Free Axos!

Seit fast fünf Monaten ist Fizzy, das Axolotl, nun schon in Quarantäne. Und mit Quarantäne meine ich eine riesige Plastikdose voll Wasser, das jeden Tag ein- bis zweimal gewechselt werden muss. Klingt nervig? Das ist es auch. Gerade über den Sommer war es echt ein Kampf gegen das Thermometer, denn Axolotl brauchen es kühl. Und jetzt, ganz pünktlich, wo es wieder kälter wird, ist der Gesundheitszustand des Axos endlich wieder gut genug, dass es in sein Aquarium zurückkehren kann!

Axolotl Status: Gepunktet!

Fizzy ist immer noch nicht wieder die Alte. Höchstwahrscheinlich wird sie das auch nicht wieder, was aber nicht schlimm ist. Die Bakterien sind hinüber, die Haut regeneriert sich allmählich und wenn sie aussieht wie eine Zombiegurke, stört das niemanden. Die schwarzen Punkte kommen nun überall zurück, die dunkle Grundfarbe ist immer noch graugelblich. Fizzy selbst ist seit dem Antibiotikum wieder putzmunter. Sie hat sich sogar einigermaßen an das tägliche Hochheben aus dem Wasser heraus gewöhnt und wehrt sich kaum noch.

Weil wir öfter gefragt wurden, wie zur Hölle sich ein Axolotl denn anfühlt: Ähm. Ziemlich weich und zart, da sie ja keine Schuppen oder Lederhaut, sondern eine Schleimhaut besitzen. Und ja, diese ist in der Tat etwas glitschig, vor allem an heißen Tagen. Eklig ist es nicht, zumindest nicht für Zweibeiner, die solche Tierchen cool finden.

Und beliebte Frage Nummer 2: Nein, Mann, die beißen nicht! Ist halt bissl schwer, so ohne Zähne oder Knorpelreihen…

Kiloweise Kugeln

Der speziell abgerundete Aquariumkies heißt Axogravel. Er ist deswegen so rund und so klein, damit er durch den Verdauungstrakt des mexikanischen Schwanzlurches wandern kann, ohne diesen zu beschädigen. Axolotl verschlucken schnell mal etwas vom Bodenkies, denn sie schnappsaugen. Das heißt, sie reißen vor ihrer Beute das Maul auf und durch den Unterdruck wird das Futter hineingesogen, einschließlich allem, was daneben liegt. Unser Axogravel musste jetzt komplett aus dem Aquarium geschaufelt werden, im Backofen bei 200°C steril gemacht werden und nun zurückgeschaufelt werden. Natürlich haben sich die Minikügelchen bei der Aktion ÜBERALL verteilt. Im Ofen und in jeder nur denkbaren Ecke, in jedem Winkel der Wohnung, es klebt überall, an den Klamotten der Zweibeiner, am Katzenfell, an den Dackelohren, es hört niemals auf und wenn eines Tages diese Welt von Waschbären regiert wird, dann wird das Axogravel immer noch da sein. Über-all. Im Aquarium ist zum Glück auch noch genug vom Kies des Grauens und was noch wichtiger ist: Es ist wieder steril.

Home sweet home

Und jetzt? Nach dem Axogravel musste natürlich auch der Rest des Aquariums desinfiziert werden, die Höhlen wurden ausgekocht, genauso wie die Tonelemente des Filters. Der Filter und der Kühler wurden komplett auseinander genommen, die Schläuche wurden abmontiert und ersetzt. Und nachdem die 200 Liter Wasser eimerweise weggeschleppt wurden, muss nun auf gleiche Weise frisches, sauberes Wasser hinein gekippt werden. (Anmerkung der Redaktion: Ich wünschte, mein Sportlehrer könnte das lesen. Medizinbälle sind’n Witz dagegen.) Natürlich wirbelt das Wasser das Axogravel wieder auf und kleinste Körnchen bilden eine schöne staubige braune Suppe. Nach ein paar Stunden Filterbetrieb ist dieser dann weg und das Wasser dank des Kühlers auf axolotlfreundlichen 17°C. Und jetzt dürfen die Axos endlich wieder rein? Ahahahahahahhahahahahaha, nope. Nun muss eine Wasserprobe entnommen werden und getestet werden und nur, wenn die Werte stimmen, konnten die Axolotl endlich wieder zurück nach Hause. 

