Wieso ich diese Nacht wohl bei der Katze schlafen muss oder Der Freudenstrudler

Oh weia, da habe ich wieder etwas ausgefressen… Lucy ist sauer! Mama ist sauer! Papa wird auch nicht begeistert sein. Allein Kyra lacht sich eins vom Kratzbaum. Was ich verbrochen habe? Naja, ich habe Lucy nass gemacht. Again. Allerdings blieb es nicht nur bei Lucy…

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Es war einmal, an einem lauen Sommerabend, vor einer halben Stunde, da lag ich gemütlich und versonnen mit mir und der Welt auf meinem Kissen. Lucy schlief neben mir, Frauchen tippte auf ihrem Computer herum, als es plötzlich klingelte! Obwohl wir Dackel nun nicht so bedrohlich aussehen, sind wir tolle Wachhunde und was uns an der bedrohlichen Optik fehlt, gleichen wir durch lautes Gebell wieder aus. Die Zweibeiner nervt das manchmal, aber sie wissen sich auch in Sicherheit, denn keiner kann sich unserer Tür unbemerkt nähern… schon gar nicht, wenn er klingelt.

Frauchen schnappte sich Lucy und sperrte sie kurzerhand ins Schlafzimmer, das Zimmer, das im Flur am nächsten an der Haustür ist. Ich flutschte zum Glück an ihr vorbei und war der Erste an der Tür, wie es sich für einen Rüden gehört. Die olle Zweibeinerin tat darauf etwas, dass mir immer wieder peinlich ist vor meinen Kumpels und ich bin mir sicher, Finn musste so etwas beschämendes noch nie erdulden. Ach, was solls- sie hat mich einfach unter den Arm geklemmt. So. Als sie die Tür dann endlich nach gefühlten Stunden öffnete, stand da gar kein Einbrecher, sondern die Mama vom Papa! Omaaa! Ich paddelte begeistert mit den Beinchen und wollte ihr zur Begrüßung einen dicken Schmatz geben, nur kam ich nicht ran.

Dann jedoch nahm das Schicksal buchstäblich seinen Lauf…

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Mama bemerkte zunächst nichts. Sie steckte mich schnell zu Lucy und machte die Tür hinter mir zu. Dann stellte sie wohl fest, dass ihr Shirt leicht an ihr festklebte. In der Zwischenzeit sprang ich immer noch aufgeregt herum, einerseits wegen unserem Besuch (Oma! Oma! Oma!) und andererseits vor Schreck darüber, dass ich mich in einen wild gewordenen Rasensprenkler verwandelt hatte. Was also tun? Natürlich, ich suchte mein Heil in der Flucht und sprang quer über das Bett und machte sogar über Lucy einen Hüpfer. Was ich bei meinem Fluchtplan übersehen hatte, war die Tatsache, dass jener Rasensprenkler mit mir verwachsen war und ich hinter mir eine nasse Spur gezogen hatte. Oma hatte sich mittlerweile wieder auf den Weg gemacht und ich hörte Mama fluchen. Oh shit, ich hatte gehofft, ihr wären die nassen Klamotten gar nicht aufgefallen. Als die Tür wieder aufging, huschte ich schnell heraus, bewegte mich mit schnellen Trippelschrittchen davon und verschwand in meiner Hundebox. Von dort aus beobachtete ich, wie Mama unter weiteren Flüchen das Bettzeug abzog und erstmal unter der Dusche verschwand. Uff, war die angepisst… und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als sie zurückkehrte und mich mit hängenden Dobby-der-Hauself-Ohren in meiner Box sitzen sah, hatte sie mir schon fast wieder verziehen, doch dann vermasselte Lucy mir die Mitleidsnummer. Lucy schaute mich anklagend an und trottete um unser Frauchen herum. Dieser fiel sofort der ungewöhnliche Geruch auf und schaute zu Lucy herunter. Lucy schaute hinauf. Lucy war ebenfalls Opfer meines Freudenstrudlers geworden. Obwohl unser kurzes Fell relativ pflegeleicht ist und es, wenn wir schmutzig sind, oft reicht uns feucht abzuwischen, half hier nur noch ein Bad. Ehe Lucy „Bud, ich beiß dich!“ sagen konnte, stand sie bereits eingeweicht in Hundeshampoo in der Dusche. Das letzte Mal, als ich sie ins Wasser geschubst habe, hat sie mir gerade erst verziehen. Das Bett trocknet noch, die Waschmaschine läuft und ich drängel mich dann mal zu Kyra auf den Kratzbaum, da sie die einzige Dame hier ist, die nicht sauer auf mich ist.

