Lucys Kleiderschrank

Ja, ich weiß, was ihr jetzt denkt. Oh Gott. Was kommt jetzt denn für ein Tussikram? Und ihr liegt vollkommen richtig damit, denn hier kommen Lucys gesammelte Werke!

Die Frage aller Fragen: Braucht ein Dackel denn wirklich Kleidung?

Vor unserem ersten Winter waren sich unsere Eltern einig: Ein Jagdhund benötigt doch keine Kleider! Der hat doch sein Fell! Pullöverchen sind doch nur was für Chihuahuas, ein Dackel isses doch gewohnt, bei Wind und Wetter durch den Wald zu kriechen! Doch dann sahen sie mit eigenen Augen, dass auch ein Jagdhund frieren kann. Zum einen, auch wenn wir Jagdhunde sind, haben wir als Kurzhaardackel echt kurzes, glattes Fell. Im Gegensatz zu unserem Kumpel Finn, der als Labrador trotzdem dicke Unterwolle besitzt und niedliche kleine Löckchen bekommt, wenn er nass wird, haben wir eher ein dünnes Otterfell. Da ist keine Unterwolle, die wärmt! Gerade am Bauch und an der Brust, also den Stellen, die dem kalten Boden am meisten ausgesetzt sind, ist unser Fell besonders dünn und Lucy ist dort seit ihrer Kastration etwas kahl. Weil wir ja auch etwas tiefergelegter sind als andere Hunde,  ist unsere Unterseite bei nassem Wetter nach wenigen Schritten klitschnass. Schnell kann sich da ein kleiner Hund erkälten, gerade so ein sensibler Minihund wie Lucy. Viele Großhundeltern kennen diese Probleme gar nicht und amüsieren sich köstlich über das Würstchen im Schlafrock. Nichthundeeltern verstehen auch eher selten die Notwendigkeit von Dackelschutzmäntelchen (ausgenommen von Müttern mit kleinen Kindern, die ihren Nachwuchs selber einpacken müssen, wie ein Michelinmännchen, die nicken uns dann wissend zu). Zum anderen gab es schon im Mittelalter Schutzkleidung für Jagdhunde! (Quelle) Diese war vor allem zum Schutz auf der Jagd gedacht, sollte aber die wertvollen Begleiter auch warmhalten. Zwar messen sich heute die wenigsten Hunde noch mit Wildschweinen (außer Billabong, die ist der Chuck Norris unter den Dackeln), dennoch gibt es noch immer Warn-, Schwimm- und Schutzwesten für Jagdhunde. Wie ihr seht, ist die Erfindung des Hundekleidung doch gar nicht so abgedreht, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Wir sind keine jagdlich geführten Dackel, trotzdem haben wir gegen die kalte Jahreszeit jede Menge Kleidung. Und die seht ihr hier:

Des Dackels neue Kleider

Der Rentierpulli

rentier

Ihren ersten Pulli hat Lucy bekommen, weil sie im Winter so jämmerlich bibberte. Nach ein paar Metern durch Eis und Schnee war es dann vorbei, sie legte sich dann einfach hin und das wars. Die Menschlinge hatten Mitleid und steckten den kleinen Frosthund in ihre Jacke, aber auf Dauer war das keine Lösung, immerhin sollte sie sich ja auch bewegen! Also standen wir dann in der Modeabteilung im Fressnapf. Prust! Ich fand es sehr witzig. Am Ende gingen wir dann mit einem roten Rentierpulli.

Der legendäre Erdbeerhoodie der Niedlichkeit

erdbeer Nun war Mama auf den Geschmack gekommen. Der kleine Minihund sah ja sooo süß aus in seinem kleinen Pullöverchen! (Kotz. Zum Glück bin ich ein Rüde.) Dann kam der Tag, an dem sie den Erdbeerhoodie entdeckte. Er war flauschig, er war pink und er war ziemlich schnell bestellt. Da er nicht so dick ist, eignet er sich prima für den Übergang, behauptet Mama. Und dass Lucy darin das wahrscheinlich niedlichste Dackelkind der Welt ist, ist ein positiver Nebeneffekt.

Regenwetter

regenjackeWeil Lucy ja aus Zucker ist, ist es für sie sehr gefährlich, nass zu werden. Geht echt gar nicht. Sie sträubt sich beim kleinsten Regentropfen Gassi zu gehen und hasst es, tropfnass herum zu laufen. Also musste ein Regenmantel her! Den fand Mama in einem kleinen Hundeladen namens „Freischnauze“, der gleichzeitig auch ein Hundesalon ist. Wenigstens sprangen dabei auch tolle Fellohren zum Knabbern für uns heraus.