Und was war Fizzys erste Amtshandlung? Axogravel fressen. Nomnomnom! Pellets gab es dann auch, die von der gefräßigen Zombiegurke sofort eingestaubsaugert wurden. Murloc bezog sofort die Höhle und ward den ganzen Abend nicht mehr gesehen. Aber Hey! Die Axos sind wieder zuhause! Wouhou! 

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Update zum Zombie-lotl

Schon seit einigen Wochen sitzen die Axolotl statt im Aquarium in den Quarantäneboxen. Und das nicht freiwillig! Fizzy ist krank geworden und wie sich zeigte, ist es gar nicht so einfach, wenn ein Exote mal ein Wehwehchen hat. Zum Glück gab es zumindest eine Tierarztpraxis, die bereit war, sich den Fall Fizzy anzuhören und uns ein Antibiotikum gegeben hat.

Rückblick:

Zur Verabreichung musste Menschling 1 (nennen wir es mal „Mama“) das wütende Axo festhalten und Menschling 2 („Papa“)  die Medizin mit einer Spritze ins Maul bekommen. Klingt einfach, war aber richtig anstrengend für die Zweibeiner. Ich habe gespannt verfolgt, wie sie in verschiedene Phasen der Verzweiflung verfielen, während Fizzy ihr Maul fest zu presste. Aber irgendwie haben sie dann doch immer ihren Willen bekommen und das arme Axolotl seine Medizin. Nach zwei Wochen war das Antibiotikum aufgebraucht und Fizzy sah immer noch aus wie zuvor. Düdüm.

Das Zombie-lotl

…Diesen Spitznamen hat das Axolotl von Mama verpasst bekommen, weil Fizzy’s graugrüngelbliche Farbe sie an die Untoten aus „Plants versus Zombies“ erinnert. Wildlinge haben von Natur aus eine graue, schwarzgetupfte Färbung, das Bakterium, das Fizzy krank gemacht hat, führte jedoch zu einer Entfärbung. Wie das funktioniert? Axolotl sind verdammt hart im Nehmen, verlieren sie mal ein Bein oder ein Stück Schwanzflosse, wächst es durch ihre Regenerationsfähigkeit einfach wieder nach. Jedoch besitzen auch Axolotl ein Kryptonit: Ihre Haut ist ziemlich empfindlich. Pilze und Bakterien können ein Axolotl töten, egal wie gut es sich regenerieren kann, denn die Regeneration kostet Zeit und Pilze und Bakterien breiten sich sehr schnell aus. Zunächst wird die äußerste Hautschicht angegriffen, was so gut wie nicht sichtbar ist. Die Farbpigmente der Haut liegen tiefer und bis dorthin hat sich Fizzys fiese Bakterienplage ausgebreitet und die dunklen Pigmente zerstört. Die Folge ist der fahle Teint.

The Cure!

Naja, wollen wir uns mal noch nicht zu sehr freuen, denn überm Berg ist das Axo noch lange nicht. Die sommerliche Hitze ist gerade eine ziemliche Gefahr, da sich das Wasser schnell aufheizt, so dass ständig die Temperatur kontrolliert werden muss. Ab 25 Grad ist nämlich aus die Maus…also, das Axolotl! Aber langsam aber sicher kehren die Tupfen zurück und Fizzy wirkt auch wieder etwas weniger zombiemäßig, sondern sieht einem Wildling schon wieder ähnlicher. Am Schwimmsaum sieht man die dunklen Punkte ganz gut. Auch auf der Nase und an den Seiten wird das alte Wildlingsmuster wieder sichtbar.  (Siehe Pfeile)

Mit ein bisschen Glück kann Fizzy dann endlich zurück in sein Aquarium und ich hoffe sehr, dass mein nächster Axo-Artikel genau davon handelt!