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„Das wirst du mir büßen!“

Der Dackel und sein Hüftschwung

Die nächsten Tage lebe ich in Angst. Angst vor der Rache der Lucy. Bestimmt zwickt sie mich wieder in meine privatesten Bereiche! Aber lasst mich von vorn anfangen:

Es war Freitag, es war ein schöner sommerlicher Tag und er hatte gut begonnen. Mama hat uns für den MiDoggy Trick Challenge angemeldet, das heißt, sieben Tage lang meistern wir sieben Tricks. Gestern ging es mit Highfive los, was wir aber schon können und heute lernten wir, die Pfötchen auf ihren Arm zu legen. Genau das war unsere Morgenaufgabe und ich war ziemlich zufrieden. Ich hatte schnell verstanden, was ich tun sollte und ordentlich viele Hundekekse verspeist.

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Als dann unsere Eltern die Angeltasche holten, war mein Tag eigentlich schon perfekt. Am Flussufer war es erstaunlich zivilisiert, statt mannshohe Brennnesselgebüsche befanden sich hier ein Kinderspielplatz und eine Bootsanlegestelle und dementsprechend viele Menschen wuselten hier herum. Zwei davon kannte ich: Oma Mella und Opa Niels!

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Die Zweibeiner setzten sich an das Ufer, das in Form von Treppenstufen zum Wasser hin abfiel. Ich widmete mich erstmal äußert wichtigen Maulwurfslochgrabungsarbeiten. Nur, wenn die Zweibeiner etwas aßen, ein Entenpaar an uns vorbei paddelte oder die Wellen von den Fähren gegen das Ufer klatschten, schaute ich aus dem Erdreich auf. Lucy klebte dagegen die ganze Zeit an den Menschlingen und bettelte um einen guten Bissen.

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Es bissen auch viele Fische an, aber fressen durfte ich nicht einen einzigen. Alle wurden wieder freigelassen! Als ich gerade mit auf der Treppe saß und ich Lucy ganz unten am Wasser sitzen sah, überkam mich der Schalk.

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Ich sprang herunter zu ihr, holte aus und schubste sie mit einem perfekten Hulahulahüftschwung in den Fluss. Opa reagierte blitzschnell und zog Lucy an der Leine, die er gehalten hatte, wieder aus dem Wasser. Lucy war tropfnass und ihr Geschirr war vollgesogen wie ein Schwamm. Mama hatte in weiser Voraussicht ein Handtuch eingepackt und trocknete den klitschnassen Dackel ab. Lucy zitterte noch eine Weile, trocknete aber wieder, bevor es nach Hause ging. Allerdings bekam ich noch ziemlich vernichtende Blicke aus ihren Augen. Für die nächsten Tage ist also Einschleimen angesagt!

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Der erste Mai und die Rehköttel

Einen schönen ersten Mai euch allen!

Der Mai ist da! Und mit ihm (hoffentlich) auch endlich mehr Sonnenschein und weniger Spontan-Schnee. Spontan war heute bei uns allerdings kein nachträglicher Wintergruß, sondern mein Bruder, der mit Tante Heidi vorbeikam!

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„Hey Lucy, hast du zugenommen?“ „HALT DIE KLAPPE, BALDI!“

Die drei Musketiere Dackeltiere

Wir hatten ihn seit dem letzten Angelausflug nicht gesehen und überfielen ihn stürmisch. Nach dieser wilden Begrüßung spielten wir erstmal drinnen, während die Frauchen langweilige Zweibeinergespräche führten, doch dann nahmen sie endlich die Leinen in die Hand.

