Wellness-Wochenende ohne Eltern II

Dackelige Babysitter

Die ganze Woche schon hatten sich die Zweibeiner komisch benommen, was ein Indiz dafür war, dass etwas Interessantes bevorstand. Als dann unsere Leckerliebestände aufgestockt wurden, war ich mir dann sicher: Was auch immer es war, ich würde Kekse bekommen! Am Freitagmorgen dann war es soweit. Es klingelte an der Tür und Opa Niels und Oma Mella standen davor! Jedoch gingen kurz darauf Mama und Papa weg. Der Fall war ganz klar, wir hatten einen  zwei Babysitter.

Ein Tag mit Oma und Opa

Natürlich war es sehr aufregend, unsere Großeltern nun ganz für uns allein zu haben! Nur war ich echt noch ziemlich müde vom frühen Aufstehen und musste mit Lucy zusammen auf der Oma ein ausgiebiges Schläfchen machen. Unser Frühstück hatten wir schon von Mama (viel zu früh) am Morgen bekommen, aber da war ja noch die gefüllte Leckerliedose. Gassi sind wir auch gegangen mit Oma und Opa, wo mir dann, wie so oft in letzter Zeit, der verlockende Hündinnenduft in die Nase stieg. Dadurch vergaß ich glatt mein Häufchen zu machen! Aber es wäre sowieso nicht gegangen, denn es war graues nasses Wetter, da verkneife ich es mir so lange es irgendwie geht. Lucy dagegen hatte längst die Leckerchen erschnüffelt, die mit auf unseren Spaziergang genommen worden waren, und erinnerte sich gleich an die Regel aus unserer Welpenzeit: Wer fein macht, kriegt’n Keks. Gesagt getan, Lucy mühte sich bei jedem Spaziergang ab, weil sie auf eine Belohnung hoffte.

Lucys Schandtaten

Oma und Opa blieben sogar über Nacht bei uns. Ganz offensichtlich gehörten die beiden Zweibeiner jetzt mir! Wenn noch meine Eltern zurückkommen würden, hätte ich dann vier Menschlinge! Das würde natürlich viel Arbeit werden, gerade, wenn ich mit allen Vieren dann Gassi gehen müsste, aber ich war wie immer zuversichtlich. Bin ja ein Dackel. Lucys Feng Shui schien dagegen von der Veränderung verwirrt zu sein oder aber sie hatte beim letzten Gassi etwas Elementares vergessen, jedenfalls war sie sehr sehr ungezogen und machte eine der frischbezogenen Decken nass. Schon beim bloßen Anblick davon konnte ich Mama meckern hören. Zum Glück waren unsere Großeltern nicht böse auf uns. Lucy hatte schon vorher am Abend Mist gebaut und sich schnell ein paar Chips vom Tisch geschnappt, als Oma und Opa gerade außer Sichtweite waren. Ich schüttelte den Kopf, während ich schnell ein bisschen von ihrem Diebesgut verschlang, das war echt sehr ungezogen von Lucy, wirklich. ICH dagegen war die ganze Zeit total brav, aber ich bin ja auch nicht umsonst der fantastische Bud.

Wieder vereint

Samstag, gegen Mittag, tauchten die zwei Streuner (Mama und Papa) wieder auf. Sie hatten sich offensichtlich in Parfüm gewälzt und sahen erledigt aus, aber das haben sie davon, wenn sie einfach stiften gehen. Den Rückruf sollte ich wirklich mal mit den beiden üben! Weil man sich ja aber immer freuen soll, wenn der Menschling dann zurückgelaufen kommt, begrüßten wir unsere Eltern mit ausgelassenen Sprüngen und wedelten wie verrückt. Früh um Vier hatten unsere Großeltern entschieden, Gassi zu gehen. Buäh. Also, DAS würde ich ihnen wohl abtrainieren müssen. Dann ging auch noch Opa weg und wir hatten nur noch Oma Mella. Wahrscheinlich hatte es Opa zu lange gedauert, dass unsere Eltern weg waren und war losgezogen um sie zu holen. Er kam dann auch ein paar Stunden, nachdem unsere Eltern wiedergekommen waren, nach Hause. Froh, dass Mama und Papa zurück waren, konnten wir ein Schläfchen machen. Die beiden erzählten, dass sie auf einer Hochzeit gewesen waren.

~ An dieser Stelle: Liebe Dani, lieber Mirko, auch nochmal von Lucy und mir alles Gute zur Hochzeit! 🙂 ~

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Ich HOFFE, unsere beiden Menschlinge haben sich gut benommen, ohne einen Dackel an ihrer Seite, der auf sie aufpasst.

Natürlich erfuhren Mama und Papa dann auch von Lucys Verfehlungen, obwohl Oma Lucy hatte retten wollen, was die Decke anging. Ich glaube, Lucy muss, um das wieder gut zu machen, nächste Woche die Wäsche machen. Als Opa dann wieder da war, nahm er dann die Oma wieder mit. Schade, ich hätte bestimmt auch vier Menschlinge gut versorgen können, aber Pissnelke Lucy musste sie ja vergraulen. Trotzdem hatten wir viel Spaß und bedanken uns alle vier bei Opa Niels und Oma Mella für das tolle Babysitting! 🙂 

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Von Osterhasen und Kartoffelsalat

Die Menschlinge feiern in diesen Tagen Ostern. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber es hat mit gekochten Eiern und Hasen zu tun. Und gerade die Hasen sieht man überall! 

Letztes Jahr, während unseres Praktikums, hat man aus Lucy sogar einen Hasen gemacht! Jedenfalls teilweise, denn sie haben ihr Hasenohren aufgesetzt. Ich glaube, sie dachten, Lucy würde dann besser hören. Als ob das bei einem Dackel genützt hätte! 🙂

Heute, am Ostersonntag, waren wir bei Papas Oma. Ich liebe es, in ihrem Wohnzimmer herum zu tollen, denn dort liegt weicher Teppichboden. Zum einen rutscht man dort nicht so beim Rennen und zum anderen kann man sich wunderbar wälzen. Die vielen Leckereien, die ihren Weg in mein Mäulchen finden, was mir – und der verfressenen Lucy- gut gefällt, natürlich auch! 