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Warum es so lange gedauert hat, bis die Medizin ihre Wirkung entfaltet hat? Ich bin kein Arzt, ich bin ein Dackel. Aber vermutlich  A.) hat es einfach eine Weile gedauert, bis das Antibiotikum auch dem letzten Bakterium den Garaus gemacht hat und B.) war es nicht äußerlich sichtbar, welche Wirkung die Medizin hatte und bis sich die Haut regeneriert hatte und die Pigmente wieder sichtbar waren, hat es ganz schön gedauert. Auch wenn die Re-Pigmentierung nur an einigen klitzekleinen Flecken sichtbar ist, ist es dennoch ein Hoffnungsschimmer. Fight, Fizzy!

axolotl 2

Endlich Antibiotika!

Was bisher geschah

Vor einer Weile habe ich euch ja von unserer Tierarzt-Odyssee mit dem kranken Axolotl erzählt. So ziemlich jeder Tierarzt bekam spontane Schnappatmung, wenn Frauchen fragte, ob die Praxis denn Axolotl behandle. Von „Was ist das denn für ein Viecht?“ bis „Oooh…also, der Tierarzt in Dings, äh, der und der Stadt, der ist ein Experte auf diesem Gebiet!“ wurden wir dann abgewimmelt. Letztlich half uns dann eine Tierarztpraxis mit einem Abstrichbesteck. Damit konnten die Zweibeiner dann endlich ihren Abstrich machen und ihn zu Exomed schicken, dem Labor für Exoten in Berlin.

exomed

Warten auf Exomed

Dass so eine Laborprobe nicht innerhalb von einem Tag fertig ist, ist natürlich klar. Aber es dauerte fast zwei Wochen, bis der heiß ersehnte Befund dann in unserem Briefkasten steckte. Pilze waren nicht nachgewiesen worden, aber dafür Bakterien. Im Axolotlforum, das uns bisher immer gut beraten hatte, riet man zu einer Behandlung mit Genta- oder Tetramycin. Mit diesem Wissen und den Laborwerten trabten Herrchen und Frauchen erneut zu unserem Haustierarzt. Und wurden herb enttäuscht.

„Lassen Sie es einfach sterben.“

So krass hat es unser Doktor nicht ausgedrückt, aber das war es, was er uns mitteilen wollte. Zuerst mal wusste er gar nicht, in welcher Form er das Antibiotika verabreichen solle und dann riet er dringend von Gentamycin ab. Der Intervall, in dem Gentamycin hilft, ist sehr schmal und die Schwelle zu toxisch ist schnell überschritten. Deswegen riet er uns, gar nichts zu tun. Is ja nur ein Fisch, ne?

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Vorher

Axolotl

heute

Rettung in der Not

Fizzy, das Axolotl, saß währenddessen immer noch in Quarantäne. Abgesehen von ihrer Färbung, merkte man ihr nicht an, dass ihr etwas fehlte. Sie frisst, macht gesunde Häufchen und blubbert weiterhin verärgert, wenn Frauchen sie zum Wasserwechseln in ein Zwischengefäß umsetzt. Ihre Farbe erinnert jedoch etwas an einen Zombie. Früher war sie grau-schwarz-gesprenkelt und am Bauch etwas heller, die typische Wildlingsfärbung. Nun ist das Axolotl mehr Goldling als Wildling, die grauen Punkte sind nun eher im Bereich ocker, die schwarzen Punkte braun und überall dazwischen hellere, braunweiße Flecken. Jetzt gibt es für Fizzy erstmal das Antibiotika. Dazu wird das Axo aus dem Wasser gehoben und bekommt die Medizin ins Maul gespritzt. Klingt jetzt relativ einfach, aber versucht mal ein wütendes glitschiges Seifenstück festzuhalten und dann noch das Maul aufzukriegen! Zum Glück haben Axolotl keine Zähne. (Genau genommen haben sie gar nichts. Nur ein Loch bis zum Magen. Weder Zähne noch Zunge. Dafür können sie aber ihr Maul ziemlich fest zu pressen, sobald die Spritze in Sichtweise kommt.)

