Dackel im Urlaub

Klammheimlich habe ich mich diese Woche aus dem Staub gemacht – Okay, ja, so heimlich war es eigentlich nicht und gemeinsam mit meiner Familie war es auch. Achtung! Es folgen Bilder! Viele bunte Bilder!

Kyra war schon am Vortag unserer Abreise, also an meinem Geburtstag abgeholt worden. Mamas Bruder hat die große Ehre, die bezaubernde Madame Kyra zu beherbergen. (Und mit beherbergen meine ich kraulen, mit Leckerlies vollstopfen und ihr jeden Wunsch von den großen blauen Augen abzulesen.) Meine Empörung war groß, dass man mir meine Katzenfreundin geklaut hatte und ich habe den ganzen Abend an der Tür gewartet. „Warum haben diese Bekloppten meine Katze fortgebracht?“, fragte ich mich. Die Antwort bekam ich am nächsten Morgen. Ohne dass ich hatte ausschlafen können (!!!), ohne Frühstück!!! (Diese Tierquäler!) wurde ich im Regen!!!!!! (TIER-QUÄ-LER.) zum Pipi genötigt und in meine Box gesteckt. Diese Dilettanten hatten geglaubt, ihre lächerliche Box hätte mich aufhalten können, jedoch hatte ich das Gitter erneut aus der Schiene gerissen. Leider war es mit einem extra Spanngurt gesichert und so blieb der Weg in die Freiheit versperrt, jedoch wurde ich dann irgendwann befreit. Und sah unsere Oma, also unser Großfrauchen!

Sturm oder wie es Einheimische nennen: „laues Lüftchen“

Sie hatten mich also wieder ans Meer gebracht, auf dass ich Eis fresse und meine Pfötchen in Salzwasser bade, doch an unserem ersten Abend hier war ein ziemlicher Sturm. Zum Glück war es vor Omas Kamin ruhig und warm. Sina freute sich auch ziemlich uns zu sehen. Mr. Glenn Moray, der Kater des Hauses, war nicht ganz so erfreut über die Dackelplage auf seinem Sofa.

kamin-dackel.jpg

dackel golden retriever sina harmony vom silberlandkater und dackel glenn moray

Am nächsten Morgen war es immer noch ziemlich stürmisch. Zweibeinerlogik: Gassi am Strand! Sina war auch dabei und rannte immer wieder in die riesigen Wellen, Lucy und ich waren froh, dass wir genau das nicht tun mussten. Der Wind trug jede Menge Sandkörnchen mit sich und diese prasselten uns um die Schlappohren. Die eine Hälfte des Strandes klebte uns in den Augen, die andere Hälfte landete in unseren Öhrchen, wo auch Tage später noch Sand gefunden wurde. (Frage an alle See-Hunde: Wie zum Teufel kriegt ihr den jedes Mal raus? Und wie macht ihr das mit den Karabinerverschlüssen an der Leine?)

dackel am strand

lucy sandstorm

golden retriever apportieren

darude sandstorm

Darude Sandstorm!

bud und das meer

There is no fish, welcome to the real world

Der Bissindex von Papas Angel-App behauptete zunächst, die Chancen einen Fisch zu fangen, seien gar nicht so schlecht. Jedoch sahen das die Fische ganz anders. Während er versuchte, dem Hafen einen Wasserbewohner zu entlocken, vertrieben wir uns die Zeit, indem wir den kleinen Hafen erkundeten. Hier lagen hauptsächlich kleine Boote und Jachten, aber auch ein paar Touristen-Fähren. Oma stieß dann noch zu uns und wir gingen eine lange Runde spazieren. Lucy hatte jedoch bald keinen Bock mehr zu laufen. Und Oma lässt sich eher erweichen als das herzlose Frauchen! Jetzt oder nie! So eine tolle Chance getragen zu werden, muss man nutzen!

hafen1hafen2

Wir wechselten den Hafen, um vielleicht doch noch einen Fisch zu fangen, doch es war nun mittlerweile Mittag und außer Algen hing nichts am Haken. Am Hafen war gerade ein Markt und dort schlenderten wir noch entlang. Ich hoffte natürlich sehr auf etwas zu essen, aber nope, ich hatte genauso wenig Glück wie mein Herrchen. Da der Tag noch jung war, entschieden die Menschlinge, wir sollten in ein Erdbeerdorf fahren. Häää? Leben dort rote Schlümpfe?

lucy hafen dackel

wonderwall bud

Hey, Menschling! Bring mal paar Würstchen und Marshmallows ran!