Nachdem wir eingetrudelt waren und Lucy und ich aufgeregt alle Familienmitglieder gebührend begrüßt hatten, ging es plötzlich wieder raus. Nanu? Gassi? Aber wir waren doch gerade erst! Die Zweibeiner begannen plötzlich zu suchen und fanden überall im Garten Eier, Schokolade und andere Sachen. Dank unserer überragenden Dackelnase spürten wir jedes Versteck auf. Danach ging es wieder zurück in die warme Stube und ich konnte wieder auf dem Teppich spielen.

Die Menschlinge waren unterdessen nicht faul… soll heißen, zumindest Papas Großeltern waren es nicht, der Rest hatte die Couch erobert… und bereiteten das Essen vor. Ich sah viele gute Sachen in den Menschenmündern verschwinden und dachte mir, dass das Frühstück schon eine Weile her war.  (Lucy und ich hatten zu Ostern etwas tolles zu essen bekommen, wir waren ganz aus dem Häuschen! Ich verrate aber lieber nicht, was es war, manche Zweibeiner haben eine niedrige Ekelschwelle. Nur soviel: es war eine Delikatesse aus dem Barfladen.)  Schneller als ich gucken konnte, war das Essen verputzt und die Zweibeiner wieder auf der Couch. Das übrige Essen verschwand in der Küche, alles, außer einer Schüssel Kartoffelsalat. Die wurde mit Alufolie abgedeckt und im Flur deponiert, damit man auch daran dachte, sie mit zu nehmen. Ich wusste von der Schüssel nichts. Wir lagen alle in verschiedenen Stadien der Mattheit auf dem Sofa. 

Papas Oma kam in diesem Moment der Gedanke an Nachtisch und beschloss, Eis aus dem Keller zu holen. Als Gentleman ging ich, unbemerkt, mit und schaute mich bei dieser Gelegenheit gleich etwas im Haus um. Im Flur stieß ich plötzlich auf den Kartoffelsalat. Er stand auf dem Boden und befand sich in einem napfähnlichen Gefäß, damit war die Sache klar: Der musste wohl für mich gedacht sein. Mir fielen die Menschlinge im Garten wieder ein, die überall Essbares gefunden hatten- jetzt wusste ich, wieso der Kartoffelsalat hier stand, der Osterhase hatte ihn für mich versteckt. Eigentlich esse ich lieber Fleisch, aber ich wollte ja nicht unhöflich sein und machte mich über den Salat her. Mittlerweile war meinen Eltern mein Verschwinden aufgefallen und sie suchten rufend nach mir. Fröhlich lief ich zu ihnen, doch auch der Kartoffelsalat kam ihnen nun in den Sinn. Zweierlei überführten mich: die sorgsam beiseitegelegte Alufolie und der Mayonnaiseduft aus meinem Maul. Also, ich finde Ostern und die versteckten Leckereien total toll. 


Euch allen noch ein schönes restliches Osterfest und einen ebenso fleißigen Osterhasen wie mir! 

Dackelparty

Was ist besser als ein Dackel? Na logisch, fünf Dackel! Balduins Eltern veranstalteten eine Umzugsparty, zumindest behaupteten das die Menschlinge. Doch bald stellte ich fest, dass es in Wirklichkeit eine Dackelparty war!

Joko, ganz erstarrt vom Dualknutschen von Baldi und mir :-* :-*

Die anwesenden Teckel waren:

  • Natürlich mein Bruder Balduin, dem Hausherren, wie ihr wisst, ein Schwarztiger- Standarddackel-schwarztiger
  • Joko, Balduins bester Kumpel vom Hundetraining,  ein Brauntiger-Standard mit einer coolen Zeichnung im Gesicht, die wie eine Maske aussieht 
  • Mylow, Jokos Adoptivbruder, ein Raukurzhaarmischlingszwerg, der immer fröhlich schaut 
  • Lucy, als einziges Mädchen

  • Und natürlich ich 

Auf Schnüffelkurs

Zunächst war ich ganz verwirrt, denn wie Rüden rochen die beiden Dackel nicht, doch ganz offensichtlich hatten sie einen Weewee! Etwas anderes Elementares fehlte dagegen. Mama sagte, die beiden seien kastriert, so wie Lucy. Mhh. Sehr seltsam, das Ganze.

Nachdem ich meine Verwirrung überwunden hatte und die beiden Jungs eingehend beschnüffelt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass ich ab jetzt unsterblich in Mylow verliebt bin. Zumindest verfolgte ich ihn die ganze Zeit wie ein Taubenmann und spielte den ganzen Abend mit ihm.

Auch Joko, den hübschen Brauntiger, fand ich faszinierend, aber er schien sich etwas unschlüssig zu sein, ob er mich jetzt leiden konnte oder nicht. Er zeigte mir die Zähne, spielte aber im nächsten Moment mit mir. Die meiste Zeit hing er aber mit Balduin herum. (Die beiden haben wohl eine Tigerdackel-Gang gegründet.)

Die Tigergang. Es fehlen nur die Lederjacken und die Motorräder.

Lucy nutzte die Gunst der Stunde und saß auf irgendjemandes Schoß (vorzugsweise natürlich ihren Lieblingsonkel Felix, den sie ganz besonders liebt, und auf dem von Papa) und aß viele Leckerlies. Ab und an stiefelte sie zu uns Jungs rüber und suchte Krümel, das verfressene kleine Ding. Mama und Lucy hatten sogar extra ihre Outfits aufeinander abgestimmt:

Das ist übrigens meine Mama.