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Dackelbrüdersynchronnasenlecken

Es ging runter zu unserer Lieblingswiese und wir konnten endlich mal wieder miteinander spielen. Baldi und ich entdeckten dann auch ein paar Mauselöcher, die wir gleich ausbuddelten.

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Es ist braun, aber keine Schokolade

Lucy entdeckte dann aber etwas weitaus besseres: Rehköttel! Sie begann sich voller Genuss zu wälzen, ruderte mit den kurzen Beinchen und brummelte wohlig. Die Köttel massierten sich wunderbar in ihr Fell ein. Die Zweibeiner bemerkten dann auch, dass Lucy sich im Gras herumrollte und irgendwann bemerkten sie auch das Rehgold.

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Zuhause angekommen landete Lucy gleich im Waschbecken und bekam eine Shampoowäsche, aber das war es wert. Unsere Herrchen waren zusammen angeln gewesen und mittlerweile heimgekehrt und dann musste Baldi auch schon wieder mit seinen Eltern los. Und ich musste erstmal ein Schläfchen machen, nach diesem anstrengenden Wochenende.

Ich hoffe, ihr hattet alle ebenfalls einen schönen Feiertag und konntet den Frühling genießen! 🙂

Von Osterhasen und Kartoffelsalat

Die Menschlinge feiern in diesen Tagen Ostern. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber es hat mit gekochten Eiern und Hasen zu tun. Und gerade die Hasen sieht man überall! 

Letztes Jahr, während unseres Praktikums, hat man aus Lucy sogar einen Hasen gemacht! Jedenfalls teilweise, denn sie haben ihr Hasenohren aufgesetzt. Ich glaube, sie dachten, Lucy würde dann besser hören. Als ob das bei einem Dackel genützt hätte! 🙂

Heute, am Ostersonntag, waren wir bei Papas Oma. Ich liebe es, in ihrem Wohnzimmer herum zu tollen, denn dort liegt weicher Teppichboden. Zum einen rutscht man dort nicht so beim Rennen und zum anderen kann man sich wunderbar wälzen. Die vielen Leckereien, die ihren Weg in mein Mäulchen finden, was mir – und der verfressenen Lucy- gut gefällt, natürlich auch! 

Nachdem wir eingetrudelt waren und Lucy und ich aufgeregt alle Familienmitglieder gebührend begrüßt hatten, ging es plötzlich wieder raus. Nanu? Gassi? Aber wir waren doch gerade erst! Die Zweibeiner begannen plötzlich zu suchen und fanden überall im Garten Eier, Schokolade und andere Sachen. Dank unserer überragenden Dackelnase spürten wir jedes Versteck auf. Danach ging es wieder zurück in die warme Stube und ich konnte wieder auf dem Teppich spielen.

Die Menschlinge waren unterdessen nicht faul… soll heißen, zumindest Papas Großeltern waren es nicht, der Rest hatte die Couch erobert… und bereiteten das Essen vor. Ich sah viele gute Sachen in den Menschenmündern verschwinden und dachte mir, dass das Frühstück schon eine Weile her war.  (Lucy und ich hatten zu Ostern etwas tolles zu essen bekommen, wir waren ganz aus dem Häuschen! Ich verrate aber lieber nicht, was es war, manche Zweibeiner haben eine niedrige Ekelschwelle. Nur soviel: es war eine Delikatesse aus dem Barfladen.)  Schneller als ich gucken konnte, war das Essen verputzt und die Zweibeiner wieder auf der Couch. Das übrige Essen verschwand in der Küche, alles, außer einer Schüssel Kartoffelsalat. Die wurde mit Alufolie abgedeckt und im Flur deponiert, damit man auch daran dachte, sie mit zu nehmen. Ich wusste von der Schüssel nichts. Wir lagen alle in verschiedenen Stadien der Mattheit auf dem Sofa. 