Erdbudland!

Eine der größten Attraktionen da oben im Norden ist, neben dem Meer natürlich, Karls Erdbeerdorf. Früher hat man dort nur ein paar Erdbeerfelder betrieben und nun ist daraus ein riesiger Park voller Attraktionen rund um die rote Frucht geworden. Und was für uns das Wichtigste war: Hunde sind fast überall in diesem Park erlaubt! Für Lucy und mich war das sehr aufregend, denn wir waren noch nie zuvor an so einem Ort. Erdbeeren finde ich persönlich jetzt nicht sooo spannend. Im Hundeeis sind sie ganz okay und leere Marmeladen- oder Joghurtbehältnisse lecke ich gern aus, aber die frische Beere esse ich nicht. Lucy, dieser Staubsauger, findet Erdbeeren super und schnüffelte oben vom Arm des Zweibeiners aufgeregt herum. Die gefräßigen Menschlinge schlugen sich am Buffet die Bäuche voll und ich ärmster aller Hunde bekam nur eine lausige Wurst, die ich auch noch mit Lucy teilen musste. Wir warteten abwechselnd an einem der Tische, da Hunde nicht an der Speiseausgabe erlaubt sind. Danach ging es ins Aquarium! Ich war noch nie in einem Aquarium gewesen und war fasziniert, als ich entdeckte, dass hinter dem Glas etwas Lebendiges schwamm. Einige der Fische waren größer als Lucy und ein paar besondere Exemplare waren auch bestimmt größer als ich!

karls erdbeerdorf der fantastsiche bud hunde aquarium 2

karls erdbeerdorf der fantastsiche bud hunde aquarium big daddy

Rapture! Ach nee. Erdbeerdorf.

karls erdbeerdorf der fantastsiche bud hunde aquariumkarls-erdbeerdorf-der-fantastsiche-bud-hunde.jpg

Nennt mich Ismael, ähhh, Bud! Natürlich kenne ich als belesener Dackel die Geschichte von Moby Dick, die in Karls Erdbeerdorf in Form einer Eissklupturenausstellung vorgeführt wurde. Die zweibeinigen Weicheier brauchten natürlich Ponchos, die am Eingang verteilt wurden, denn es waren da drin Minusgrade! Okay, Lucy und ich haben uns dann auch lieber darunter tragen lassen, so dass nur die Schnauze hervorschaute. Am liebsten hätte ich alles genau beschnüffelt, aber dazu hätten meine zarten Pfoten ja den eisigen Boden berühren müssen. (Wozu hat man denn sonst Personal?) Die Figuren waren in buntes Licht getaucht und stellten Szenen aus Moby Dick nach. Es gab sogar einen riesigen Eiswal, der gleichzeitig eine Rutsche war! Weil mein Herrchen Rutschen liebt, musste ich da sogar mit! Huiii!

karls erdbeerdorf der fantastische bud hunde eiswelt mobby dick

Im Gegensatz zur Eiswelt war es dann in der großen Verkaufshalle ziemlich warm. Erst dachte ich, toll, langweiliger Menschlingskram, doch dann entdeckten wir, dass es dort – neben Erdbeersenf, Erdbeersalami und Erdbeernudeln – auch Erdbeerhundekuchen von Keksdieb gab! HUNDEKUCHEEEEN!!! Wir sahen auch viele andere Hunde, darunter sogar ein paar dackelige Kollegen. Zum Abschluss drehten wir noch eine Runde im Hof. Dort konnten die Menschlinge ein seltsames Ballspiel mit Stöcken spielen und ich sah Ponys, Schafe und Hängebauchschweine.

