Vier Dackel durch Sachsen

Es ist schon seit langer Zeit beschlossene Sache, dass wir unseren Schweizern mal unsere Gegend hier zeigen wollten. Auch wenn die Flüsse hier (im Gegensatz zum blauen Rhein) allesamt eine Farbe zwischen Schlamm und „Wir müssen Bud dann baden!“ haben, lockten gerade die vielen Burgen und Schlösser. Und so trug es sich zu, liebe Kinder, dass das Ostern 2019 das legendärste Ostern aller Zeiten werden sollten!

Karfreitag – Die Ankunft unserer Schweizer und Dackel vor der Burg Kriebstein

Freitag, am frühen Nachmittag, klopfte es dann an der Tür und ich konnte endlich Tante Vivi und Reto begießen und begrüßen. (Jap, der Rüde wurde erneut zum Freudenstrudler.) Auch Lucys Freude legte sich sofort auf die Blase, so dass wir uns gleich von unserer besten Seite zeigten. * hüstel * Als unsere Zweibeiner fertig mit Aufwischen waren, wurden wir fachgerecht ins Auto gestopft und es ging zu einer kleinen Ferienanlage mit vielen Bungalows, direkt neben der Zschopau. Und eeendlich begrüßten wir auch Bibi und Angel. Angel ist ja, wie der geneigte Leser vielleicht schon weiß, Lucys Wurfschwester. Bibi ist ihre ältere Adoptivschwester und seit unserem Besuch bei ihr bin ich ein wenig verknallt in die coole Rauhaardame. Das letzte Mal hatten die Zweibeiner Sorge, dass ich vielleicht zu aufdringlich sein würde und Billabong mich schnell in die Schranken weisen würde. Stattdessen hatten wir ausgelassen gespielt und nur die beiden Minidackel grummelten vor sich hin. Dieses Mal mussten wir aus Ermangelung eines Gartens an der Leine bleiben. Und plötzlich waren die Minityrannen einigermaßen friedfertig!

Die Menschlinge brauchten dann erstmal dringend Nahrung. Die einen, weil sie eine lange und anstrengende Fahrt von der Schweiz bis nach Sachsen hinter sich hatten, die anderen, weil sie gefräßig sind. Und was könnte traditionell sächsischer sein als… Döneeer! Wir setzten uns in den Stadtpark unserer Kleinstadt, die Menschlinge verspeisten ihr Mittagessen und wir Dackel bettelten / buddelten / schnüffelten herum. Klar, es gab Enten am Teich, aber da waren auch Angel und Bibi!

Da die Zweibeiner auch ein paar sächsische Kulturpunkte abklappern wollten, landeten Lucy und ich dann erstmal wieder zuhause, während die Menschlinge und A&B aufbrachen – zur Burg Kriebstein!

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Die Burg Kriebstein ist nicht umsonst Sachsens schönste Ritterburg und stand deshalb ganz oben auf der Sight-Seeing-Liste. Lucy und ich sind dort schon mal zu Fuß hingedackelt (in einem Anflug von Wahnsinn, versteht sich). Hunde dürfen leider nicht in die Burg, aber Team Dackel war eh schon zu spät für eine Führung. Dafür konnte man den Innenhof und den Brunnen sowie natürlich die Burg von außen besichtigen. Angel und Bibi schnüffelten am Ufer der Zschopau herum, während einer unserer Zweibeiner die anderen Zweibeiner mit „spannenden“ Fakten rund um die Burg langweilte. (Richtig, alles von Karteikarten abgelesen.)

Weil wir Hunde ja noch nicht ausreichend bespaßt wären, ging es noch zum Planschen an den Corgi-Bach im Schweizer Wald. (Tihihihihi, im Schweizerwald! Mit den Schweizern! Gnahaha!) ( Es geht gleich wieder!) Wir benetzten alle kurz unsere Pfötchen und erfrischten uns mit Bachwasser, dann tingelten wir wieder zurück und so hatte ich auch endlich unseren Besuch ganz für mich allein! … Leider galt das nicht für die Bratwurst. Menno. (Allein Tante Vivi ist es zu verdanken, dass ich in diesen Tagen nicht gänzlich vom Fleisch gefallen bin, sie hat nämlich Einhornfleisch aus der Dose mitgebracht! Dankeee! * _ * )

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Samstag – Vier Dackel durch Leipzig