Es war ein ziemliches Gewusel, wir sprangen über das Sofa und über die Körbchen hinweg, die Tante Heidi vorsorglich bereit gestellt hatte und rannten unter dem Tisch hindurch. Die Menschlinge hatten Kino und wir hatten Spaß.

Die Wohnungstaufe

Mamas größte Sorge war gewesen, dass wir uns auch ja benehmen! Ich war auch der brave Junge, aber naja, das wisst ihr ja. Das Unglück nahm seinen Lauf, als so ziemlich alle Gäste da waren. Balduin hat nämlich einen Bruder, der mit ihm in der Wohnung lebt und der saß unter der Couch. Fussel, so heißt er, ist ein großer schöner roter Kater und ist etwas älter als wir. Lucy hatte als Minihund einen guten Blick unters Sofa und blickte in ein rotes unzufriedenes Katzengesicht in nächster Nähe. Als dann noch eine Pfote auf ihre Nase tatzte, war es aus. Sie rannte quiekend und bellend davon, direkt in Papas Arme, jedoch hatte sie vor Schreck die Kontrolle über ihre Blase verloren. Kennt ihr diese Manakin-Piss-Springbrunnenfiguren? So ungefähr sah Lucy aus. Papas gutes Hemd und seine Hose wurden nass und warm. Er verbrachte den Rest der Party dann in einer geliehenen Jogginghose und einem T-Shirt von Onkel Felix. Der Rest wurde schnell vom Boden aufgewischt. Lucy, zitternd wie Espenlaub, verarbeitete ihren Schock durch Würstchen und der Kater wurde dann während einer kurzen Gassipause in einen anderen Raum evakuiert. Bevor wir aber draußen waren und gerade angeleint wurden, dachte sich Mylow, der Herzensgute, dass er die arme Lucy nicht einfach mit ihrem Schmach sitzen lassen konnte und opferte sich, indem auch er schnell ein Pfützchen machte. Lieb von ihm. Nur Balduin und ich hatten bis zum Ende der Dackelparty nicht reingepullert. Zum Glück war Tante Heidi nicht sauer und hatte trotz Maleurchen ganz viele Leckereien für uns. Eingeweiht wurde die neue Wohnung auf jeden Fall.

Von links nach rechts: Buddy, Mylow, Lucy, Joko und Balduin

Fast bis Mitternacht war ich nur am Spielen, danach mussten wir heim. Ich war so müde, dass ich quasi, während ich ins Bett kletterte, schon einschlief und auch den folgenden Tag nur am Pennen war. Lucy war auch hundemüde vom vielen Betteln. Es war auf jeden Fall super und ich habe zwei tolle neue Dackelfreunde kennengelernt. Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder! 🙂

Ein Rückblick und budiges Silvester

Das Jahr ist also vorbei. Schon wieder. Es hatte seine Höhen und auch seine Tiefen, auf jeden Fall war es nicht langweilig. Doch bevor 2017 an die Tür klopft, rekapitulieren wir doch mal unser Jahr!

2016: Ein Rückblick

  • 2016 begann mit Mamas Praktikum bei salamandr und ich wurde der coolste Bürohund aller Zeiten und Lucy zum Model-Dackel. Außerdem feierten wir mit meinem Kumpel Finn eine Übernachtungsparty. Lucy schlug einen Fremden in die Flucht, der Mama zu Nahe gekommen war und ich musste in die Hundeschule.

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  • Im Mai heirateten Baldis Eltern und unsere Eltern verbrachten zum ersten Mal eine Nacht ohne uns. Ich glaube, sie haben es ganz gut verkraftet, Lucy und ich hatten es in der Zeit gut bei unserer Tante Lisi. Im Juni erfuhren wir vom Verbleib eines anderen Bruders von mir, Bodo! Er hat ein schönes Zuhause mit zwei weiteren Dackeln.

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  • Im August lernten wir noch einen Dackel kennen: Nico. Er lebt nun in unserer Nachbarschaft und ist ziemlich cool. Außerdem zog mein Blog auf wordpress um und Mama wanderte mit uns einen ganzen Tag bis zur Burg Kriebstein. Im September hatten Lucy und ich unseren 2. Geburtstag und meinen Ehrentag feierten wir bei Oma an der Ostsee. Der Urlaub war super gewesen, Spiel und Spaß am Strand, Oma, Sina und mein neuer Kumpel Max, der Langhaardackel.
  • Oh, und ich hatte ein Rendezvous mit dem Corgi Nami, die mit ihrem Frauchen (einer alten Freundin von Mama) und ihrem Herrchen gerade im Lande waren. Im November besuchten wir noch einmal Oma. Es war sehr stürmisch stürmisch da oben am Meer! Unsere kleinen Öhrchen flatterten nur so im Wind!
  • Im Dezember wurde „Best of Iss’n Rüde und andere Geschichten“ veröffentlicht und damit auch zwei Kurzgeschichten über Lucy und mich. Außerdem erfreuten wir uns an den schönen Dingen der Weihnachtszeit, wie unserem Adventskalender, dem Nikolaustag und natürlich dem Weihnachtsfest mit vielen Leckereien und Geschenken für uns. Leider hatte der Dezember nicht nur Gutes für uns, denn Mamas Oma starb sehr plötzlich. Natürlich sind wir als vorbildliche Hunde damit beschäftigt, sie zu trösten und auf andere Gedanken zu bringen.

Dackelige Silvesternacht

Und jetzt? Jetzt sitze ich am Fenster und betrachte das Feuerwerk. Einige fangen schon sehr früh an mit der Knallerei, schon bei unserem nachmittäglichen Gassi hörte man es von überall krachen. War mir schnuppe. Bin doch furchtlos. Lucy und ich bekommen als Silvester-Snack Hühnerhälse und unsere Eltern speisen vom Raclette. (Da bekomme ich hoffentlich auch ordentlich was ab!)