Papas Oma kam in diesem Moment der Gedanke an Nachtisch und beschloss, Eis aus dem Keller zu holen. Als Gentleman ging ich, unbemerkt, mit und schaute mich bei dieser Gelegenheit gleich etwas im Haus um. Im Flur stieß ich plötzlich auf den Kartoffelsalat. Er stand auf dem Boden und befand sich in einem napfähnlichen Gefäß, damit war die Sache klar: Der musste wohl für mich gedacht sein. Mir fielen die Menschlinge im Garten wieder ein, die überall Essbares gefunden hatten- jetzt wusste ich, wieso der Kartoffelsalat hier stand, der Osterhase hatte ihn für mich versteckt. Eigentlich esse ich lieber Fleisch, aber ich wollte ja nicht unhöflich sein und machte mich über den Salat her. Mittlerweile war meinen Eltern mein Verschwinden aufgefallen und sie suchten rufend nach mir. Fröhlich lief ich zu ihnen, doch auch der Kartoffelsalat kam ihnen nun in den Sinn. Zweierlei überführten mich: die sorgsam beiseitegelegte Alufolie und der Mayonnaiseduft aus meinem Maul. Also, ich finde Ostern und die versteckten Leckereien total toll. 


Euch allen noch ein schönes restliches Osterfest und einen ebenso fleißigen Osterhasen wie mir! 

„Oh, du schlimmer Hund!“ – Aufruf zur Blogparade!

Ganz richtig, nachdem wir nun schon an ein paar Blogparaden teilgenommen haben und unseren Spaß daran hatten, haben wir uns nun unsere eigene Blogparade ausgedacht!

Das Thema geht um das, was ich nach dem Buddeln am besten kann- Unfug machen!- und lautet:

„Oh du schlimmer Hund!“

Anlässlich meiner letzten Schandtat möchte ich nun ein paar tolle neue Anregungen… ääh, ich meinte, Dinge, die ich natürlich nie machen würde, von euch hören! Was war das Schlimmste, was Kollege Hund jemals angerichtet hat? Meine gesammelten Schandtaten könnt ihr hier nachlesen. (Welche davon die Schlimmste ist, kann jeder für sich entscheiden, Mamas Favorit ist gerade die Sache mit der Transportbox.)

Die Regeln:

Wer kann mitmachen? Jeder. Egal ob auf dem eigenen Blog, als Kommentar unter diesem Beitrag, an der Toilettenwand…

Bis wann kann man mitmachen? Da man ja als liebender Hundebesitzer viel Zeit braucht, um Gassi zu gehen/ Leckerlis einzukaufen / den Hund zu knutschen ist die Frist dieser Blogparade bis zum … Nanu? Stand hier nicht mal ein Datum? Das hat wohl die Katz‘ (oder vielleicht doch der Dackel?) gefressen! Open end Blogparade für alle! Alle bisher erschienenen Beiträge werden zusammen vorgestellt. Sobald ein neuer Beitrag zum Thema erscheint, wird er ebenfalls in diesem Artikel aufgenommen. 

Was sonst noch? Verlinkt euren Beitrag mit diesem Artikel und hinterlasst einen Kommentar mit dem Link zu eurem Beitrag. In einem extra Artikel fasse ich dann die geballten Schandtaten zusammen. (Das wird meine To-Do-Liste, hr hr hr.)
Und liebe Hundekollegen: Denkt daran, mit einem Dackelblick wickeln wir unsere Zweibeiner eh wieder um den Finger, egal, was wir getan haben. 😉

Bud, der Ausbruchskünstler

Seit Mamas Oma über die Regenbogenbrücke gegangen ist, ist Mamas Opa sehr allein. Deswegen besuchen unsere Menschlinge den alten Mann nun öfter. Beim letzten Mal hat Mama ihn gefragt, ob sie uns denn mal mitbringen soll, so zur Ablenkung, und er fand die Idee toll. Doch leider ist es bei den alten Menschlingen wie bei den alten Hunden: Es gibt gute Tage und weniger gute Tage, vieles flutscht durch das Gedächtnis einfach hindurch. Heute hatte er keinen so guten Tag, obwohl wir dabei waren. Gut, gut, vielleicht habe ich mich ein kleines bisschen daneben benommen. Aber es roch überall nach Katze und die interessierten Lucy und mich bedeutend mehr als brav bei den Menschlingen zu sitzen.