…und Winterzeit

So wurde Lucy nicht mehr nass und wir konnten endlich wieder normal Gassi gehen, trotz Regen. Doch dann kam der Winter und die dünne Regenjacke reichte nicht mehr aus. Darunter einen Pulli zu tragen, fand Miss Lucy dann auch nicht prickelnd. Ständig ließ sie ihren Groll an mir aus und schnappte immerzu nach meinen Ohren. Also gingen Mama und Lucy erneut in ihren Lieblingsladen, als Beraterin war Finns Frauchen dabei, denn ganz ehrlich, ihr habt schon beim Erdbeerhoodie gesehen, wie es um Mamas Modegeschmack steht. So kam Lucy zu einer wasserfesten Kapuzenjacke und einem dicken, gefütterten Anorak.

 

„Ich bin klein und ich bin laut!“

ibark

Lucy hat gern mal die große Klappe, was oft zu blöden Sprüchen führt. Mama versucht schon ewig, Lucy davon abzuhalten, mit den unterschiedlichsten Methoden, allerdings eher mit mäßigem Erfolg. Zumindest bellt sie nun nur noch unheimliche Menschen und andere Hunde an und nicht mehr Mülltonnen, Schatten, Nebel, … Einmal war ein Objekt Lucys Zornes ein Zirkusplakat mit einem großen Clownsgesicht drauf. Mama mag Clowns selbst nicht so besonders, was eventuell mit einem gewissen Buch eines Stephen Kings zu tun hat, trotzdem ging sie extra hin und streichelte das Clownsplakat und flötete in ihrer freundlichsten Stimme „Feiiiner Clown, ein guuuter Clown!“ um Lucy zu beweisen, wie harmlos das Plakat sei. Wahrscheinlich hatten danach alle Angst, Lucy, Mama und auch der Clown. Klar, kleine Kläffer können echt nervig sein, aber den Hund dann noch durch blöde Kommentare anzustacheln, hilft nicht bei den Erziehungsversuchen. Deswegen hat Lucy nun dieses Shirt. Ich bin übrigens ein guter Junge! Wenn ich belle, dann nur, wenn es auch echt nen guten Grund gibt.

Gangster- Bud

budhoodieJa… ich weiß. Ich habe gesagt, es geht hier nur um Lucys Kleidung, aber Mama machte auch vor mir nicht halt. (Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, den Tierschutz anzurufen und ihm ins Telefon zu schluchzen, was ich alles durchmachen muss.) Wenn es so richtig bitterlich kalt ist, passiert es manchmal, dass ich auch ein kleines bisschen fröstele. Ein kleines bisschen. Also eigentlich eher ein kurzes Muskelzucken. Aber Mamas Adleraugen hatten es eben gesehen und eh ichs mich versah, hieß es: „Dem Bud ist kalt! Der Bud braucht ein Jäckchen!“ Ich war nicht begeistert. Papa auch nicht. Aber dann hatte ich im Winter Durchfall. Mir ging es gar nicht gut und ich fror wirklich schrecklich draußen, dass ich sogar eins von Lucys Jäckchen akzeptierte. Deswegen habe ich jetzt auch ein eigenes Hemdchen, sogar eins, womit ich, der Boss, leben kann.

Der Prinz aus dem russischen Märchenfilm

UnbenanntUnsere liebe Tante Vivi schenkte Lucy zu Weihnachten ein Mäntelchen, im Partnerlook zu Angel. Allerdings passte Lucy das Mäntelchen nicht, es ragte weit über ihr Hinterteil, wie ein kleines Röckchen. Also fackelten die Menschlinge nicht lang und plötzlich hatte ich einen Mantel und war im Partnerlook- mit Papa. Denn dieser besitzt einen Menschenmantel aus ähnlichem Stoff. Mama findet, ich sehe in dem edlen Mantel mit dem Pelzkragen aus wie ein Zarensohn aus einem russischen Märchenfilm. Und auch ich finde, ich bin für einen Dackel wirklich außerordentlich gutaussehend, ob mit oder ohne Mantel.


Wie ich Mama kenne, werden dieser Auswahl bestimmt noch mehr hinzugefügt. * kollektives Stöhnen *  Ach ja, die Weiber halt…