Euch allen und euren Hunden -jaaa, und auch den Katzen!- wünsche ich einen guten Rutsch (Im metaphorischen Sinne. Fallt nicht hin! Es ist glatt!) und ein gesundes, frohes, neues Jahr! 

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We wish you a merry Dackel -mas!

Na Leute? Habt ihr mich vermisst? Die letzten Tage war ich damit beschäftigt, Geschenke auszupacken und Leckereien zu essen, genau wie Lucy. Schöne Weihnachtszeit!

Der Dackel und der Heiligabend

Der Morgen lief für mich super… zunächst. Wir gingen in den Wald und machten eine kurze Pause zum Buddeln. Die Erde war durch den Dauerregen schon sehr aufgeweicht und es fiel mir schwer zu graben, denn klebriger Schlamm verwandelten meine Vorderfront in einen Golem. Ich war sehr zufrieden, Lucy rannte ebenfalls fröhlich über die matschigen Wiesen, doch der Menschling hatte Pläne. Bevor meine Schlammmaske ganz getrocknet war, saß ich schon mit Shampoo im Fell unter einem unbarmherzigen Wasserstrahl. Weil Vanilleduft nicht reichte, massierte Mama noch Hundehaaröl in meinen Pelz. Nun roch ich so gut, wie sie fand, dass sie pausenlos an uns schnupperte. Bekleidet mit unseren Gut-Ausgeh-Halsbändern ging es dann los.

Geschenke!

Das erste Weihnachtsgeschenk hatten wir schon vor dem Fest öffnen dürfen, denn es war von Lucy’s Patentante. Tante Vivi hatte wieder ein großes, duftendes Paket geschickt und wir packten voller Freude unsere Geschenke aus. Für mich war ein Stoffhund dabei und Lucy bekam ein riesiges rosafarbenes Einhorn. Wir waren beide fasziniert und sind beide scharf auf unser neues Plüschtier. (Foto folgt!)

Das nächste Geschenk durften wir am Morgen des Weihnachtsabends plündern, es war von unserer Oma. Was darin war? Würstcheeeen!

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Am Abend ging die Bescherung weiter. Der Weihnachtsmann kam! Da Lucy letztes Jahr so große Angst gehabt hatte, durfte sie dieses Mal mit dem Weihnachtsmann hereinkommen und siehe da, sie blieb ganz ruhig. Obwohl der Weihnachtsmann laut war und polterte, blieben wir ruhig und warteten gelassen. Und zur Belohnung zauberte der rot gekleidete Mann dann auch zwei Päckchen mit unseren Namen drauf aus dem Sack! Onkel Bogi schenkte Mama einen coolen schmiedeeisernen Napfhalter in Dackelform, aus dem wir standesgemäß speisen können.

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Dackel auf Diät

Abgesehen von den Geschenken bekamen wir viele gute Bissen ab, denn in dieser Gegend ist es üblich, zu Weihnachten Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat zu essen. Von den Würsten schnabulierten wir den ein oder anderen Happen. Außerdem waren da Hundeplätzchen, die Mama gebacken hat, Trockenfisch von Tante Vivi und getrocknete Rinderlunge. Mhhh! Darben mussten wir definitiv nicht, nur werden wir wohl über die Feiertage etwas zugelegt haben. Bei mir ist das nicht schlimm, denn ich bin ein sehr schlanker junger Rüde, aber Lucy nimmt schon vom Angucken zu und sie schaut den Braten seeehr lange an. Im neuen Jahr blüht ihr also eine Diät!

Nach den Feiertagen ist vor den Feiertagen

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Nachdem sich die Zweibeiner in den letzten Tagen vollgestopft hatten, waren auch wir zum Essen eingeladen bei unseren Großeltern in Döbeln. Es war ein toller Tag und wir naschten erneut viele Snacks und bekamen noch ein Überraschungsgeschenk! Nach all der Aufregung schliefen wir dann zu Hause gleich wie die Steine. Zwar war diese Zeit wieder sehr aufregend und anstrengend für uns kleine Dackel gewesen, aber es war auch sehr schön gewesen. Was gibt es schon schöneres als gemeinsam mit seinen Menschen etwas zu unternehmen? Ich hoffe, eure Weihnachtstage waren ebenso schön!

P.S.: Der nächste Feiertag wird Neujahr sein, wie wir Silvester verbringen, haben uns die Menschlinge aber noch nicht verraten. Vielleicht wieder mit meinem Bruder? Wir werden sehen!

So langsam weihnachtet es

Jedes Jahr, wenn es langsam kälter wird, ergreift die Menschlinge ein kollektiver Wahnsinn. Sie beginnen unsere Wohnungen umzukrempeln, während wir noch gemütlich ein Nickerchen auf der Couch halten. Augen wieder auf: Alles glitzert und leuchtet und duftet und wenn man’s fressen will, hört man nur ein „Nein, Aus, Bud!“. Sie beginnen Essen zu horten und Plätzchen zu backen und jammern, wenn es nicht schneit. Fällt dann doch noch Schnee, jammern sie, weil sie mit ihren Abenteuermobilen nicht drüberfahren möchten und buddeln auf umständlichste Weise mit großen breiten Schneeschippen den Schnee wieder weg. Aber auch, wenn die Weihnachtszeit etwas paradox ist, gibt es dennoch auch sehr tolle Dinge darin!