Wie es mit dem kranken Axolotl weitergeht, werden wir berichten.

Meine Schwester mit den Kiemen oder Das kranke Axolotl

Bevor Mama und Papa Lucy und mich adoptierten, hatten sie schon drei tierische Mitbewohner: Kyra, die British Kurzhaar und zwei Axolotl. Die Axolotl heißen Murloc (nach den nervigen Froschdingern aus „World of Warcraft“) und Fizzy (nach Fizz, einem Helden aus dem Spiel „League of Legends“) und sind mittlerweile vier Jahre alt. Axolotl sind Schwanzlurche, atmen durch Kiemen und besitzen die erstaunliche Fähigkeit, verlorene Gliedmaßen nachwachsen zu lassen. Heute geht es um Fizzy, den Wildling (den dunkleren Axolotl), denn Fizzy ist gerade krank.

Axolotl albino

Murloc, der Albino-Axolotl (der noch nie krank war, toi toi toi!)

„Axolotl? Was’n das für’n Viecht?“

Diesen Satz hörte Mama vor ein paar Tagen ausgerechnet von unserem Tierarzt. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er in der Gemeinschaftspraxis eher für große Tiere wie Rinder und Schafe zuständig ist und in der Praxis üblicherweise Hunde, Katzen und kleine Säugetiere behandelt. Aquariumbewohner landen selten auf seinem Tisch – und das hat seinen Grund! Kaum ein Tierarzt traut sich an ein Tier, das Kiemen hat und an einen Exoten wie gewisse mexikanische Schwanzlurche gleich gar nicht.  Nur brauchten wir einen Tierarzt, denn Fizzy, das Axolotl, ist wahrscheinlich krank.

axolotl wildling

Axolotl-Odyssee

Fizzy wird liebevoll das Problem-lotl genannt, denn (als Lucy und ich noch Quark im Schaufenster waren) sie war als Teenager schon einmal krank. Sie war ganz blass und apathisch und dann bemerkten meine Eltern einen riesigen Pickel auf ihrem Kopf, der durch die Tupfen der Axolotlhaut kaum sichtbar waren. Ihre erste Reaktion war natürlich den Tierarzt anzurufen – und dort wurden sie abgewiesen. Die Ärztin wollte den Axolotl nicht behandeln und noch nicht einmal ansehen, verwies aber auf einen anderen Kollegen in einer anderen Stadt. Dieser wurde als Nächster angerufen und wusste gar nichts von seinem Glück, ein angeblicher Exotenspezialist zu sein und wimmelte sie ebenfalls ab. Was nun? Als letzte Chance für das Axolotl mit dem Pickel sahen Mama und Papa nur noch die Uniklinik. Die war weit weg und fragt lieber gar nicht, wie Papa fahren musste, damit Fizzy in seiner mit Wasser gefüllten Transportbox nicht zu sehr herumgeschleudert wurde. (Mamas Hose war trotz vorsichtigem Fahren danach klitschnass.)