karls erdbeerdorf roevershagen hunde erlaubt

Einen kurzen Schreckmoment hatte ich, der tapfer jedem Fisch und jedem Pferd gegenüberstand, dann doch: Am Ausgang wartete das Maskottchen (Ein „Erdbär“!) und ich dachte: „Boaaah, was für ein riesiges Plüschtier!“ Ich schnüffelte an der großen Plüschhand und überlegte gerade, ob ich mal reinbeißen sollte, um herauszufinden, ob es dann quietschte, als das Plüschtier zum Leben erwachte und mich streicheln wollte! Ich machte vor Schreck fast einen Backflip! Zuhause auf Omas Couch musste ich dann erstmal ein Nickerchen machen, um all diese Eindrücke zu verarbeiten.

Bud, der Seemann

ostsee dackel warnemuendeGenauso oft, wie ich vorher schon in Erlebnisparks gewesen bin, bin ich Fähre gefahren: Noch nie! Dementsprechend ungläubig war mein Blick, als ich feststellte, dass die Plattform, auf der wir standen, sich plötzlich in Bewegung setzte. Ganz geheuer war mir das nicht, aber ich war ja nicht so ein Angsthase wie Lucy, die sich den ganzen Tag von der Oma tragen ließ. Die Fähre brachte uns nach Warnemünde. Dort lagen einige wirklich, wirklich große Schiffe an und ich war dann ganz froh, wieder den Boden unter den Pfoten zu haben. Im schönen Sonnenschein hatten sich viele Zweibeiner nach draußen bewegt und wir trafen oft andere Hunde. Ich fand das super! Lucy nicht. Aber die war ja eh auf dem Arm. Wir spazierten noch ein Stück am Strand entlang, dann ging es zurück zu Omas Haus. Dazu mussten wir erneut Fähre fahren. Ich grub meine Pfoten ganz fest gegen mein Frauchen und war dann ziemlich glücklich, als ich wieder auf Festland laufen durfte. Ob ich seetauglich bin, weiß ich auch nicht so genau. Wir waren unglaublich müde und als die Zweibeiner später Essen gingen, haben Lucy und ich erstmal geschlafen.

 dackel am meer

Zurück nach Hause

Die Zeit war schnell vergangen und vor unserer Heimfahrt waren wir noch einmal am Strand. Dieses Mal war kein Sturm, sondern schönstes Herbstwetter. Lucy durfte leinenlos laufen und ich an der Flexi. Während des stürmischen Spaziergangs hatten wir keine Hundeseele getroffen, dieses Mal wimmelte es von Vierbeinern plus Anhang. Darunter auch ein Langhaardackelrüde, mit dem Lucy ausgelassen spielte. Zum Glück gab es auch für mich bei der Ferienwohnung einen Langhaardackel zum Spielen, nämlich Max, den ich schon das letzte Mal ins Herz geschlossen hatte.

dackel max.jpg

Das ist Max.