Am Samstagmorgen landeten wir alle im Abenteuermobil nach Leipzig. Ich durfte neben Tante Vivi sitzen! (Okay, vielleiiicht habe ich sie ein wenig mit meinem Gedrängel und Gejammer genervt, aber ich dachte schon immer, dass Autofahren viel zu lange dauert!) Angekommen in Leipzig fand ich mich vor einem gigantischen Steinklotz wieder. Ganz recht, das Völkerschlachtdenkmal! (Später erfuhr ich, dass wir da ganz in der Nähe von Hundekind Abby gewesen waren!) Ohne aber weißen Schäferhunden zu begegnen, näherten wir uns zunächst einer kleinen, abgerundeten Mauer. Mit einem majestätischen Sprung war ich oben und sah ein riesiges Wasserfeld. Uääh! Schnell wieder runter und ja nicht wieder da drauf! Nur leider hatten unsere Frauchen noch nicht genügend Hundefotos geknipst und hielten das Völkerschlachtdenkmal für eine tolle Kulisse, soll heißen, schnell saßen alle auf der Mauer! Ich hatte jedoch immer noch Bedenken wegen des Wassers, darum saß ich als einziger auf Frauchens Schoß.

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Auch hier holte Frauchen dann bald schon die Karteikarten heraus und leierte geschichtliche Hintergründe herunter. Die Herrchen fanden das so schrecklich, dass sie bald flüchteten – und zwar so weit und so hoch weg wie möglich! – aufs Völkerschlachtdenkmal. Auch dort drinnen war nur für Menschen Zutritt, jedoch berichtete man uns von engen, klaustrophobikerungeeigneten Gängen und großer Höhe. Die Frauchen und die Dackel drehten lieber Runden um den „See der Tränen“, wie das große Wasserbecken tatsächlich genannt wurde. Nach einem Päuschen und Knabbereien aus Tante Vivis Tasche waren die Herrchen dann auch bald von ihrer Klettertour zurück und wir beschlossen, die Leipziger Altstadt anzuschauen und auf Futtersuche zu gehen. Wir Dackel mussten aber erstmal in unsere Hundebuggys, denn wir waren langsam doch ziemlich k.o.

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Dass sich einer von uns hier auskannte, wäre übertrieben gewesen, doch wie es das Schicksal so will, war Frauchen hier erst kürzlich gewesen und kannte ungefähr den Weg zum Markt. Dort war gerade ein Mittelaltermarkt (oder etwas, bei dem Knoblauchbrot und Töpferware vorkommen) und plötzlich begegneten wir überraschend Tante Steph! Ich hatte sie seit meinem Spieltag mit dem Menschenwelpen nicht mehr gesehen, saß aber leider im Buggy. Und dann ging es auch schon weiter, denn die Zweibeiner hatten am Abend noch etwas vor – ohne uns! Nachdem wir uns Leipzig ausreichend angeschaut hatten, ging es wieder zurück. Lucy und ich waren hundemüde und ließen die Zweibeiner wohlwollend davonziehen. Sie kamen dann abends irgendwann wieder und erzählten etwas von einem Buffetabend beim Chinesen.

Ostersonntag – Vier Dackel durch Dresden und im Schloss Augustusburg

Mittlerweile hatte ich mich nun daran gewöhnt, dass wir morgens zunächst zu dem kleinen Feriendorf fuhren. Dieses Mal holten wir unsere Freunde ab, fuhren nochmal zu uns zurück und holten noch unsere Hundebuggys aus der Garage. Die depp’schen Zweibeiner hatten nämlich unseren Schlüssel im Ferienhaus liegen lassen. Nachdem alles einsortiert war, fuhren wir nach Dresden. Dieses Mal war ich beinahe zu müde zum Quengeln und unternahm nur ein paar Versuche, hin und her zu stiefeln. Angekommen in Dresden landeten wir sofort im Buggy. Ich fand das doof, aber durch ein Parkhaus zu dackeln eben auch. Die Zweibeiner schleppten uns samt Kutsche dann treppauf, weil der Fahrstuhl nicht funktionierte, aber wir Dackel ertrugen es mit Würde und minimalem Geningel. Direkt nebenan war schon der Dresdener Zwinger und wir durften dort auch wieder aus unserem fahrbaren Untersatz heraus. Endlich! Die Zweibeiner schauten sich um, wir schnüffelten gespannt alles an; ich hatte kurzzeitig noch wegen des Vortages Angst vorm Brunnen und traute mich nicht auf ein Mäuerchen, aber dann ging es wieder. Lucy saß zwischenzeitlich wieder im Wagen, aber mit offenem Verdeck, die Pfoten aufgestützt und herrschaftlich um sich blickend.

