Das Überraschungspaket

Wie ich bereits erwähnt habe, hat mein Frauchen ein besonders ödes Hobby:

Sie sitzt gern stundenlang vor ihrem schwarzen, nach Technik stinkenden Spielzeug, und kratzt darauf mit einem schwarzen, nach Technik stinkenden Stöckchen herum. Dabei glotzt sie unentwegt geradeaus auf ihren Bildschirm und nennt das ganze dann „zeichnen“.  Langweilig!

Vor kurzem hat sie dann etwas für die Besitzerin von Lucys Schwester gemalt, die ein neues Logo für ihren Hundesalon brauchte. Das Dankeschön war eine schöne Überraschung!

Heute kam dann ein großes Paket aus der Schweiz mit der Post, auf dem unsere Namen und der von Kyra stand, es duftete nach tollen Sachen!

Mama freute sich und als sie es endlich geöffnet hatte, sind wir direkt rein gesprungen!

Es war voller Leckerbissen und Spielzeug für uns und für die eitle Lucy war auch ein hübsches Set aus Leine und Halsband drin, extra in rosa! Ich muss zugeben, es steht ihr richtig gut. Auch Kyra ist nicht leer ausgegangen und bekam ebenfalls eine kleine Überraschung und Leckerlis. Sie war genauso aufgeregt wie wir, zeigte es aber nicht, weil sie eine Katze ist.

Die Spielsachen wollte ich gleich wegschleppen und mich genüsslich darüber hermachen, aber Mama hat nun immer ein Auge auf unsere Spielsachen, seit ich das letzte Mal alle Plüschtiere zerfetzt und einen Ball zerbissen habe. Fürs Beißen war im Paket auch etwas unglaubliches: ein Geweihstück! Ich freu mich schon darauf, all diese Dinge zu kosten!

Ich glaube, ich finde Mamas Hobby nun nur noch ein bisschen doof und langweilig.

 

Wir bedanken uns ganz sehr bei der edlen Spenderin!

Haarige Ohren

Mama war gestern mit Lucy weg und ich armer Junge war allein zu Hause! Naja, Papa hat sie mir da gelassen, aber mir war gar nicht nach Spielen zumute. Nach ein paar Stunden waren unsere Damen dann endlich wieder da und ihr werdet nicht glauben, warum sie weg waren- sie waren zusammen shoppen! Es ist nämlich so, dass Lucy schnell friert. Während ich noch fröhlich auf der Wiese schnuppere, bibbert sie bereits. „Mach endlich dein Häufchen, es ist kalt!“ „Ja, ja…“ Ihr kennt das. Wenn es regnet, ist es praktisch unmöglich mit ihr mehr als drei Meter zu laufen, denn dann legt sie sich einfach hin und will nicht mehr weiter laufen. Im Winter, als wir noch klein waren, hatte Mama echt Angst, dass sie einfriert und hat sie dann immer in ihre Jacke gesteckt. Damit wir nun zumindest im Regen Gassi gehen können, war Mama heute mit Lucy in einem Hundeladen und hat für sie ein schönes Regenmäntelchen gekauft.Doch das Mäntelchen war nicht ihr einziges Mitbringsel: Lucy hatte nämlich Rinderohren mit Fell dran entdeckt und bekam vor Aufregung gleich Augen, so groß wie Wagenräder. Sie paddelte mit ihren Beinchen und wedelte und leckte sich schon vor Vorfreude übers Maul, als hätte sie schon ein köstlich duftendes Ohr darin. Mama war natürlich nicht blöd und verstand, dass Lucy in der Hundesprache „Kauf mir das! Kauf mir das!“ schrie und sie hatte wahrscheinlich sowieso vor, uns noch etwas zum Naschen mitzubringen. Neben den Ohren hatte sie noch ein paar Spezialitäten entdeckt: getrocknetes Hühnchen mit Käsestücken dran (…Die schmeckten uns.), einen Snack aus Süßkartoffeln im Fleischmantel (…Die schmeckten süß und vorallem Lucy war sehr begeistert. Mir schmeckten sie auch.) und als nettes Geschenk der Verkäuferin auch ein Hundelolli (Der bestand aus einem Hundekeks an einer Kaustange und schmeckte uns.). Die Fellohren waren aber mit Abstand das Beste. Ich rupfte genüsslich lange braune Rinderhaare ab und knusperte fast den ganzen Nachmittag daran. Lucy war erschöpft von ihrem Ausflug, sie war sogar mit einem Bus gefahren und hatte soviel geschnuppert, dass sie nun bestimmt Muskelkater in der Nase hatte. Ich bot ihr wie ein Gentlemen an, ihr die Knabberarbeit an ihrem Fellohr abzunehmen, aber sie knurrte nur. Am nächsten Morgen hatten wir noch eine fellige Überraschung: Ihr glaubt ja nicht, wie unsere Häufchen aussahen! Ich hoffe, Mama bringt uns bald wieder Fellohren mit.

Das Essig-Attentat

Wenn man seine Menschen nicht permanent im Blick behält, machen sie nur Blödsinn!

Ein Beispiel gefällig? Seit einer Weile habe ich ein neues Hobby: Holzbildhauerei.

Mein aktuelles Projekt ist der Couchtisch. Er stammt ursprünglich von einer Oma meines Papas und war ein Geschenk zum Einzug, der Tisch ist wahrscheinlich schon alt, so wie er schmeckt, und auf ihm liegen meistens wichtige Sachen wie die Fernbedienung.

Das wichtigste für mich ist unten jedoch eine Querstrebe, die mich unheimlich stört. Darum habe ich mich entschieden, daran meine Zähnchen zu wetzen. Mama hat mich ständig davon fortgejagt, aber ich bin immer wieder rangegangen. Bis heute.

Heute war Mama in der Uni und hat sich mit ihrer Freundin unterhalten, die das Frauchen des Labradors Finn ist. Sie hat Finn schon seit er klein ist und kennt sich so ganz gut mit nützlichen Erziehungstipps aus und nun hat sie meiner Mama einen ganz tollen Tipp gegeben!

Mama kam heim und wischte meine Lieblingsknabberstelle mit einem nassen und säuerlich stinkenden Lappen ab. Von unten sah diese bereits aus wie erzgebirgische Holzkunst. Ich beeilte mich, herauszufinden, was sie damit getan hatte und bis prüfend hinein. Böser Fehler! Ich schüttelte den Kopf und nieste erschrocken, bevor ich davon galoppierte und in sicherer Entfernung stehen blieb. Lucy hatte das beobachtet und tippelte nun heran, um selbst nachzusehen, was los war. Auch sie prallte zurück, nieste und bellte gleich empört. Meine Mama rieb mit dem stinkenden Zeug alle Möbel ein, die am besten geeignet waren, um zu Nagen und unser vorwurfsvoller Blick verfolgte sie. Wahrscheinlich hatte sie geglaubt, Papa und sie könnten diese Nacht in Ruhe schlafen, aber wenn wir nicht bis nachts um drei knuspern können, müssen wir halt miteinander bis nachts um drei kämpfen.