Budige Emails

Als Hund in der heutigen Zeit ist es nicht leicht. Da will man ein bisschen Aufmerksamkeit, sitzt der Menschling vor einem seiner technischen Geräte und starrt es an. Keine Ahnung, was das genau bringen soll, aber die Zweibeiner sind ja eh alle ein bisschen verrückt. Macht man es sich auf einem Kissen bequem und verdreht seinen Körper genüsslich zur Brezel, ist Mama schon mit einem „Awww!“ zur Stelle, um mich zu fotografieren. Gerade noch hat man selig geschlafen, plötzlich ertönt ein seltsames Geräusch, dem man als Wachhund sofort auf den Grund gehen muss, war es der Drucker. „Darf der das essen?“, wird gefragt und ich kann schon fast ein Häppchen auf der Zunge spüren, wird schnell gegoogelt und es heißt: „Bloß nicht, hier steht, die kriegen davon Blähungen!“ Das Internet ist generell sehr gefährlich in Menschenhänden. Plötzlich liest Mama irgendeinen Artikel über irgendeine Trainingsmethode und dann darf ich nicht mehr als erster durch die Tür laufen. Toll! Oder noch schlimmer, sie entdeckt Sachen wie Dogdancing. Hoffentlich sehen meine Freunde nicht, wie ich mich mit ihr zum Obst mache. Ganz zu schweigen von Onlineshops. Dort gibt es alles, was das angebliche Hundeherz begehrt. Die ganzen Leckerlis begehrt mein Herz schon, aber die Klamotten und Kostüme könnt ihr behalten! Manchmal denke ich, es wäre besser für meine Menschlinge, Lucy und mich, ich würde mit ihnen ganz weit weg, vollkommen in der Einöde, fernab von all diesem Kram ziehen.

hundepgote

Dennoch muss ich zugeben, auch ich bin ein sehr moderner Dackel. Ich habe meinen eigenen Blog, meine eigene Facebookseite und auch eine eigene Emailadresse. (Manche Hunde haben noch nicht mal ihren eigenen Napf!) Meistens bekomme ich darüber Mitteilungen über neue Ereignisse auf dem Blog oder Liebesbriefe und der Emailanbieter empfiehlt dies und jenes. Doch heute hatte ich in meinem digitalen Postfach Werbung für Düfte. Sogar mit Rabatt! Wow. Ich bin mir sehr sicher, dass ich dieses Angebot unbedingt brauchen werde. Welcher Hund will nicht ein bisschen gut duften? Wellness ist schon längst nicht mehr nur Menschensache, Leute! Also, menschliche Sekretärin, schreib gut mit, ja? Wir bestellen jetzt einmal das Parfüm, Duftrichtung Dung, das Shampoo mit dem Duft nach „tote Maus in der Sonne“ und das herbmännliche Duftwasser Eau de toilette. Ich bin mir sicher, Lucy wird begeistert sein… und Mama erst! Bis dahin wälze ich mich erstmal wie gehabt in stinkendem Dreck.

lucy bad

Lucy hörte nur „Wellness“ und schon hat sie die Gurkenmaske im Gesicht. Pffh! Weiber!

Ein dackeliger Rückblick

 Mein letzter Bericht ist ja schon eine ganze Weile her und das ist allein die Schuld meiner faulen Sekretärin. Nun, eigentlich hat diese gerade kaum Zeit durch ihre Klausuren und verbringt jede übrige Minute damit, uns zu betüdeln, deswegen will ich gar nicht meckern, doch trotzdem freue ich mich schon darauf, wenn sie den letzten Test hinter sich hat und wieder Zeit für die wirklich wichtigen Dinge hat… wie zum Beispiel Lucy und mich! Was aber haben wir denn so erlebt in den letzten, bloglosen Wochen?

Kein Hundewetter

20160423_1603151Der Sommer schien auf die Uhr gesehen zu haben und seine Verspätung bemerkt zu haben und diese durch extreme Hitze wieder gut machen zu wollen. Es war so unendlich heiß in unserer Wohnung unter dem Dach, dass Lucy und ich an den kühlen Fliesen klebten und uns das ein oder andere Häppchen Eis servieren ließen. Zum Gassi hatten wir gar keinen richtigen Bock, so dass Mama  am Morgen und am Abend mit uns lief und am Nachmittag nur kurz mit uns auf die Wiese ging. Trotzdem hechelten wir nach ein paar Metern, denn der Asphalt war für tiefergelegte Hunde wie uns immer noch recht aufgeheizt. Allerdings war es nicht so, dass es so heiß blieb. Als ob jemand an einem An-Aus-Schalter herumspielte, war es mal einen Tag brütend heiß, wie es sich für einen Sommer gehört, nur um am nächsten Tag kühl und regnerisch zu sein, dass der November blass vor Neid geworden wäre. Ich glaube, ich muss nicht sagen, wie unzufrieden Lucy war?