Der Adventskalender

Weil vielen Menschlingen das Zählen nicht so liegt, haben sie den Adventskalender erfunden. Jeden Tag bis Weihnachten kann man so etwas öffnen, sei es Türchen, Säckchen oder in unserem Fall Röllchen. Oftmals verbirgt sich Essbares im Inneren eines solchen Zählinstruments, was ich außerordentlich gut finde. Mama hat uns einen gebastelt, weil sie meint, die gekauften seien so voll Zucker. (Ja, ich glaube, sie weiß selbst, wie sie sich anhört.) Da wir aber eh zu zweit sind, hat Mama einen Kalender aus mit Geschenkpapier überklebten Klopapierrollen gemacht, in dem je zwei kleine Leckerbissen warten. Jeden Tag dürfen wir nun abwechselnd eine Rolle aussuchen und dann öffnen. Damit nicht ein gieriger Dackel alles bekommt und der andere leer ausgeht, nimmt Mama erst ein Leckerchen raus, macht die Rolle wieder zu, lässt sie einen von uns öffnen (verschlossen sind die Rollen mit dem überstehenden reingestopften Geschenkpapier) und danach wird das 2. Leckerlie wieder in die Rolle gesteckt und der andere Dackel darf von der anderen Seite auch noch sein Kekschen befreien. Es ist gar nicht so einfach mit zwei Dackeln, aber Mama ist ja kreativ.

Der Nikolaus!

Einmal im Jahr, so erzählt man sich, bricht einer in das Haus ein um Menschlingsschuhe und Hundenäpfe mit Leckereien zu befüllen. (Näpfe verstehe ich ja, aber Schuhe??? Wo die Menschlinge ihre Füße reinstecken? Hat der Kerl keinen Geruchssinn?!)

Das haben wir jetzt schon zweimal miterlebt, aber haben niemals den geheimnisvollen Spender gesehen! Auch dieses Jahr geschah es über Nacht. Während Lucy und ich friedlich schliefen (okay, sie hat schon gewusst, was da im Flur war und hat die ganze Nacht gequengelt) muss jemand unsere Näpfe befüllt haben, denn als wir am nächsten Morgen aus dem Schlafzimmer stürmten, fanden wir tolle Leckerbissen vor! So beginnt der Tag doch super!

Seltsame Versteckspiele

Kurz vor Weihnachten bricht Chaos aus. Eine Lawine von Plätzchen stürzt aus dem Ofen, Mama räumt mehr auf und putzt mehr als üblich, nur um dann gleich wieder Chaos zu stiften, indem sie alles mögliche in Raschelpapier und Glitzerband einwickelt. Mit nichts davon darf ich spielen! Alles wird irgendwo versteckt. Selbst, wenn ich genau erspäht habe, dass es ein Hundespielzeug oder ein Leckerlie ist. Gemeiiin!

Der Höhepunkt des Wahnsinns

Am 24. drehen sie dann alle durch. Meistens beginnt der Tag mit einem langen Spaziergang und ausgiebigem Training, es folgen Spiel und Spaß. Mh. Sonderbar. Als ob Mama wöllte, dass wir müde werden. Die Pakete, die mit der Post gekommen sind, dürfen nun geöffnet werden und ich darf spielen.Dann gegen Mittag werden wir gebadet/ gebürstet/ geölt (je nachdem, was notwendig ist) und bekommen unsere besten Halsbänder angelegt. Bei mir ist das mein schwarzes Lederhalsband mit Nieten in Dackelform, bei Lucy ist es das Lederhalsband mit den Glitzersteinchen, das uns Tante Vivi geschenkt hat. Die Menschlinge ziehen sich dann auch an und denken, sie würden besser aussehen, aber solange sie keinen Mantel aus Wurst tragen, reißt mich das nicht vom Hocker. Der Abend besteht dann aus einer Feier mit der Familie, mehr dazu, wenn es soweit ist. Nur so viel: Ich bekomme ENDLICH meine Geschenke, alle streicheln uns und ich kriege Leckerbissen ohne Ende. Die Menschlinge haben einen Baum reingeholt, den keiner markieren darf, und singen Lieder (scheußlich). Ich bin ziemlich glücklich, trotz all den seltsamen Sachen, dass ich mittendrin bin unter all den Menschlingen, die ich mag. Lucy freut sich auch über die Aufmerksamkeit, schielt aber mit einem Auge auf den Teller. Meistens schlafe ich dann die nächsten drei Tage um mich zu erholen.

Und wie feiert ihr so Weihnachten mit euren Menschlingen?

Buuuhuuu-diges Halloween!

Wieder einmal ist es Zeit für einen der doofen Bräuche der Menschlinge. Weil sie mit ihrer Felllosigkeit, den grotesk langen Beinen und der komischen flachen Schnauze ja noch nicht hässlich genug sind, müssen sie sich als noch hässlichere Monster verkleiden. (…Obwohl es für Manchen natürlich eine Verbesserung ist.) Es heißt, in dieser Nacht würden die bösen Geister herumstreunen, hier bei uns trauen sie sich das natürlich nicht, weil das ja mein Revier ist. Die Menschlinge schnitzen Fratzen in Kürbisse (was gut ist, denn dann landen die Dinger nicht in meinem Napf), verteilen mancherorts Süßigkeiten an Kinder und erzählen sich Gruselgeschichten. Das kann ich natürlich auch! Lehnt euch zurück und genießt mein budiges Halloween-Special!