Dies hatte zur Folge, dass wir in unsere Autobox verbannt wurden. Die Menschlinge behaupteten, sie kämen gleich wieder, doch dauerte mir „gleich“ entschieden zu lange. Schließlich bin ich ja ein selbstständiger und kluger Dackel! Nachdem wir unsere Snacks, die Mama uns noch zum Trost, bis sie wieder da sei, gegeben hatte, verdrückt hatten und ich mir ausgiebig das Maul geleckt hatte, blickte ich mich in der Transportbox um und überlegte, wie es denn zu machen sei. Hier drin bleiben und brav warten? Hah! Nicht mit mir. Ich bin schließlich Bud Hundini, der große Entfesselungskünstler!

Unsere Box ist ein großes klobiges Modell aus einer harten Plasteschale,  vorn ist sie mit einem Gitter verschlossen. Dieses lässt sich durch eine Schiene auf und zu ziehen, das hatte ich schnell herausgefunden und mich schon bei unserer ersten Fahrt damit erfolgreich befreit. Ich hatte nur von Innen gegen das Gitter gedrückt und es mit der Schnauze bequem zur Seite schieben können. Dann hatte Papa aber ein Loch gebohrt und einen Verschluss rangebaut. Toll. Damit funktionierte das Ausbrechen nicht mehr.

Dieses Mal jedoch kam mir die Idee, dass man ja auch versuchen konnte, das Gitter komplett aus der Schiene nach Innen zu ziehen, statt es herauszuschieben und tadaaa! So konnte ich herausschlüpfen und stand im Kofferraum! Lucy, die zwar treudoof in ihrer Box gewartet hätte, aber nun, da die Gelegenheit bestand, diese natürlich auch nutzte, folgte mir.

Hinten im Kofferraum war es doof, darum kletterte ich die Rückseite der hinteren Sitzbank hoch und schaute mich dort um. Papas Tasche von der Arbeit enthielt leider keine Pausenbrote mehr, deswegen spazierte ich gemütlich durch das Auto, schön über die Lederpolster, die ich sonst nicht betreten durfte. Lucy war es ebenfalls gelungen, über die Lehne zu kraxeln und suchte erstmal nach Essen. Als die Rückbank erkundet war, ging es vorn weiter. Irgendwie kam einer von uns an irgendwas und das Auto begann komisch zu blinken, was Papa auffiel, der gerade die Fische draußen gefüttert hatte. Er dachte aber, unser Kläffen hätte vielleicht einen Alarm ausgelöst. Als die Menschlinge dann aber auch gleich aufbrechen wollten, fanden sie uns beide quietschvergnügt auf dem Fahrersitz. Und weil ich ja die Box zerstört hatte, durften Lucy und ich heimwärts vorne mitfahren! Das war echt ein gelungener Ausflug, zumindest für mich. Die Menschlinge suchen nun nach einer neuen, buddy-sicheren Box und ich überlege, ob ich beim nächsten Mal nicht gleich mit Lucy nach Hause fahre.

Der Simulant

 

Papa hat, genau wie ich, mehrere Brüder, nämlich zwei. (Besser als nichts, ich hatte natürlich viel mehr Geschwister.) Der jüngste Bruder ist unser Lieblingsonkel Tini und dieser hatte seinen Abiball, zu dem meine Eltern eingeladen waren. Abiball… Da haben wir wieder einen dieser seltsamen Menschenbräuche. Zum Glück muss ich am Ende meiner Hundeschulzeit nicht tanzen!

Der Tag hatte eigentlich gut begonnen, Mama ging früh mit uns joggen und mein Papa war mit dabei, das fand ich super. Nicht lange danach ging es wieder raus, dieses Mal durften wir auf unserer Lieblingswiese spielen und buddeln und ein bisschen trainiert haben wir auch. Ich verhedderte mich nur einmal an der Schleppleine und quiekte kurz auf, was aber mehr Schreck als Schmerz war. Zuhause begannen sich die Menschlinge zu putzen und zogen sich ihre Ausgehkleidung an, keiner interessierte sich mehr für uns. Anscheinend wollten unsere Eltern also den Abend ohne uns verbringen! Lucy konnte das zwar hinnehmen, aber ein El Buddo Fantastico nicht!

