This is Halloween!

Einer unserer zwei Menschlingen freut sich immer besonders auf Halloween. Diese düstere Zeit im Oktober, Kürbissuppe, Apfelkuchen und vor allem: Gruselgeschichten an jeder Ecke! Darum erzählen wir euch erneut unsere ganz eigenen, dackeligen Halloweengeschichten!*

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(* Anmerkung der Redaktion: Alle Geschichten sind frei erfunden. Keine Dackel und keine Quietschespielzeuge sind dabei zu Schaden gekommen.)


Silent Hill

Seit geraumer Zeit träumte Lucy sehr intensiv. Sie wuffte leise und strampelte mit ihren Beinchen. Doch eines Nachts begann sie zu schlafwandeln und wollte raus. Die Zweibeiner glaubten irrtümlich, sie müsste mal auf die Wiese, doch Lucy schlief tief und fest. Jedesmal zog sie in eine bestimmte Richtung: Zu dem Teil der Stadt, in dem unser Leckerliladen war.

Frauchen ließ Lucys Schlafwandlerei keine Ruhe und so begaben sie sich des Nachts in die Richtung, in die Lucy wollte. Sie waren erst ein kleines Stück vorangekommen, als ihnen plötzlich ein Corgi in den Weg trat. Die Corgizei beäugte das Gespann kritisch – so spät nachts Gassi? Da muss doch was faul sein! Doch Lucy und Frauchen sahen schon in der Ferne das leuchtende Schild des Leckerligeschäfts und setzten ihren Weg fort, die Corgizei dicht auf dem Fuße. Um die Corgizei abzuschütteln, rannten Frauchen und Lucy los, aber ungeschickt, wie Zweibeiner sind, stolperte Frauchen über ihre eigenen Füße und fiel zu Boden. Als sie wieder zu sich kam, war Lucy verschwunden, doch man brauchte nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass sie bereits im Leckerliladen sein könnte. Die Corgizei hatte nun Frauchen eingeholt und folgte mit der Nase am Boden Lucys Spur, denn als Hirtenhund sah sie es als ihre heilige Pflicht, die Dackelherde wieder zusammenzutreiben. Währenddessen begann es zu regnen. Doch es war kein normaler Regen, sondern Asche, was wohl eine Folge der Klimaerwärmung war. Der zusätzliche dichte Nebel erschwerte die Verfolgung zusätzlich und Frauchen und Corgizei liefen zunächst in eine Tankstelle, einen Getränkemarkt und ein Autohaus, bis sie endlich den Leckerliladen fanden. Die ganze Zeit glaubten sie, Lucy kurz zu sehen, doch einmal war es ein Eichhörnchen, einmal war es eine leere Tüte.

Nun war auch Herrchen aufgewacht und sah weder Frauchen noch Lucy. Natürlich ahnte er bereits, wo es Lucy hinzog und er machte sich mit seinem getreuen Bud an der Seite auf den Weg. Bis zum Leckerliladen war es gar nicht soweit und von Nebel oder Asche war keine Spur.

Die Corgizei und Frauchen betraten das Leckerligeschäft. Es hatte trotz der späten Stunde geöffnet und Nebel waberte zwischen den Regalen. Eine dicke Ascheschicht lag auf den Tüten mit luftgetrockneten Schweineohren. Und da, mitten auf einem Berg Ochsenziemer, saß Lucy und fraß. Vierundsiebzig Stunden später, als Lucy endlich gesättigt war und so hoch und breit wie ein Labrador war, ließ sie sich überzeugen, den Heimweg anzutreten. Draußen war es die ganze Zeit dunkel und neblig geblieben, auch zuhause fanden sie überall Asche und Nebel.

Herrchen und Bud erreichten den Leckerliladen, er war dunkel und hatte geschlossen, was zu dieser Uhrzeit auch keine Überraschung war. Dennoch schnüffelte Bud herum und leckte sich das Maul, als könnte er die Ochsenziemer riechen. Da weder Lucy noch Frauchen hier waren, machten auch sie sich auf den Weg, nebelfrei und aschelos. Zuhause war immer noch niemand, doch sie fanden ochsenziemerklebrige Pfotenabdrücke im Flur.

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Die Nacht der lebenden Abmahnanwälte

Keiner wusste genau, wie es angefangen hat. Sicher, man hörte es mal irgendwo am Rande, doch man dachte, es sei alles nicht so schlimm. Wenn man sich darüber unterhalten wollte, wussten viele nicht, wovon man sprach. Doch irgendwann häuften sich die Berichte, bald schon überschwemmten sie die Medien. „DSGVO“. Es brach Panik aus. Während sich die einen sofort ins Zeug legten und versuchten, so viel darüber in Erfahrung zu bringen wie möglich und sich für den Ernstfall zu wappnen, gaben bereits an diesem Punkt schon viele auf und verschwanden von der Bildfläche. Egal, wo man hinsah, es fielen Schwärme von Cookieerklärungen vom Himmel.

Am Stichtag blieb es ruhig, doch in angespannter Erwartung verfolgte man die Medien auf die prophezeite Abmahnwelle. Viele Blogs jedoch waren seit diesem Tag fort. Geschlossen, privatisiert oder dem Erdboden gleichgemacht. Es betraf nicht nur die Hundeblogs. Es breitete sich aus.

Als sich die Blogossphäre gerade erholt zu haben schien und die ersten schon wieder unauffällig ihre Social Media Buttons platzierten, tauchte plötzlich Artikel 13 auf und bedrohte nicht nur die Blogger. Da die Menschlinge nichts so sehr fürchten, als dass man ihnen ihre lustigen Katzenvideos auf YouTube wegnehmen könnte, wehrten sie sich in einer epischen Schlacht und latschten gemeinsam mit tausenden anderen Menschen durch die Straßen, während sie propagierten, keine Bots zu sein. Auf diesen Widerstand wurde natürlich sofort reagiert und nach einer Lösung gesucht, also benannte man den Artikel einfach um und zog ihn trotzdem durch. Und erneut warfen viele Blogs und Kanäle das pixelige Handtuch.