axolotl hat beule am kopf

Die helle Stelle am Kopf war eine Beule, vergleichbar mit einem Pickel

In der Klinik wurde Fizzy dann operiert. Jedoch wäre das beinahe schief gegangen. Verwendet wurde nämlich Isofluran, was von Axolotln oft nicht vertragen wird. Am Ende heilte die Beule jedoch ab und Fizzy fraß auch wieder Mückenlarven, was ein wenig aussah, wie ein Teller voller Spaghetti. Sich windender Spaghetti. Doch dann, eine Woche später, wuchs dem Axolotl auf der anderen Seite ein weiteres Horn! Dieses Mal erreichten die Menschlinge eine Tierärztin, die keine Angst vor dem wilden Exoten hatte, jedoch leider keine Ahnung von den empfindlichen Tieren besaß. So drückte sie das Pickelchen kurzerhand aus! Bei Lebewesen mit einem harten Schädelknochen (Euch! Ich rede von euch pickeligen Menschengesichtern!) ist es kein Problem, einfach das kleine gelbe Ärgernis auszudrücken. Doch bei Axolotln besteht die Gefahr, das Pickel direkt in den darunterliegenden Hirnstamm zu quetschen und das ist selbst für einen Axolotl mit all seinen Regenerationsfähigkeiten, zu viel. Zum Glück überlebte Fizzy auch diese falsche Behandlung, jedoch verloren ihre Eltern jegliches Vertrauen in Tierärzte. Stattdessen fanden sie unerwartet Hilfe- im Forum!

Wenn das Forum plötzlich mehr helfen kann, als der Tierarzt

Die Foren sind ja oft eher ein Schlachtfeld an Meinungsverschiedenheiten, die hart wie Glaubenskriege geführt werden. Jeder, der einmal in einem Hundeforum eine leichtsinnige Frage wie „Lieber Halsband oder Geschirr?“, „Soll ich meinen Hund kastrieren lassen?“ oder „Welche Ernährung ist für meinen Hund am besten?“ gestellt hat, weiß, dass man sich am besten selbst eine Meinung bildet und anhand der individuellen Hundebedürfnisse abwägt, was für den eigenen Fiffi das Beste ist. (Mütter kennen das Problem mit Kinderforen. Hallo Steph. 😛 ) Oft wird der Ton dieser virtuellen Diskussionen schnell unsachlich, die Hunde/Kinder gehören der Halterin/Mutter sofort weggenommen und anzeigen müsste man die sowieso! Doch das Axolotlforum ist eine Oase der Gelassenheit. Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen, doch bisher wurden diese immer sehr zivilisiert vorgetragen. Da Axolotl exotische Haustiere sind, ist man als Halter auf einen Erfahrungsaustausch in der Community angewiesen und Fizzy konnte schon von den Ratschlägen der versierteren Axolotlhaltern provitieren. Wer jahrelang Axolotl gehalten hat, lernt ihre Wehwehchen und Probleme anders kennen, als ein Tierarzt, der in seinem Studium ein Kapitel zum Thema Axolotl gelesen hatte und das letzte Axolotl eingelegt in Formaldehyd in einem Naturkundemuseum gesehen hat, geschweige denn selbst schon behandelt hat. Was Hunde angeht, ist das natürlich anders, denn anders als die Exoten, gehört der treue Vierbeiner zu den am häufigsten behandelten Tieren.

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Wie man einen Abstrich bei einem Axolotl macht

Jetzt, drei Jahre später, ohne Beulen und anderen Axolotl-Problemen, bekam Fizzy plötzlich weiße Flecken. Sie befanden sich direkt auf der Haut und ließen sich nicht abreiben, abgesehen von der sich verändernden Farbe, benahm sich Fizzy normal. Sie fraß und machte normale Häufchen und blubberte erbost, als sie in eine Quarantänebox gesetzt wurde. Aus dem letzten Mal hatten die Menschlinge gelernt, dass Tierärzte, die Ahnung von Axolotln haben, ungefähr so selten sind wie Seen, in denen wilde Axolotl leben. Was macht man nun mit dem kranken Axolotl? Zunächst sollte man das kranke Axolotl in Quarantäne setzen und einen Abstrich der Haut machen. Dafür benötigt man ein steriles Abstrichbesteck mit Transportmedium. Dieses sollte man eigentlich in der Apotheke oder beim normalen Tierarzt kaufen können – eigentlich. Drei von vier Tierärzten hatten kein Abstrichbesteck und auch in der Apotheke reagierte man auf die Frage nach dem Abstrichbesteck mit „…Was?!“. Schließlich fand sich der Tierarzt eines Zoos, der uns ein Abstrichbesteck geben konnte. Die einzige Alternative wäre eine Onlinebestellung gewesen, die aber natürlich Zeit kostet und die war knapp.