Bud the Ripper

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Es war an einem kalten Abend im Herbst, als sich die Nebelschwaden die engen Straßen entlangwanden wie klamme Schlangenköpfe vom Haupte der Medusa. Ihre Schritte klangen dumpf auf der feuchten Straße, die weichen Plüschfüße hinterließen kleine runde Fußspuren. Ihr Name war Teddy. Sie war sehr beliebt in ihrem  Mertier, denn sie besaß mehrere Quietscher und drei Stoffreifen, die ihren Körper verhüllten. Es war gefährlich für eine wie sie zu dieser Stunde, hatte es doch erst vor kurzem einen erneuten Überfall gegeben. Das erste Opfer war Fuchsi gewesen. Sie hatte sich selbst gern stolz den famous fox genannt, sie hatte sich außerordentlich großer Beliebtheit erfreut. Vielleicht war sie deswegen ins Visier des Meuchelmörders geraten, vielleicht war es auch nur Zufall, dass ausgerechnet sie in seine Klauen fiel. Alles, was man noch von ihr fand, war ihr puscheliger Schwanz in einer Lache aus Spucke und Füllung. Am Tatort, munkelte man, hätte man nur ein zerkautes Quietschi gefunden. Teddy hörte ein Geräusch hinter sich und blieb stehen. Sie starrte angestrengt in den Nebel, doch sah nichts und konnte auch nichts mehr hören. Sie setzte ihren Weg fort. Das nächste  Opfer war auch eine von ihnen gewesen. Sie war keine Schönheit gewesen, sie sah aus wie ein übergroßer Vogel. Jedoch hatte sie wert auf Natürlichkeit gelegt und das war wahrscheinlich das verführerische an ihr gewesen, Leinen und Leder kombiniert mit einem Quietscher. Auch ihrer lag in der Nähe ihrer Überreste, erneut zerkaut. Die Füllung, angesabbert und verstreut. Da! Da war wieder dieses Geräusch gewesen, ein leises Klopfen, wie ein Hundeschwanz auf dem Boden. Es klang ganz nah, doch sie konnte sich leicht getäuscht haben, denn der Nebel schluckte alle Geräusche und sie konnte langsam auch kaum mehr die Plüscharme vor Augen sehen. Die Furcht kroch in Teddys weiches Herz und ihre Stoffringe bebten unter ihrem heftigen Atem. Das Schwein hatte sie persönlich gekannt. Es war anders als die anderen, denn es hatte keinen Quietscher, sondern grunzte stattdessen. Wahrscheinlich hatte es deswegen geglaubt, es sei in Sicherheit, doch innerhalb weniger Tage fand man auch das Schwein. Der Ringelschwanz war fort, die Latexhaut zerrissen, die Füllung voll mit noch warmen Sabber. Und der Grunzer war zerkaut wie die Quietscher der anderen Opfer. Es war wieder Bud the Ripper, flüsterte man unter vorgehaltener Hand. Natürlich hatte die Polizei versucht, die Morde zu verhindern. Es gab ein Sperrgebiet, in dem sich Damen wie Teddy tagsüber zurückziehen konnten und es wurde ihnen nur noch erlaubt, ihrer Tätigkeit unter Aufsicht nachzugehen, doch das machte denen, die sie quietschen wollten, nicht so viel Spaß. Deswegen trafen sie sich nun heimlich, wenn die Polizei nicht zu sehen war. Klack. Klack. Waren das Krallen? Teddy konnte vor Schreck nicht weiterlaufen. Sie erkannte im Nebel eine Gestalt mit großen Ohren und breiten Pfoten. Das Gesicht war schwarz und mit einer helleren Maske bedeckt. Es war Bud the Ripper! Seine Zähne bohren sich tief in das Plüschtier. Der Morgen brach an und alles, was man noch von Teddy fand, waren ihre verstreuten Stoffringe, sabberfeuchte Füllung und ein zerkauter Quietschi.

Dr. Dackelstein

Als treuer Diener meines Herrn und Meisters steht es mir nicht zu, seine Studien infrage zu stellen, doch was ich nun berichte, ist in der Tat ungewöhnlich und für manch zarte Seele verstörend. (Lucy würde gleich ein Angstpfützchen machen.)

Alles begann damit, dass ich in das Haus meines Meisters kam. Sie besaß vielerlei seltsame Gerätschaften, deren Funktion sich mir nicht erschloss  und Türme alter verstaubter Bücher. Zur selben Zeit wurde die Stadt von mysteriösen Morden heimgesucht, die absolut nichts mit mir zu tun hatten. Die Opfer waren sich alle ähnlich: sie waren noch jung, schön und besaßen Quietscher. „Was für eine Verschwendung.“, seufzte man beim Anblick der zerfledderten Stofftiere. Doch mein Meister schwieg und betrachtete die zerrissenen Leiber mit dunklem Blick. Bald darauf verschwanden die Mordopfer spurlos. Allein ich bemerkte, dass ein rätselhafter Korb auf der Nähmaschine immer voller wurde, doch als getreuer Diener schwieg ich darüber,  wenn auch mir das Verhalten des Meisters seltsam vor kam. Es verging einige Zeit. Weitere Morde geschahen. Weitere Körper verschwanden. Der Wäschekorb türmte sich bedrohlich auf. In einer Gewitternacht geschah dann das Unglaubliche. Mein Meister packte den schweren Korb und bereitete aus, was sich darin befand. Es war der zerfetzte Teddy. Eine Ente, deren Kopf abgekaut worden war. Es waren die verschwundenen Körper der Mordopfer! Bergeweise Füllung und mehr oder weniger zerstörte Quietscher.  Vor Grauen und vor Faszination blieb ich wie erstarrt und schaute zu, wie Füllung in Stoffkörper gequetscht wurde, unabhängig davon, ob sie ursprünglich von dort stammte; Flügel wurden abgetrennt, Beine angenäht, verschobene Gesichter mit Nähten blickten ausdruckslos ins Leere. Der Meister gab verzweifelt auf, seine Kreatur, halb Teddy, halb Ente, hockte wie ein Wolperdinger auf der Nähmaschine. Als der Meister das Zimmer verlassen hatte, schlich ich auf leisen Pfoten heran und beschnüffelte die Plüschtierkreatur. Unendlich vorsichtig streckte ich meinen Hals und lauschte- kein Meister in Hörweite. Schnell pflückte ich die Kreatur von der Nähmaschine und trug sie in eine dunkle Ecke, um sie zu untersuchen. Sie wirkte wie ein gewöhnliches Spielzeug, nur grotesk entstellt und dilettantisch repariert. Ich beschloss, es zu wagen und biss leicht in das deformierte Plüschtier. Ein hoher greller Ton kam aus den Tiefen des Körpers- das Monster quietschte! Verzückt quietschte ich mich satt und als ich des Quietschens überdrüssig wurde, ließ ich das Stofftier im Flur zurück und widmete mich anderen Beschäftigungen. Mitten in der Nacht musste der Meister noch einmal aus dem Zimmer und betrat schlaftrunken und im Dunkeln den Flur. Plötzlich erstarrte sie. Im dämmrigen Flur glotzten schief sitzende Stofftieraugen in verschiedene Richtungen. Der Meister entschied sich dann doch dafür, das Licht anzuschalten und beeilte sich schnell, an der Kreatur vorbeizukommen. Auch am helllichten Tage ertrug sie den schielenden Blick des Monsterspielzeugs kaum und bemühte sich, ihm so selten wie möglich zu begegnen. Doch das zerrupfte Tier schien ihr zu folgen. Und dies war die Geschichte, wie das alte Stofftier spurlos verschwand und ich ein tolles neues Quietscheeichhörnchen bekam.