der fantastische budlucy rennwurst dackelbud and me

dackel rennt

Lucy rannte, so schnell sie wollte und erkundete die Wurzeln und Felsen ausgiebig. Irgendwann waren ihre Beinchen dann doch müde und sie warf sich theatralisch vor Omas Füße, damit sie getragen wurde. Allerdings erspähte sie dann doch immer wieder etwas, das sie beschnüffeln musste und wollte wieder herunter, nur um den sterbenden Schwan drei Schritte weiter erneut zu mimen. Auch schien der ganze Sand in ihren Ohren schwere Schäden verursacht zu haben, Frauchen konnte ihren Namen über den ganzen Strand brüllen und Lucy reagierte letztendlich auf ein halblautes „Frühstück?“. Auch lief Lucy, wenn sie abgerufen wurde, schnurstracks zu Oma, die Taschen voller Leckerlies hatte. Lucy hatte bereits am Vortag ihre spitze lange Schnauze in Omas Hosentaschen gebohrt, um ja den letzten Kekskrümel zu erwischen und auf wundersame Weise waren die Taschen nun wieder voll! Ich ging aber auch nicht leer aus, obwohl Lucy Oma mehr anbettelte als ich.  Als wir uns dann bei Max und seinem Herrchen (Danke für die Übernachtungsmöglichkeit!) Auf Wiedersehen sagten, fraßen Lucy und ich noch Max‘ Leckerlies weg. Damit ging es dann wieder den langen Weg nach Hause! Ich war hundemüde und schlief nicht nur bis wir am späten Abend ankamen, sondern dann auch die komplette Nacht wie ein Stein. Es war echt toll gewesen- danke, Omaaa! 🙂

Advertisements

Wieso ich diese Nacht wohl bei der Katze schlafen muss oder Der Freudenstrudler

Oh weia, da habe ich wieder etwas ausgefressen… Lucy ist sauer! Mama ist sauer! Papa wird auch nicht begeistert sein. Allein Kyra lacht sich eins vom Kratzbaum. Was ich verbrochen habe? Naja, ich habe Lucy nass gemacht. Again. Allerdings blieb es nicht nur bei Lucy…

IMG_0510

Es war einmal, an einem lauen Sommerabend, vor einer halben Stunde, da lag ich gemütlich und versonnen mit mir und der Welt auf meinem Kissen. Lucy schlief neben mir, Frauchen tippte auf ihrem Computer herum, als es plötzlich klingelte! Obwohl wir Dackel nun nicht so bedrohlich aussehen, sind wir tolle Wachhunde und was uns an der bedrohlichen Optik fehlt, gleichen wir durch lautes Gebell wieder aus. Die Zweibeiner nervt das manchmal, aber sie wissen sich auch in Sicherheit, denn keiner kann sich unserer Tür unbemerkt nähern… schon gar nicht, wenn er klingelt.

Frauchen schnappte sich Lucy und sperrte sie kurzerhand ins Schlafzimmer, das Zimmer, das im Flur am nächsten an der Haustür ist. Ich flutschte zum Glück an ihr vorbei und war der Erste an der Tür, wie es sich für einen Rüden gehört. Die olle Zweibeinerin tat darauf etwas, dass mir immer wieder peinlich ist vor meinen Kumpels und ich bin mir sicher, Finn musste so etwas beschämendes noch nie erdulden. Ach, was solls- sie hat mich einfach unter den Arm geklemmt. So. Als sie die Tür dann endlich nach gefühlten Stunden öffnete, stand da gar kein Einbrecher, sondern die Mama vom Papa! Omaaa! Ich paddelte begeistert mit den Beinchen und wollte ihr zur Begrüßung einen dicken Schmatz geben, nur kam ich nicht ran.

