April, April, Dackel-Edition

Da ihr armen Zweibeiner gerade genug durchmacht, veräppel ich euch ausnahmsweise dieses Jahr nicht zum ersten April. Stattdessen möchte ich euch die Geschichte erzählen, wie ich meine Zweibeiner am besten verarscht habe.

IMG_0510

Im Hause Buddington gibt es eine alte Hundebox. Ursprünglich handelte es sich dabei mal um eine Transportbox, die ich jedoch zerstört habe. Seit man sie nicht mehr zur Fahrsicherheit einsetzen kann, ist es für uns ein Rückzugsort. Manchmal werden wir rein geschickt, wenn wir gerade im Weg sind – wenn die Zweibeiner zum Beispiel renovieren und die ganze Bude voller Krempel steht, in den ich nicht meine Nase stecken soll oder wenn der Heizungsableser da ist. Manchmal werden wir aber auch hinein geschickt, wenn wir Blödsinn angestellt haben.

Bei mir kommt es erstaunlicherweise sehr häufig vor, dass ich sogenannten „Blödsinn“ mache. In Wirklichkeit sind es natürlich gewiefte Dackelgeheimmissionen, aber was wissen schon die Menschlinge. Zu meinen häufigsten Vergehen zählt das Müllklauen. Die Zweibeiner werfen ständig Sachen weg, die noch total in Ordnung sind. Wen stört denn schon ein bisschen Schimmel oder Matschflecken? Die Zweibeiner finden es gar nicht gut, wenn ich das tue, aber egal, wie sehr sie aufpassen, die Küchentür geschlossen zu halten und den Biomüll regelmäßig rauszubringen, irgendwann kommt immer ein Moment, in dem die Tür offen und der Eimer gefüllt ist. Dann hat meine Stunde geschlagen und ich hänge mit Kopf, Ohren und Vorderpfoten tief im köstlichen, gut durchgezogenen Abfall. Doch bald bemerken die Zweibeiner meine Abwesenheit – wenn es zu lange still ist – und wissen bereits, wo sie mich suchen müssen. Dann folgt ein „Iiiih, pfui, Bud!!!“ und ein „Ab in die Box!“.

Nun bin ich als Dackel ein guter Stratege. Die Zeit in der Box musste ich ja nicht ungenutzt verstreichen lassen, doch ich musste gut planen. Also wartete ich einmal mehr ab, dass die Zweibeiner abgelenkt waren und die Tür offenstand. Schnell und auf leisen Dackelpfoten schlich ich in die Küche, flitzte zum Müll, stellte mich auf die Hinterbeine und steckte meinen Kopf hinein. Obwohl alles ganz hervorragend roch, hatte ich keine Zeit von allem zu naschen, noch nicht. Stattdessen schnappte ich mir eine duftende, klebrige Lebensmittelverpackung und befreite sie aus ihrem Gefängnis. Soweit, so gut. Nun musste ich noch einmal, auf noch leiseren Dackelpfoten, zurückschleichen, was mir auch gut gelang. Meinen Snack legte ich wohl verborgen in die Box. Die Zweibeiner achteten immer noch nicht auf mich, also schlich ich ein weiteres Mal in die Küche und widmete mich diesmal genüsslich und mit aller Zeit der Welt dem Biomüll.

Unterdessen fiel den Zweibeinern auf, dass es in der Wohnung ziemlich leise war. Stille, insbesondere die Abwesenheit von Dackelgetippel, ist bei uns immer sehr verdächtig. Und weil die fiesen Zweibeiner immer gleich das Schlechteste von mir vermuten (Okaaay, nicht ganz zu unrecht, in diesem Beispiel!), führte sie der erste Weg gleich in die Küche. Dort bot sich das klassische Bild eines klauenden Buds. Während andere Hunde ein Schuldbewusstsein heucheln, gleich von ihrer Schandtat ablassen und flüchten, weiß ich genau, dass alle Konsequenzen für mich ertragbar sind. Ich meine, strenge Worte, eine Auszeit, temporäres Verhindern weiterer ähnlicher Straftaten durch Beschweren des Eimers – all das geht vorbei. Die Worte gehen zu einem Schlappohr hinein und zum anderen heraus, die Auszeit ist irgendwann abgesessen und irgendwann, wenn ich lange genug brav war, vergessen die Zweibeiner schon mal wieder ihren Müll oder ihre Tür. Jedenfalls laufe ich nicht weg, wenn ich erwischt werde: Ich fresse schneller. Wenn ich aufhören würde, wäre ich ja ziemlich dumm, so kann ich bis zur letztmöglichen Sekunde fressen. Die Menschlinge zogen mich aus dem Müll, regten sich furchtbar auf, erklärten mir, dass ich eine kleine, verzogene Mistmade sei und steckten mich in die Box der Schande, um in Ruhe das matschige Schlachtfeld zu putzen, das meine Mahlzeit auf dem Boden vorm Müll hinterlassen hatte.

Nun kam mir meine Vorbereitung zugute. Eingesperrt in der Box konnte ich dennoch mein leckeres, klebriges Papier ausfressen! … dachte ich. Denn ich hatte den Plan ohne die Adleraugen meiner Zweibeiner gemacht, die die Verpackung erspäht hatten. So trug es sich zu, dass ich letzten Endes doch nicht dazu kam, die Verpackung auszuschlecken und zu zerfetzen, jedoch immerhin einen guten Plan ausgetüftelt hatte, um meine Zweibeiner zu verarschen.

 

 

2 Gedanken zu “April, April, Dackel-Edition

  1. Isabella schreibt:

    Danke für diese Geschichte – jetzt habe ich doch wirklich herzhaft lachen können 🙂 Ich muss allerdings zugeben, ich bin sehr froh, dass bei uns keiner solche Ambitionen hat – unser Biomüll ist vor den Hunden sicher.
    Anders sieht es bei uns mit Dingen aus,die zum Kühlen auf der Küchenarbeitsplatte stehen. Fünf Hunden konnten wir klar machen, dass Diebstähle ernste Konsequenzen haben … Shadow findet, jede Konsequenz ist es wert, wenn man einen toll gefüllten Bauch hat 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.