Weiter ging es mit der Semperoper und der Frauenkirche. Und -ganz wichtig – erneuter Futtersuche! Besonders gute Jäger sind zumindest 3 von 4 Zweibeinern jetzt nicht, aber eine Pizza kann zum Glück nicht weglaufen. Es ging ein Stück die Elbe entlang, dann fanden wir einen kleinen Park. Dort vertilgten die gefräßigen Zweibeiner beinahe die ganze Pizza und wir bekamen außer einigen ziemlich breiten Pizzarändern  nichts ab. Danach durften wir aus den Buggys und bekamen unsere eigenen Snacks, von denen wir dann auch nix abgaben. Angel und Bibi machten ein paar Tricks, Lucy war schon wieder groggy vom Fressen und gefahren werden und ich hätte gern noch mehr Pizza gehabt. Weiter ging die Sight-Seeing-Tour und nun entschieden die Herrchen, dass sie auch noch auf die Frauenkirche klettern wollten. Wir dösten im Buggy und die höhenängstlichen Frauchen warteten im Schatten. Dabei sahen wir auch einige andere Dackel in Dresden!

Als die Herrchen auch von diesem historisch wertvollen Bauwerk geklettert waren, ging die Reise weiter zur Augustusburg, die ja eigentlich ein Schloss ist. Das Beste daran ist, dass dort Hunde nicht nur im Hof willkommen sind, sondern auch die Räumlichkeiten betreten durften!

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Ratespiel: Wer ist wer?

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Wir entschieden uns für den Folterkeller und wurden von den Zweibeinern auf den Arm genommen. (Wegen der Ausstellungsstücke. Ich hatte gar keine Angst!!!) Auf dem Schloss Augustusburg waren sogar Hexenprozesse gemacht worden und einige der Folterwerkzeuge waren für jene Zwecke benutzt worden. Lucy schaute sogar kurz durch eine der Halsgeigen und wir sind uns, denke ich mal, alle einig, dass die kleine Kläfferin am Pranger jetzt gar nicht sooo fehl am Platz ist.

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„Das is noch gar nix im Vergleich zu unserer Krallenschere!“

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„Sehr witzig, Menschling!“

Das Verrückteste war aber die Streckbank. Natürlich hatte ich schon immer den Verdacht gehabt, dass die Zweibeiner uns Dackel verehrten, aber das erschien mir nun der Beweis von vollkommen unangebrachter Nacheiferung zu sein. Wie soll das denn aussehen? Überlange Menschlinge! Also ehrlich! Überlasst das mal den dackeligen Experten!

Nach der düsteren Tour durch die Abgründe der menschlichen Vergangenheit drehten wir noch eine Runde durch den Hof. Dort fand Lucy eine Tür, die exakt so groß ist wie jede normale Tür. Jedoch wuchs Lucy plötzlich auf Doggengröße an, wie dieses Foto beweist. Die Zweibeiner erfreuten sich währenddessen am schönen Ausblick – in der Hundehalter-Edition.

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Am Abend wurden wir erneut zuhause abgeladen, während der Rest der Crew wieder nur Essen im Kopf hatte.

Ostermontag – Abschied und Schloss Rochlitz

Der letzte Tag mit unseren Schweizern startete auf einem Steg an der Zschopau mit Erdbeertorte. Obwohl ich hin und her trippelte, landete erstaunlicherweise keine Pfote (oder Schlimmeres) in der Torte, dafür durften wir dann aber auch die Teller ablecken. Danach stand als letzte Sehenswürdigkeit Schloss Rochlitz auf unserer Liste. Wir parkten in der Nähe der Schule und spazierten dann gemütlich an der Mulde entlang und dann durchs Schloss. Rochlitz ist eine hübsche, kleine Stadt, die sich an die Mulde kuschelt. Frauchen ist in dieser Stadt früher zur Schule gegangen. Aktuell hatte Rochlitz aber für uns ein mittelschweres Problem: Sämtliche Geschäfte, einschließlich derer, die der Nahrungsaufnahme dienten, hatten zum Feiertag natürlich geschlossen. So tingelten wir zurück in unsere Kleinstadt, wo sich die Zweibeiner erneut eine hier sehr beliebte Mahlzeit im Fladenbrot holten. Diese nahmen wir gemeinsam im Park ein, ein Dejavú zum Beginn unserer Osterreise. Ich schnüffelte unter der Bank herum, Lucy und Angel waren damit beschäftigt, das Essen anzustarren. Natürlich durfte jeder ein bisschen naschen.

Danach mussten unsere Freunde auch schon wieder aufbrechen und sich durch den Stau bis nach Hause kämpfen. Aber es war super mega cool und wir haben uns sehr gefreut, dass ihr da wart! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder! 🙂 ❤

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