Mit Leidensmiene humpelte sich also los. Mein Plan schien erst super aufzugehen: Mama ließ alles fallen, um mein Beinchen zu untersuchen. Als sie keinen Stachel in der Pfote oder eine ähnliche Verletzung fand, entschieden sich meine Eltern jedoch, dass ich ja jetzt eh schlafen würde und sie morgen mit mir zum Arzt fahren würden, wenn ich immer noch humpeln würde. Mist! Jetzt fuhren sie ja doch weg! Wenigstens würden sie den ganzen Abend an ihren armen Bud denken und vor Schuldgefühlen zerfließen!

Es war mitten in der Nacht, als die beiden zurückkehrten. Lucy und ich waren voll verschlafen und liefen, als wir den Schlüssel hörten, zur Tür. Dort, das muss ich zu meiner Schande gestehen, vergass ich vor Freude mein Hinken. Am nächsten Tag wurde ich trotzdem geschont, aber Mama und Papa ahnten nun, dass ich nur geschauspielert hatte. Beim nächsten Mal muss ich meine Rolle überzeugender spielen und vielleicht auch Kunstblut einsetzen!

Schandtaten II

Nun, schon einmal habe ich meine gesammelten Schandtaten berichtet und da sich einige neue angesammelt haben, ist es allerhöchste Zeit für ein Update!
Beginnen wir mit der neusten!

Ein Cheeseburger für den Bud

Cheeseburger.jpgVor kurzem ass mein Papa auf der Arbeit ein paar Burger zum Mittagessen und da einer übrig blieb, nahm er ihn mit nachhause. Er legte den Burger auf dem Tisch ab und spielte erstmal mit uns, wie immer, wenn er heimkommt und dann erledigte er zusammen mit Mama irgendwelchen Menschenkram am Computer. Der Cheeseburger lag während dessen unberührt auf dem Tisch und keiner machte Anstalten ihn essen zu wollen. Natürlich nahm ich mir ein Herz und dachte mir, „Ach Bud, in anderen Ländern verhungern Welpen und dieser Burger liegt hier schon mindestens fünf Minuten und vergammelt, warum isst du ihn nicht, bevor er verkommt?“ Also habe ich mir den Burger genommen und auf den Boden gelegt. Ohren gespitzt-keine Reaktion. Offensichtlich sind alle einverstanden, dass ich den jetzt esse. Den Burger aus dem Papier ausgepackt- immer noch nix. Nicht mal Lucy wollte etwas abhaben, die saß bei unseren Eltern und half ihnen am Computer. Gut, da lag er nun vor mir, der Burger, saftig, fettig und appetitlich und keiner würde mir beim Verzehr helfen. Der Burger war groß und ich wusste, dass es für mich eine gewaltige Aufgabe sein würde, ihn zu verdrücken, aber ich wäre nicht der fantastische Bud, wenn ich es nicht wenigstens versucht hätte. Also begann ich zu schmausen. Ich war gerade fertig und leckte mir das Schnäuzchen, da kam Mama der Gedanke , was ich wohl alleine in der Stube tun würde? Also kam sie zu mir rüber und fand auf dem Boden ein leeres Burgerpapier- in dem allein und verlassen die zwei Gurkenscheiben lagen, die ich verschmäht hatte. Sie musste so sehr lachen, dass sie nicht mal mit mir schimpfte.

Mama’s Stiefelheizung

Weil es nun langsam Winter wird, beginnt meine Mama sich immer mehr einzumummeln. Sie braucht nun wieder Jacken und Handschuhe und solches Zeug, so dass man eeeewig auf sie warten muss, wenn man Gassi will. Da Mama wirklich schnell krank wird, muss sie aufpassen, dass sie nicht zu sehr auskühlt. Und was ist bei ihr das kälteste? Natürlich die Füße! (Nachts wärme ich sie oft, bin ja um ihr Wohl besorgt.) Deswegen hatte sie ein praktisches Ding, mit dem man Stiefel in angenehmer Körpertemperatur halten konnte. Hatte. Dieses Ding bestand aus einer Heizsohle und einem Batteriefach, das mit einem Kabel verbunden war. Lucy hat sich dann gedacht, dass Stiefelheizungen nur für Weicheier sind und nagte kurzerhand das Kabel durch. Schade für Mama, aber sie hat ja noch uns zum Wärmen!