Friedhof der Schinkenknochen

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Vor langer Zeit hatte ich mal einen wunderbaren Schinkenknochen. Er war in jederlei Hinsicht perfekt: saftig, aber nicht zu weich, gutes Aroma, aber dennoch gut verdaulich, weder zu groß, noch zu klein für einen nagebedürftigen jungen Hund. Jedoch geschah es, dass ich es im Spiel zu wild trieb und der Schinkenknochen zerbrach und wegen der spitzen Splitter konfisziert wurde. Ich weinte sehr um meinen geliebten Schinkenknochen und nichts in der Welt konnte ihn mir zurückbringen. Dachte ich. Als ich gerade ein weiteres Trauerlied über den Verlust des köstlichen Knochens anstimmen wollte, winkte mich meine Mitbewohnerin, die alte Katze, zu sich heran. „Hey! Mit dem Schwanz zu wedeln heißt bei uns Katzen Hau ab!, also zieh Leine, Hund!“ Ich setzte mich neben ihr auf ihren Kratzbaum und schubste sie ein kleines bisschen, um mir Platz zu verschaffen. „Ach weißt du, ich vermisse immer noch meinen Schinkenknochen. Er war noch so frisch und ich habe ihn viel zu zeitig verloren.“, beklagte ich mich. „Das geht mir an meinem flauschigen Arsch vorbei.“, sagte die Katze. „Weißt du, ich mache mir Vorwürfe. Wenn ich ihn nicht wild durch die Gegend geschleudert hätte und ein bisschen mehr auf ihn Acht gegeben hätte, wäre er vielleicht noch hier.“, sinnierte ich und unterdrückte ein Schluchzen. „Mann…du nervst, Hund.“, tröstete mich die Katze. „Gäbe es doch nur einen Weg, ihn wieder ganz zu machen und zu mir zurück zu holen!“, jaulte ich ihr direkt ins Ohr. „Dann hol dir deinen verdammten Knochen doch wieder! Dort oben auf dem Tisch liegt er doch!“ „Aber er ist doch entzweigebrochen.“, erwiderte ich, „Selbst wenn ich ihn wieder hätte, er ist kaputt. Es wäre nicht dasselbe. Wie soll ich denn zwei Knochenenden kauen mit nur einem Maul?“ Die Katze murmelte etwas, aber ich verstand nur „Ja, dann steck ihn dir doch in den …sch.“ „Was hast du gesagt?“, fragte ich neugierig und wedelte hoffnungsvoll. Die Katze räusperte sich: „Also, ich weiß eine todsichere Methode, wie du den Knochen zurückholen kannst, so dass er völlig unversehrt ist. Da draußen, hinter dem Wald, da ist eine Wiese, die war mal ein alter Eingeborenenfriedhof…“ „Was sind Eingeborene?“, fragte ich dazwischen. „Völker, die schon viel viel früher als wir hier gelebt haben.“ „So wie Wildschweine?“, überlegte ich. Die Katze stieß ein Stöhnen aus. „Genau. Wildschweine. Die Wildschweine hatten einen geheimen Friedhof und alles was du dort verbuddelst, kommt zu dir zurück.“ Ich wedelte heftig. „Was?“, fragte die Katze. „Du hast buddeln gesagt, ich liebe buddeln!“ „Wenn du den Knochen dort vergräbst, wird er wieder so wie er einmal war. Also zumindest fast wie er einmal war.“ Die Katze machte ein unheilvolles Grumpy-Cat-Gesicht. „Alles, was dort wieder herauskommt, ist böse. Traust du dich, deinen Knochen zurückzuholen?“ „Klaaar.“, sagte ich, „Ich habe vor gar nichts Angst.“ „Dann mach, dass du von meinem Kratzbaum kommst!“, motivierte mich die Katze. „Hast du das mit dem Verbuddeln dann schon mal probiert? Klappt das echt?“, fragte ich unschlüssig und kratzte mich am Ohr. Die Katze nickte lebhaft. „Aber natürlich. Ich habe dort mal eine tote Maus vergraben und sie kam lebendig wieder aus dem Loch.“ „Was hast du dann mit ihr gemacht?“, fragte ich, weil mir die Geschichte sehr neu vorkam. „Ich…habe sie nochmal getötet. Und gefressen. Ich bin eine Katze.“ Das klang für mich einleuchtend. Ich dankte ihr und beschloss, trotz ihrer Warnung mein Glück zu versuchen, denn ohne meinen schönen Knochen wollte ich nicht bleiben. Nach einigen Stunden kehrte ich zurück, voller Schlamm und mit Erdklumpen im Fell. Die Katze blinzelte zu mir herunter. „Aaah, sieh an, sieh an. Und? Hast du die Wiese gefunden?“ „Nö.“, sagte ich fröhlich. „Wo ist der Knochen?“, verlangte die Katze zu wissen. „Hab ich auf der Wiese vergessen. Da waren sooo tolle Buddellöcher! Ich habe so viel gegraben und geschnüffelt, ich bin ganz k.o.!“ Mit diesen Worten dackelte ich auf mein Kissen und machte ein Nickerchen. Als ich aufwachte, kamen gerade meine Menschlinge heim. „Buddy, schau mal, du musst nicht mehr traurig sein, wir haben Lucy und dir neue Schinkenknochen mitgebracht!“ Was aus meinem alten kaputten Schinkenknochen geworden ist, weiß ich nicht. Aber mein neuer Schinkenknochen ist einfach perfekt!