Der Abstrich funktioniert folgendermaßen:

  • Das Abstrichbesteck wird ausgepackt und darf NIRGENDWO anstoßen, damit es steril bleibt!
  • Die Spitze des Abstrichbestecks sieht ein bisschen aus wie ein Wattestäbchen. Sie wird mit vorsichtigem Druck an der Haut des Axolotls entlanggerieben, das Axolotl muss dafür aus dem Wasser gehoben werden. Empfehlenswert ist es, das zu zweit zu machen!
  • Die Wattestäbchenspitze wird, ohne an die Innenseite des Röhrchens zu stoßen, wieder in das Transportmedium gesteckt.
  • Der Abstrich wird nach Berlin geschickt, in ein Labor namens Exomed, speziell für Exoten, gemeinsam mit einem ausgefüllten Formular, welche Untersuchung gewünscht ist.

Auf YouTube gibt es dazu auch ein How-To-Video.

Danach musste Fizzy in ein Dauersalzbad. Ja, genau, ein Süßwasserbewohner in einem Salzbad! Mama hat, als sie das erste Mal davon gehört hat, genauso geschaut, denn sie hatte ja im Biologieunterricht gelernt, was mit Süßwasserfischen in Salzwasser (oder umgekehrt) passiert.  Salz hat eine hygroskopische Wirkung und entzieht damit Süßwassertieren, die keine spezielle Anpassung ihrer Haut besitzen wie Salzwassertiere, Flüssigkeit. Die Salzkonzentration des Dauersalzbades (1 Teelöffel jodfreies Salz auf zehn Liter Wasser)  ist jedoch sehr niedrig und entspricht in etwa der physiologischen Kochsalzlösung, also der Salzkonzentration im Blut. Axolotl leben normalerweise in Wasser mit niedrigerem Salzgehalt, aber hier ist eine leichte osmotische Wirkung gewollt. Zum einen bremst es einige Mikroorganismen aus dem Wasser etwas aus, zum anderen soll die Hautoberfläche leicht permeabilisiert werden, was den Heilungseffekt verstärkt, da neue Haut gebildet wird.

axolotl hat weisse flecken pilz bakterien

Fizzy mit hellen Flecken bisher unbekannter Ursache

Und genau dort sitzt Fizzy jetzt.  Bis die Ergebnisse aus dem Labor da sind, heißt es Abwarten und Salzlösung schnappsaugen. Im günstigsten Fall handelt es sich um harmlose Bakterien, die Fizzy nur heller färben, aber nicht schaden. Bis dahin haben meine Eltern Zeit, das Aquarium komplett neu zu gestalten, komplett zu putzen, neue Pflanzen reinzusetzen und Fizzy eine schöne Überraschung zu machen, wenn sie aus der Quarantäne zurück in ihr Zuhause darf. Ich beobachte ihr Gewusel mit kritischen Blicke und schnüffle fasziniert an Mamas Gummihandschuhen, wenn sie das Axolotl angefasst hat. Ich drücke meine Pfoten, dass meine große Schwanzlurchschwester bald wieder gesund ist und in meinem persönlichen Fernseher/Aquarium wieder schwimmen kann.

Ein dackeliger Rückblick

 Mein letzter Bericht ist ja schon eine ganze Weile her und das ist allein die Schuld meiner faulen Sekretärin. Nun, eigentlich hat diese gerade kaum Zeit durch ihre Klausuren und verbringt jede übrige Minute damit, uns zu betüdeln, deswegen will ich gar nicht meckern, doch trotzdem freue ich mich schon darauf, wenn sie den letzten Test hinter sich hat und wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dinge hat… wie zum Beispiel Lucy und mich! Was aber haben wir denn so erlebt in den letzten, bloglosen Wochen?

