch noch die Wiese… oder das, worunter wir die Wiese vermuteten. Es schneite immer noch und alles war unter einer lucyhohen Schneedecke begraben. Lucy rannte offline einmal den Weg vor und wieder zurück, ich sprang direkt auf die Wiese und suchte im Schnee nach Mäusen.

Für mich war es noch okay, der Schnee ging bis zu meinem Bauch und ich steckte einfach den Kopf rein und schob. Lucy dagegen war quasi weg. Sie folgte der von mir frei getrampelten Spur, sprang mir aber ständig an den Rücken, weil ich in ihren Augen nicht schnell genug damit war. Wir duften eine ganze Weile spielen und wälzten uns und sprangen durch den Schnee. Wie so oft gelang es mir, mich aus dem Mantel zu winden. Das passiert beinahe immer. Es endet dann damit, dass ich fröhlich und nackt durch den Schnee tolle und Frauchen den klitschnassen Mantel herumtragen darf.

Doch dann war es Zeit, den Weg fortzusetzen und nun war Lucy langsam kalt. Sie hatte keine Lust mehr, herumzulaufen und dadurch fror sie nun trotz Anorak und stand als missmutiger kleiner Corndog herum. Eine Zeit lang folgte sie noch Frauchens Fußspur, dann setzte sie sich hin und jammerte. Es war zu nass. Und kalt. Die Pfötchen waren kalt! Und die Öhrchen! Unmöglich, so weiter zu gehen. Gut, das war nicht das erste Mal, dass wir diesen Punkt erreichten, routiniert wurde die Jacke geöffnet, Lucy aufgelesen und vom Schnee abgeklopft und den Minihund fachgerecht in die Jacke gesetzt. Ihre Füße steckten im Bund der Skihose, mit den Vorderpfoten stützte sie sich in der Jacke ab. So eingepackt saß Lucy nun rundum vor Wind und Schnee geschützt und war augenblicklich zufrieden.

Ich begann nun auch langsam zu frieren, darum wurde der Barfladen vertagt und wir gingen denselben Weg zurück, den wir gekommen waren. Lucy blickte von oben herab auf die Welt und schob dann und wann unauffällig ihre kalten Pfötchen an den Bauch des Menschlings. Als wir zuhause ankamen, war deren Pullover klitschnass, aber Lucy wieder warm, trocken und bereit für die Couch. Heute steht für uns der Barfladen an. Mal sehen, ob wir es bis dahin schaffen, ohne dass Lucy getragen werden möchte.

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6 Gedanken zu “Dackelhoher Schnee

  1. Isabella schreibt:

    Dackelhoher Schnee ist ja schon mal was … davon können wir hier nur träumen 🙂 Allerdings ist es hier für Spaziergänge auch nicht wirklich besser – mit Regen und Sturm macht das auch keine Freude. Aber da müssen bei uns alle durch (denn unter die Jacke packen ist bei uns keine Möglichkeit)!

    Liebe Grüße und leckere Einkäufe im BARF-Laden,
    Isabella mit Cara und Shadow

    • derfantastischebud schreibt:

      Buäh, nein, Sturm und Regen ist auch bei uns kein Hundewetter. Ein gewisser Rüde hält dann sogar extra an * hust * 🙂 Vielen Dank, hoffentlich springen für uns ein paar Snacks raus! Dackelige Grüße, Bud

    • derfantastischebud schreibt:

      War bei uns die meiste Zeit auch so, aber jetzt kam es mit einem Mal. Vielleicht sollte man Weihnachten in den Januar verlegen… oder nen weiteren Monat dazwischenquetschen. Ich bin ja für Budzember. 🙂

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