Dann jedoch nahm das Schicksal buchstäblich seinen Lauf…

freudenstrudler duden

Mama bemerkte zunächst nichts. Sie steckte mich schnell zu Lucy und machte die Tür hinter mir zu. Dann stellte sie wohl fest, dass ihr Shirt leicht an ihr festklebte. In der Zwischenzeit sprang ich immer noch aufgeregt herum, einerseits wegen unserem Besuch (Oma! Oma! Oma!) und andererseits vor Schreck darüber, dass ich mich in einen wild gewordenen Rasensprenkler verwandelt hatte. Was also tun? Natürlich, ich suchte mein Heil in der Flucht und sprang quer über das Bett und machte sogar über Lucy einen Hüpfer. Was ich bei meinem Fluchtplan übersehen hatte, war die Tatsache, dass jener Rasensprenkler mit mir verwachsen war und ich hinter mir eine nasse Spur gezogen hatte. Oma hatte sich mittlerweile wieder auf den Weg gemacht und ich hörte Mama fluchen. Oh shit, ich hatte gehofft, ihr wären die nassen Klamotten gar nicht aufgefallen. Als die Tür wieder aufging, huschte ich schnell heraus, bewegte mich mit schnellen Trippelschrittchen davon und verschwand in meiner Hundebox. Von dort aus beobachtete ich, wie Mama unter weiteren Flüchen das Bettzeug abzog und erstmal unter der Dusche verschwand. Uff, war die angepisst… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als sie zurückkehrte und mich mit hängenden Dobby-der-Hauself-Ohren in meiner Box sitzen sah, hatte sie mir schon fast wieder verziehen, doch dann vermasselte Lucy mir die Mitleidsnummer. Lucy schaute mich anklagend an und trottete um unser Frauchen herum. Dieser fiel sofort der ungewöhnliche Geruch auf und schaute zu Lucy herunter. Lucy schaute hinauf. Lucy war ebenfalls Opfer meines Freudenstrudlers geworden. Obwohl unser kurzes Fell relativ pflegeleicht ist und es, wenn wir schmutzig sind, oft reicht uns feucht abzuwischen, half hier nur noch ein Bad. Ehe Lucy „Bud, ich beiß dich!“ sagen konnte, stand sie bereits eingeweicht in Hundeshampoo in der Dusche. Das letzte Mal, als ich sie ins Wasser geschubst habe, hat sie mir gerade erst verziehen. Das Bett trocknet noch, die Waschmaschine läuft und ich drängel mich dann mal zu Kyra auf den Kratzbaum, da sie die einzige Dame hier ist, die nicht sauer auf mich ist.

lucy dusche dackel.jpg

„Das wirst du mir büßen!“

Wellness-Wochenende ohne Eltern II

Dackelige Babysitter

Die ganze Woche schon hatten sich die Zweibeiner komisch benommen, was ein Indiz dafür war, dass etwas Interessantes bevorstand. Als dann unsere Leckerliebestände aufgestockt wurden, war ich mir dann sicher: Was auch immer es war, ich würde Kekse bekommen! Am Freitagmorgen dann war es soweit. Es klingelte an der Tür und Opa Niels und Oma Mella standen davor! Jedoch gingen kurz darauf Mama und Papa weg. Der Fall war ganz klar, wir hatten einen  zwei Babysitter.

Ein Tag mit Oma und Opa

Natürlich war es sehr aufregend, unsere Großeltern nun ganz für uns allein zu haben! Nur war ich echt noch ziemlich müde vom frühen Aufstehen und musste mit Lucy zusammen auf der Oma ein ausgiebiges Schläfchen machen. Unser Frühstück hatten wir schon von Mama (viel zu früh) am Morgen bekommen, aber da war ja noch die gefüllte Leckerliedose. Gassi sind wir auch gegangen mit Oma und Opa, wo mir dann, wie so oft in letzter Zeit, der verlockende Hündinnenduft in die Nase stieg. Dadurch vergaß ich glatt mein Häufchen zu machen! Aber es wäre sowieso nicht gegangen, denn es war graues nasses Wetter, da verkneife ich es mir so lange es irgendwie geht. Lucy dagegen hatte längst die Leckerchen erschnüffelt, die mit auf unseren Spaziergang genommen worden waren, und erinnerte sich gleich an die Regel aus unserer Welpenzeit: Wer fein macht, kriegt’n Keks. Gesagt getan, Lucy mühte sich bei jedem Spaziergang ab, weil sie auf eine Belohnung hoffte.