Tiefseemonster- Livekino

img-20131011-wa0002Die Einzigen, die es in unserer Wohnung bei 17°C konstant kühl hatten, waren unsere Mitbewohner im Aquarium. Eigentlich haben wir mit den Seegurken nicht viel zu tun. Wir wissen, sie leben da im Wasser und latschen mal von A nach B, aber wirklich interessant sind die langsamen Tierchen für uns Dackel nun nicht. Allerdings hat Mama bei den beiden Axos das Wasser gewechselt und dazu mussten die beiden „umgetopft“ werden und so beobachteten wir halb neugierig, halb argwöhnisch, was da zappelndes in der Riesentupperdose steckte. Allerdings durften die beiden Axolotl dann nach zwei Tagen, in denen ihr Aquariumwasser ausgetauscht und durchgefiltert worden war, wieder zurück in ihr Zuhause und sind aus Dackelsicht wieder unsichtbar und für uns so uninteressant wie zuvor. Jedoch gingen wir mit einem anderen Haustier auf Tuchfühlung…

Partnerlook

20160723_152045[1].jpg

Mama hatte Geburtstag und ist nun aus Hundesicht ein Greis. Und eigentlich schon lange tot. Aber weil sie zum Glück ein Menschling ist, lebt sie noch und ist noch so fit wie ein Turnschuh… ein Turnschuh, den ich in meiner Zahnwechselphase erwischt habe. Ähem! Ja, also unsere Mama ist ein weiteres Jahr gealtert und dank unseres Onkels, ihrem Bruder, hat Lucy nun ein cooles neues Halsband, das dasselbe Muster hat wie eines von Mamas Kleidern! Mama hat sich sehr gefreut und findet den Partnerlook zu Lucy total toll. Lucy erträgt es mit Würde.

Die Allüren einer alten Dame

IMG-20140121-WA0001.jpg

Kyra hatte ebenfalls Geburtstag und wurde zehn Jahre alt. Für eine Katze ist das langsam der Eintritt ins Rentenalter und Kyra entwickelte schon vor ihrem Geburtstag seltsame neue Verhaltensweisen. So wurde ich, als gutaussehender junger Rüde, schnell Zielscheibe ihres Verlangens und wusste gar nicht, was ich davon halten sollte. Nun hat sie eine neue Idee: Versteckspielen. Mal war sie hinter dem Schreibtisch verborgen, mal im Kleiderschrank und am liebsten versteckt sie sich nun unterm Fernseherschrank. Allerdings findet sie es gar nicht toll, wenn wir sie dann entdecken und ihr Versteck verraten. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir ein bisschen zu stürmisch für ihren Geschmack sind.

Ansonsten…

… haben wir das Übliche gemacht. Wir haben gebuddelt, waren im Fluss planschen, waren im Wald spazieren und haben den ein oder anderen Trick geübt. Ich hoffe, meine Sekretärin schafft es in nächster Zeit wieder, produktiver zu sein und meine Heldentaten aufzuzeichnen. Bis dahin kau ich noch etwas an meinem Geweih und entspanne mich. Hab ich ja auch dringend nötig.

Bis bald, euer Bud!

20160811_1016281

Arya Lucy, das Winterfell

Der Winter naht!

…Und deswegen brauche ich, Lucy, als eine Dame von Welt, natürlich auch die neuste Wintermode.

Ich habe zwar den roten Rentierpulli, aber den hatte ich ja schon letztes Jahr und im Gegensatz dazu soll dieser Winter sehr hart werden, also musste ich ein paar vernünftige (und wasserdichte) Jäckchen besorgen.

Gemeinsam mit Mama fuhr ich also zu unserem Lieblingshundeladen. Zugfahren ist ganz okay, ich freue mich mehr über das Ticketkaufen, denn die nette Verkäuferin hat immer selbst ihre beiden Dackel dabei und Kollegen zu treffen ist immer schön.

In Chemnitz angekommen ging es dann weiter im Bus. Das war schon spannender mit all den Menschen, aber wir waren dann doch beide froh, wieder raus zu sein. Vor dem Laden („Frei Schnauze“, falls ihr den kennt) wartete schon Finns Frauchen, die ich erfreut begrüßte, sie ist auch einer der Menschen, die ich gern habe. Finn war leider nicht mit dabei, was schade ist, denn ich finde Finn total toll, aber so waren die Leckerlis im Laden zumindest alle meine! Doch bevor ich essen durfte, steckten mich meine Mama und die Verkäuferin in verschiedene Pullover und Jäckchen. Zum Glück war Stefanie  dabei, der Modegeschmack meiner Mama ist nicht gerade der beste! Doch wegen meinen speziellen körperbaubedingten Anforderungen war die Auswahl dann nicht ganz so groß. Entweder war es zu kurz, oder wenn die Länge passte, passte der Brustumfang nicht. Zum Fell sträuben! Doch es fanden sich schließlich zwei schicke Jacken und als das endlich überstanden war, kam der beste Teil des Tages: Leckerchen! Mama suchte für Buddy und mich viele leckere Dinge aus: Knabberhals vom Federvieh, fellige Rinderohren, Leckerlis mit Trockenfisch,… Ich freute mich den ganzen langen Heimweg drauf, endlich was davon zu kosten! Stefanie brachte uns netterweise noch zum Bahnhof, denn der Bus ist immer ziemlich voll und ungemütlich für ein kleines Dackelmädchen, dann brach auch sie auf und fuhr heim zu Finn.

Wir fuhren dann mit dem Zug wieder heim und dackelten nach Hause, wo uns mein Buddy schon sehnsüchtig erwartete. Er freute sich sehr, mich wieder zu haben und ich freute mich auch. Buddy und ich gehören eben zusammen. ❤

Dann packte Mama unsere Mitbringsel aus und Buddy war sehr erfreut darüber, dass ich so viele tolle Leckereien für uns erbettelt habe. Den Hals ließen wir uns gleich schmecken. Es war ein anstrengender Tag gewesen, aber nun kann der Winter kommen und ich bin wie immer die hübscheste und bestgekleidetste Dame der Stadt.

Jetzt bin ich hundemüde und werde mir ein erholsames Schläfchen an Buddy gekuschelt gönnen- machts gut, eure Lucy!