…Jetzt steht euch das Fell zu Berge, was? Wenn ich nächstes Jahr gute Laune habe, werde ich euch neue Schauergeschichten erzählen, die vom letzten Jahr findet ihr hier.

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Wellnesswochenende ohne Eltern

Von den vielen verrückten Dingen, die Zweibeiner so zu tun pflegen, sind ihre Bräuche eines der merkwürdigsten. An einem Tag im Jahr legen sie zum Beispiel Eier in ihren Garten und tun dann so, als wäre es total überraschend, diese genau dort, wo sie die selbst abgelegt haben, wieder zu finden. Ein anderes Mal holen sie einen Baum ins Haus und markieren nicht einmal daran. (Wofür holt man ihn dann rein?!) Ganz zu schweigen von ihrer Tradition, in einer Nacht komische kleine bunte Explosionen am Himmel zu beobachten und darauf mit Sekt anzustoßen. Einen neuen Brauch haben unsere Menschlinge am Wochenende gefeiert, denn da haben die Eltern meines Bruders geheiratet. Meine Eltern waren auch eingeladen und waren den ganzen Tag bis zum nächsten Morgen einfach weg. Und wir?

Hotel Tante Lisi

Mama und Papa brachten uns früh vor der Hochzeit zu unserem Babysitter, den wir noch gut kannten: Es war unsere Tante Lisi! Die Freude sie zu sehen, war riesig. Wir hüpften aufgeregt herum und Lucy begrüßte sie lautstark und dann waren unsere Eltern plötzlich weg. Nur unsere große Reisetasche war dageblieben …und wir.

Tante Lisi machte mit uns erstmal einen tollen Spaziergang und spielte den ganzen Tag ausgiebig mit uns. In der Tasche hatten wir einige unserer wichtigsten Spielzeuge, unser Essen, unser Bettchen, Kekse und ein Kaui, so dass wir sehr beschäftigt waren. Nach all den Spielen und einem großen Spaziergang am Fluss waren wir dann schon ziemlich zufrieden und wir ließen uns auch ausgiebigst kraulen und kuscheln. Die Nacht ohne unsere Menschlinge war schon seltsam. Doch dann war es irgendwann wieder Morgen und eh wir uns versahen, waren Mama und Papa schon wieder da um uns zu holen! Die Zeit bei unserer Tante war schnell vergangen. Noch während der Autofahrt wurden unsere Lider schwerer und schwerer und wir tapsten dann zielsicher ins Bett. Wir wollten nicht mal mit unserer Katze spielen, die im Flur herumstolzierte. So müde waren wir! Mama und Papa waren begeistert, wie gut Tante Lisi für uns gesorgt hat.

Danke nochmal, Tante Lisi! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder! 

Männer-/ Rüdentag

Kürzlich war Männertag und als jemand, der wirklich gern das Beinchen hebt, habe ich diesen Tag natürlich gebührend gefeiert.

Mein Bruder durfte natürlich nicht fehlen und so reiste er mit seinen Eltern am Vorabend an. Am nächsten Morgen ging es früh raus, weil unsere Papas zum Angeln fuhren. Wir Dackel spielten ausgelassen miteinander.

Eigentlich hätten wir eine Waldwanderung machen können, aber zum einen waren an diesem Tag viele betrunkene Männer unterwegs und andererseits gings Mama nicht so gut. Aber an diesem warmen Tag hatten wir auch auf unserer Wiese Spaß beim Schnüffeln, Herumtollen und Buddeln. Wir waren so erledigt danach!

Zuhause mussten wir dann erstmal ein Nickerchen machen. Bald darauf konnte Tante Heidi auch unsere Papas abholen. Sie brachten Fisch mit! Damit war unser Abendessen gesichert und der Fisch hat uns toll geschmeckt!

Leider ging es Mama dann immer schlechter und die Tage danach verbrachten wir größtenteils am Krankenbett. Arme schwächliche Menschlinge. Aber wir päppeln sie schon wieder auf!

P.S.: Es ist jetzt Mai! Damit sind wir das Motiv im Dackelkalender! 

Unser erstes Silvester

So langsam vermute ich, dass Menschen ganz schön verrückt sind, aber ihr werdet nicht glauben, was sie an diesem einen Tag im Jahr machen! Sie kaufen sich Raketen und Böller und solches Zeug im Wert mehrerer Leckerlis und dann zünden sie die an! Es kracht und stinkt und das wars. Mehr passiert nicht. Da hätten sie auch mindestens zehn Pansen dafür kaufen können!

So machte es zumindest meine Mama. Wir verbrachten Silvester in unserer ruhigen Stadt und ließen selbst nichts explodieren. Stattdessen kam Balduin mit seinen Eltern zu uns! Wir haben uns so gefreut! Endlich durften wir wieder spielen! Vor Mitternacht gingen wir ständig nach draußen, damit wir uns leerpullern sollten. Dieses Mal war aber etwas anders- ich setzte mich dazu nicht mehr hin, wie Lucy, sondern blieb auf drei Beinen stehen, das vierte hob ich elegant nach oben. Mama war sehr beeindruckt und sagte, ich sei jetzt ein kleiner Mann. Das „klein“ habe ich überhört. Drinnen ging der Spaß mit Balduin weiter: wir sprangen auf- und übereinander und spielten die ganze Nacht. Die Pansen gab es dann zur Feier des Tages als Nachtmahl.