Heute ziehen wir unsere virtuellen Runden und sehen Leere, wo einmal Leben gewesen war. Doch irgendwo da draußen sind noch andere Blogger. Irgendwo.

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Es

Es waren einmal sieben Freunde. Ich, der fantastische Bud, der fabelhafte Finn, die bezaubernde Madame Kyra, die liebreizende Lady Lucy, der legendäre Luke, die niedliche Nami und der grandiose Balduin. Weil wir voll cool waren, trauten sich die anderen Hunde nicht, sich mit uns abzugeben und so gründeten wir den Club der Vollcoolen. Die Probleme begannen, als mein kleiner Quietschefuchs verschwand. Wir waren im Regen Gassi gewesen und ich hatte das Spielzeug im Maul getragen. Vor einem Gulli roch ich spannende Düfte und musste es kurz ablegen und kaum, dass ich mich umdrehte, wurde das Spielzeug weggeschwemmt und verschwand auf Nimmerwiedersehen in der Kanalisation.

Lange war ich betrübt, denn ich mag Quietschespielzeuge sehr, doch dann stellten meine Freunde und ich fest, dass in der ganzen Stadt immer wieder Hundespielzeug verschwand. Und aller 28 Tage begann es von neuem. Damals waren wir noch Welpen und die Welt war groß, aufregend und auch etwas beängstigend.

Als mutigster von uns allen beschloss ich, dem Monster, „ES“, welches unsere Spielzeuge entführt hatte, in seiner Höhle zu suchen und ihm gegenüberzutreten. Tapfer betrat ich also die Höhle. Vor mir ragten hohe Regale mit Krimskrams auf, den die Zweibeiner für seltsame Bräuche wie Weihnachten brauchten. Spinnweben umhüllten die selten benutzten Kisten. Irgendwo musste ES sein. Plötzlich sah ich etwas! Ein Karton voller Spielzeug! Jedes war schon ein wenig angekaut, einige hatten bereits die Knöpfe, die die Augen darstellten, oder die Ohren eingebüßt, aber es war definitiv unser Welpenspielzeug. Ich stellte mich auf die Hinterpfoten und streckte den Hals aus, es gelang mir, mit den Zähnen einen winzigen Zipfel eines Quietschtieres zu erreichen- als plötzlich ES auftauchte! „Bud! Raus aus dem Abstellraum!“ Mit einem beherzten Ruck zog ich mein Quietschspielzeug herunter und floh, so schnell ich konnte. „ES“ haust angeblich immer noch in dieser Höhle und manchmal, wenn ES Zeit hat, nimmt es Nadel und Faden und repariert meine zerkauten Spielzeuge.

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Der Doppelgänger

Eines schönen Tages beschloss Lucy, eine überdurchschnittlich hübsche Dackeldame, dass sie zu ihrer körperlichen und seelischen Erholung ein paar Tage verreisen sollte. Da Lucy ein großer Käseliebhaber war und auch nur Positives über die Schweiz gehört hatte, beschloss sie, dort ihre Zeit zu verbringen. Sie packte ihre schönen Halsbänder und die wichtigsten Leckerchen ein, steckte ihren Impfpass in die Tasche und trat ihre Reise an. Das Gasthaus war wunderschön und die Bewirtung mit frischem Fleisch war vorzüglich, nur eines irritierte Lucy: Die Gastwirtin schien bestens über sie informiert zu sein, ja, sie gar zu kennen. Lucy erinnerte sich nicht gut an ihre Welpentage, doch wie konnte man sie hier so gut kennen, da sie noch nie einen Fuß in dieses ferne Land gesetzt hatte? Der Abend war so heiter und das Fresschen so gut, dass Lucy ihre Gedanken ganz vergaß, bis sich plötzlich die Tür öffnete und eine Fremde eintrat. Lucy traute ihren Augen kaum: Ihr gegenüber stand ihr Spiegelbild! Die Hündin war ebefalls überdurchschnittlich hübsch, ebenso klein wie Lucy und benahm sich auch ähnlich wie sie. Als Dame mit Anstand begrüßte Lucy den Ankömmling mit höflichem Gekläffe, doch diese antwortete ihr mit derselben Stimme! Sie ahmte Lucys Bewegungen nach, das einfältige Tippeln, das wilde Scharren, das empörte Schniefen. Auch den Leckerbissen war die andere Dame sehr zugeneigt und knabberte mit ebenso großer Konzentration wie Lucy an ihrem Snack. Als Lucy schon das Grauen erfasste, fiel ihr etwas ein.

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… Sie hatte ja noch einen Zwilling! Und von da an lebten Angel und Lucy so glücklich, wie verzogene kleine Minihunde eben sein können, und alles, was sie taten, tratschten ihre Besitzerinnen gegenseitig weiter. ❤


Was? Ihr wollt noch mehr spukige Geschichten? Eure King- und Shan-Bücher sind alle ausgelesen? Netflix hat nur noch Katzenvideos? Ihr, die ihr The Parallax spielt, habt die neusten Echos schon durch? Tjoa. Dann schaut doch mal in den Beiträgen vom letzten Mal! 🙂 Ansonsten erwarten euch nächstes Jahr wieder spuuuuhuuukige Dackelgeschichten!

Und bis dahin: Happy Halloween!

Budiges Halloween 1

Budiges Halloween 2

Budiges Halloween 3

Budiges Halloween 4

 

 

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