Drei Dackel und ein Baby – Ein harter Tag für Lucy, ein guter Tag für Bud

Während ich fast jeden Menschen sofort mag, ist Lucy eher zurückhaltend. Neue Gesichter werden prinzipiell angekläfft, mit viel Glück, Keksen und einer günstigen Konstellation der Sterne schließt sie sogar Freundschaften. Eine Ausnahme bilden alle Menschlinge, die wir schon seit unserem Welpenalter kennen. Natürlich gehören dazu viele Familienmitglieder und Freunde der Zweibeiner, wie auch die Eltern meines Bruders Balduin. Lucy liebt vor allem Baldis Herrchen über alles und verbrachte so manchen Tag auf dessen Schoß, während Baldi und ich spielten.

Nun hat sich jedoch etwas geändert. Es gibt jetzt zwei Herrchen von Balduin! Der eine ist der, den Lucy liebt, der zweite ist eine Miniaturausgabe dieses Herrchens. Für mich wurde der Tag besser und besser; erst Gassi, endlich, das erste Mal seit Tagen, ohne Regen! Dann tauchte Balduin auf und kurz darauf holten ihn seine Zweibeiner ein und brachten den Menschen-Welpen mit! Mini-Zweibeiner finde ich großartig, seit ich mal mit einem ganz aus der Nähe spielen konnte! Dieses mal musste ich ja leider mit den anderen Dackeln teilen, aber einer war da auch nicht scharf drauf: Lucy!

dackel_versteckt sich_kuschelig

Ihr Tag wurde schlechter und schlechter. Ihr Lieblings-Baldi-Herrchen schenkte ihr nicht ununterbrochen Aufmerksamkeit und hatte seinen Minion auch immer in Griffweite. Dieser war Lucy sogar etwas unheimlich. Normalerweise sind Menschen riesig und füttern Kekse, dieser ass sie lieber selbst und war kaum größer als ich. Balduins Herrchen versuchte zwar eine Zusammenführung von Minihund und Minimensch im Laufstall, was aber nur dazu führte, dass Lucy vor Schreck lospinkelte. Danach war Lucy  beleidigt und begnügte sich mit dem eigenen Frauchen und kaute schmollend Leckerbissen wie Kekse und Erdbeeren. Währenddessen saß ich die ganze Zeit einfältig wedelnd daneben und beäugte das Kind , das ich bei jeder Gelegenheit ablecken wollte.

Als es Zeit fürs Gassi wurde, war Lucys Welt fast versöhnt – der kleine Minizweibeiner hatte nebenan Mittagsschlaf gehalten und sie hatte endlich ein einigermaßen zufriedenstellendes Maß an Aufmerksamkeit erhalten und ein Babygläschen ausgeschleckt. Auch das Gassi war einigermaßen okay, da das Wetter noch mitspielte – zunächst. Die Zweibeiner wollten einen Spaziergang durch den Wald machen, mussten die Wahl des Weges aber abhängig von der Kinderwagentauglichkeit machen. Das führte dazu, dass sie sich für eine mittelgroße Runde entschieden. Der Weg, den wir beim Gassi schon tausende Male gesehen hatten, erschien uns sonst als gut begehbar, mit einem Kinderwagen war es aber doch ganz schön anstrengend und ersparte Balduins Frauchen und Herrchen das Fitnessstudio.

dackel_wald_baumstamm_balancedackel-im-wald

Kaum, dass der Weg schwieriger wurde, begann es zu tröpfeln. Wir waren erst bei der Mitte unserer Strecke und beeilten uns dann, den Rückweg schneller hinter uns zu bringen. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Sturm vor ein paar Tagen gemacht! Zwei Mal mussten die erwachsenen Herrchen das Mini-Herrchen im Wagen um Bäume tragen, die mitten auf dem Weg lagen. Es schüttete jetzt ziemlich und da wir ja bei schönem Wetter gestartet sind, trug Lucy auch keine Regenjacke. Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände und sie war klitschnass, selbst ihr Geschirr war durchnässt und tropfte. Auch Balduin und ich wollten jetzt heim und zogen eilig Richtung Heimat.

Zuhause angekommen hatten unsere Frauchen nichts Besseres im Sinn, als uns gleich wieder nass zu machen! Frisch geduscht und abgetrocknet sah die Welt schon besser aus, Lucy war jedoch sehr beleidigt. Die letzten Tage hatte sie sich schon gegen das Regen-Gassi gesträubt, die Vier-Pfoten-Notbremse gezogen, böse Blicke unter der Kapuze ihres Regenmantels verschossen und sich vor der Hundeleine unter der Decke versteckt. An diesen Tagen hatte sie aber immerhin ihre Jacke an, so dass nur Beinchen, Schwänzchen und die lange Nase vom Regen erwischt wurden. So nass wie eben war sie lange nicht geworden. Vor lauter Weltschmerz vergaß sie sogar ein wenig eifersüchtig auf den Menschen-Welpen zu sein.

dackel_hasst_regen

Als uns Balduin samt Familie wieder verließ, krabbelten wir beide hundemüde unter eine Decke. Ich fand es schade, den Welpen gehen lassen zu müssen, Lucy dagegen schlief – auf dem Schoß, im Zentrum der Zweibeineraufmerksamkeit, zufrieden ein.

 

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5 Gedanken zu “Drei Dackel und ein Baby – Ein harter Tag für Lucy, ein guter Tag für Bud

  1. ShivaWuschl schreibt:

    Aaaaaarme Lucy! Ich fühle total mit dir. Mir sind die ganzen Minimenschen auch sehr suspekt und weiche denen nach Möglichkeit aus. Früher hab ich sie noch gemocht, aber irgendwie… nee, gruselig.
    Bud, du bist einfach eine coole Socke. Furchtlos lässt du dich auf alles ein. Beneidenswert!
    Flauschige Grüße
    Shiva Wuschelmädchen

  2. Isabella schreibt:

    Schon insteressant wie unterschiedlich ihr so einen Tag erlebt … ich bin aber sicher, hier wäre das auch nicht anders 🙂 Wobei zumindest Regen hier nicht für schlechte Stimmung bei den Hunden sorgt – eher bei uns Menschen!
    Minimenschen findet Cara klasse – aber am besten in dem Alter das ihnen schon den Verzehr von Keksen erlaubt … sie werden nämlich ganz oft mit Hunden geteilt. Shadow traut den Kleinen nicht – die greifen nämlich manhcmal ganz schön fest ins Wuschelfell!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

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