Kein Hundewetter

20160423_1603151Der Sommer schien auf die Uhr gesehen zu haben und seine Verspätung bemerkt zu haben und diese durch extreme Hitze wieder gut machen zu wollen. Es war so unendlich heiß in unserer Wohnung unter dem Dach, dass Lucy und ich an den kühlen Fliesen klebten und uns das ein oder andere Häppchen Eis servieren ließen. Zum Gassi hatten wir gar keinen richtigen Bock, so dass Mama  am Morgen und am Abend mit uns lief und am Nachmittag nur kurz mit uns auf die Wiese ging. Trotzdem hechelten wir nach ein paar Metern, denn der Asphalt war für tiefergelegte Hunde wie uns immer noch recht aufgeheizt. Allerdings war es nicht so, dass es so heiß blieb. Als ob jemand an einem An-Aus-Schalter herumspielte, war es mal einen Tag brütend heiß, wie es sich für einen Sommer gehört, nur um am nächsten Tag kühl und regnerisch zu sein, dass der November blass vor Neid geworden wäre. Ich glaube, ich muss nicht sagen, wie unzufrieden Lucy war?

Tiefseemonster- Livekino

img-20131011-wa0002Die Einzigen, die es in unserer Wohnung bei 17°C konstant kühl hatten, waren unsere Mitbewohner im Aquarium. Eigentlich haben wir mit den Seegurken nicht viel zu tun. Wir wissen, sie leben da im Wasser und latschen mal von A nach B, aber wirklich interessant sind die langsamen Tierchen für uns Dackel nun nicht. Allerdings hat Mama bei den beiden Axos das Wasser gewechselt und dazu mussten die beiden „umgetopft“ werden und so beobachteten wir halb neugierig, halb argwöhnisch, was da zappelndes in der Riesentupperdose steckte. Allerdings durften die beiden Axolotl dann nach zwei Tagen, in denen ihr Aquariumwasser ausgetauscht und durchgefiltert worden war, wieder zurück in ihr Zuhause und sind aus Dackelsicht wieder unsichtbar und für uns so uninteressant wie zuvor. Jedoch gingen wir mit einem anderen Haustier auf Tuchfühlung…

Partnerlook

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Mama hatte Geburtstag und ist nun aus Hundesicht ein Greis. Und eigentlich schon lange tot. Aber weil sie zum Glück ein Menschling ist, lebt sie noch und ist noch so fit wie ein Turnschuh… ein Turnschuh, den ich in meiner Zahnwechselphase erwischt habe. Ähem! Ja, also unsere Mama ist ein weiteres Jahr gealtert und dank unseres Onkels, ihrem Bruder, hat Lucy nun ein cooles neues Halsband, das dasselbe Muster hat wie eines von Mamas Kleidern! Mama hat sich sehr gefreut und findet den Partnerlook zu Lucy total toll. Lucy erträgt es mit Würde.

Die Allüren einer alten Dame

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Kyra hatte ebenfalls Geburtstag und wurde zehn Jahre alt. Für eine Katze ist das langsam der Eintritt ins Rentenalter und Kyra entwickelte schon vor ihrem Geburtstag seltsame neue Verhaltensweisen. So wurde ich, als gutaussehender junger Rüde, schnell Zielscheibe ihres Verlangens und wusste gar nicht, was ich davon halten sollte. Nun hat sie eine neue Idee: Versteckspielen. Mal war sie hinter dem Schreibtisch verborgen, mal im Kleiderschrank und am liebsten versteckt sie sich nun unterm Fernseherschrank. Allerdings findet sie es gar nicht toll, wenn wir sie dann entdecken und ihr Versteck verraten. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir ein bisschen zu stürmisch für ihren Geschmack sind.

Ansonsten…

… haben wir das Übliche gemacht. Wir haben gebuddelt, waren im Fluss planschen, waren im Wald spazieren und haben den ein oder anderen Trick geübt. Ich hoffe, meine Sekretärin schafft es in nächster Zeit wieder, produktiver zu sein und meine Heldentaten aufzuzeichnen. Bis dahin kau ich noch etwas an meinem Geweih und entspanne mich. Hab ich ja auch dringend nötig.

Bis bald, euer Bud!

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