Lucys Schandtaten

Oma und Opa blieben sogar über Nacht bei uns. Ganz offensichtlich gehörten die beiden Zweibeiner jetzt mir! Wenn noch meine Eltern zurückkommen würden, hätte ich dann vier Menschlinge! Das würde natürlich viel Arbeit werden, gerade, wenn ich mit allen Vieren dann Gassi gehen müsste, aber ich war wie immer zuversichtlich. Bin ja ein Dackel. Lucys Feng Shui schien dagegen von der Veränderung verwirrt zu sein oder aber sie hatte beim letzten Gassi etwas Elementares vergessen, jedenfalls war sie sehr sehr ungezogen und machte eine der frischbezogenen Decken nass. Schon beim bloßen Anblick davon konnte ich Mama meckern hören. Zum Glück waren unsere Großeltern nicht böse auf uns. Lucy hatte schon vorher am Abend Mist gebaut und sich schnell ein paar Chips vom Tisch geschnappt, als Oma und Opa gerade außer Sichtweite waren. Ich schüttelte den Kopf, während ich schnell ein bisschen von ihrem Diebesgut verschlang, das war echt sehr ungezogen von Lucy, wirklich. ICH dagegen war die ganze Zeit total brav, aber ich bin ja auch nicht umsonst der fantastische Bud.

Wieder vereint

Samstag, gegen Mittag, tauchten die zwei Streuner (Mama und Papa) wieder auf. Sie hatten sich offensichtlich in Parfüm gewälzt und sahen erledigt aus, aber das haben sie davon, wenn sie einfach stiften gehen. Den Rückruf sollte ich wirklich mal mit den beiden üben! Weil man sich ja aber immer freuen soll, wenn der Menschling dann zurückgelaufen kommt, begrüßten wir unsere Eltern mit ausgelassenen Sprüngen und wedelten wie verrückt. Früh um Vier hatten unsere Großeltern entschieden, Gassi zu gehen. Buäh. Also, DAS würde ich ihnen wohl abtrainieren müssen. Dann ging auch noch Opa weg und wir hatten nur noch Oma Mella. Wahrscheinlich hatte es Opa zu lange gedauert, dass unsere Eltern weg waren und war losgezogen um sie zu holen. Er kam dann auch ein paar Stunden, nachdem unsere Eltern wiedergekommen waren, nach Hause. Froh, dass Mama und Papa zurück waren, konnten wir ein Schläfchen machen. Die beiden erzählten, dass sie auf einer Hochzeit gewesen waren.

~ An dieser Stelle: Liebe Dani, lieber Mirko, auch nochmal von Lucy und mir alles Gute zur Hochzeit! 🙂 ~

dackel hochzeit.jpg

Ich HOFFE, unsere beiden Menschlinge haben sich gut benommen, ohne einen Dackel an ihrer Seite, der auf sie aufpasst.

Natürlich erfuhren Mama und Papa dann auch von Lucys Verfehlungen, obwohl Oma Lucy hatte retten wollen, was die Decke anging. Ich glaube, Lucy muss, um das wieder gut zu machen, nächste Woche die Wäsche machen. Als Opa dann wieder da war, nahm er dann die Oma wieder mit. Schade, ich hätte bestimmt auch vier Menschlinge gut versorgen können, aber Pissnelke Lucy musste sie ja vergraulen. Trotzdem hatten wir viel Spaß und bedanken uns alle vier bei Opa Niels und Oma Mella für das tolle Babysitting! 🙂 

Babysitter (1 von 1).jpg

Der Dackel und die stürmische See

Wenn es langsam kälter wird, fliegen die Zugvögel in wärmere Gefilde. Das finde ich sehr schlau. Meine Menschlinge haben uns dagegen an einen Ort gebracht, wo es kälter, nasser und windiger ist. Das sagt doch viel über ihre Intelligenz im Vergleich zu Zugvögeln aus!

Dackel auf Reisen

Für uns war es fast schon Routine: Wir wurden viel zu früh aus dem warmen Bettchen entführt, gezwungen unseren Morgenpipizeitplan auf den Kopf zu stellen und dann saßen wir in der Box im Abenteuermobil. Im Kofferraum. Im Dunkeln. (Die hinteren Scheiben sind getönt, also konnten wir zumindest noch etwas schlafen.) Das erste Gesicht, das wir sahen, als sich die Kofferraumklappe wieder öffnete, war ein fröhliches Dackelgesicht.

Es war mein Kumpel Max! Den hatte ich beim letzten Besuch bei meiner Oma kennengelernt (mehr dazu hier) und nun war mir auch klar, wo wir uns befanden! Wir waren bei Oma an der Ostsee!

038-img_3314

Die Ferienwohnung war genau in Max‘ Revier, deswegen hatte ich gleich viel zu tun, sämtliche Duftmarken zu übermalen und erstmal ausgelassen zu spielen. Weil Max‘ Herrchen auch Hühner hat und ich ein stadtbekannter Hühnerschreck bin, ließen mich meine Eltern aber lieber nicht von der Leine. Bevor wir bei Oma vorbei schauten, versuchte Papa sein Angelglück in Wustrow. Dann brauchten die gefräßigen Menschlinge jedoch eine Mahlzeit (Von der wir nichts abbekamen! Gar nichts! Gemein!) und danach sahen wir dann unsere Oma wieder! 🙂 Natürlich haben wir uns sehr gefreut sie wiederzusehen und wurden durchgeknuddelt.

Ran an den Barsch!

Der nächste Tag wurde ein Angeltag in Damgarten. Zunächst deckte sich Papa in einem Angelgeschäft mit Ködern und Tipps ein, dann standen wir auch schon am Wasser. Uns wurde es an diesem windigen Tag schnell zu kalt und Mama ging mit uns spazieren. Rund um das Gewässer gab es viele interessante Wanderwege, die wir gleich erkundet haben. Als es dann aber nicht mehr aufhörte zu regnen, beschlossen wir zu Oma zu fahren. Vorher gingen unsere Eltern aber schon wieder etwas essen und wieder haben wir NICHTS abbekommen! Das ist echt voll die Tierquälerei. Sie rochen nach gebratenem Schinken und hausgemachtem Hamburger. Zum Glück gab es dann bei Oma ganz viele Kekse für uns und wir wärmten uns schnell wieder auf. Mama ist übrigens hingefahren. Wir haben uns hinten in der Box gegenseitig die Augen zugehalten.

 

Omas freier Tag

…begann damit, dass wir zum Frühstück einfielen wie ein dackeliger Heuschreckenschwarm. Leckerliiiis! Weil wir ja an der See waren, beschlossen wir, an den Strand zu fahren. Dort war es mega stürmisch, meine Ohren flatterten im Wind und durch das Tosen der Wellen konnte man kaum ein Kommando verstehen (wie schade!).

Sina machte der eiskalte Wind nichts aus, sie hat ja einen dicken Pelz. Lucy trug vorsichtshalber ihre Jacke, deren Kapuze wie Batmans Cape im Wind flatterte. Außer uns war kaum eine Menschen- oder Hundeseele am Strand, dafür aber viele Möwen. Wie gern hätte ich die ein bisschen gejagt! Es war ein toller Anblick, wie die riesigen Wellen gegen die Wellenbrecher krachten. Beim Gedanken, dass ich auf so etwas schon mal geklettert bin, wurde mir dann doch anders. Treibgut und Schaum waren angespült worden und rochen hochinteressant.

Danach waren wir im Megazoo, wo es viele Köstlichkeiten gab. Wir und Sina knusperten dann zuhause bei Oma getrocknete Schweineohren. Die Menschlinge entschieden dann auch abends essen zu gehen (ohne uns, gemein), wir blieben in unserer Box und machten erstmal ein Schläfchen. Die Zweibeiner ließen es sich in dieser Zeit in einem chinesischen Restaurant gut gehen. Doch dieses Mal bekamen wir einen Happen ab! Mama schmuggelte extra für uns aus dem Buffet ein gebratenes Stück Fleisch. Na also! Geht doch!

Den letzten Tag bevor es wieder heim ging, angelten wir nochmal, verabschiedeten uns von Oma und meinem Kumpel Max und dann ging es in unser trautes Heim. Ich freue mich schon auf das nächste Mal! 🙂

058-img_3334