Oh, it’s tea time!

Mama war letztens krank und lag nur herum. Fürsorglich, wie mein Papa ist , hatte er ihr Tee gekocht und uns zu ihrer Pflege dagelassen. Natürlich bin ich sehr besorgt darum, dass es ihr auch gut ginge und so fragte ich mich irgendwann, ob dieser Tee denn überhaupt für sie geeignet sei oder am Ende gar nicht schmeckte. Er roch ja ganz gut (es war ein Früchtetee mit Banane) und so begutachtete ich prüfenden Blickes den Inhalt ihrer Tasse. Manche von euch Mithunden ekeln sich nun vielleicht, aber ich kann euch beruhigen: sie hatte nichts ansteckendes. Denn ich senkte meine Nase in ihre Tasse und kostete den Tee. Mama fand das sehr erheiternd und teilte sich daraufhin mit mir den Rest ihres Tees. Ich denke, Tee ist schon eine nette Idee, aber man sollte statt irgendwelchen Pflanzen lieber Schinkenknochen aufbrühen, das wäre delikat.

Der Unterhosenmörder

Menschen haben ja bekanntermaßen kein Fell, was sie ziemlich dämlich aussehen lässt. Darum ziehen sie sich jede Menge Kleidung an und die eignet sich hervorragend als Kauspielzeug. Socken mag ich ganz gerne, aber am besten finde ich Unterhosen. In Papas Unterhosen habe ich schon das ein oder andere Loch gekaut, Mamas Unterhosen kaue ich jedoch gleich in mehrere Teile. Geht ja auch schnell bei dem bisschen Stoff.

Mama schimpft dann immer, dabei erspare ich ihr doch so viel Arbeit beim Wäsche waschen!

Lucys diebisches Dackelmaul

Nicht nur ich finde , dass Menschenfutter viel besser schmeckt als unser Essen. Auch Lucy findet es sehr verlockend und wollte auch gern mal naschen. Nur ist sie nicht so ein Ninja wie ich. Mama und Papa hatten an diesem Abend Spaghetti und die Hackfleischsoße roch wundervoll. Sie aßen im Computerzimmer und schauten einen Film an, Mama war abgelenkt, die Gelegenheit war günstig. Mama konnte nur noch aus dem Augenwinkel eine Bewegung sehen und ein leises Schmatzen hören, da hatte Lucy schon eine schöne Schnauze voll Nudeln geschnappt. Sie bekam zwar Anschiss, aber sie war glücklich.

Der Haufenkünstler

Das Häufchenmachen ist für mich nicht nur eine alltägliche Sache, sondern auch ein Sport. Es gilt, den Haufen an schwer erreichbare Stellen zu platzieren. So kletterte ich einen kleinen Hang hinauf, drehte mich ordnungsgemäß dreimal im Kreis und stand dann mit dem Hinterteil nach oben und dem Kopf den Hang abwärts da und legte meine kleinen Pralinen. Jedoch blieben sie nicht liegen, nein, sie rollten zwischen meinen Vorderpfoten hindurch bis zu meiner Mama, die sich kringelte vor Lachen.

Ein weiteres Ziel von mir sind Zäune. Irgendwann schaffe ich es, durch einen Zaun in ein Grundstück zu kacken, wenn es mir nur gelänge, mein Hinterteil zwischen zwei Zaunslatten zu quetschen. Ihr seht, man brauch nur ein bisschen Kreativität!

Die weiße Nase

Unlängst vergass Papa seinen Zaziki auf dem Tisch. Ich saß auf der Couch, als sich plötzlich ein riesiges Wurmloch zu einer anderen Galaxie öffnete! Heraus kamen schreckliche Aliens, die ein bisschen aussahen wie Katzen, die sich den Zaziki schnappten und vollständig absorbierten. Nur ein Spritzer flog genau zu mir und blieb an meiner Nase kleben. Die Aliens flohen durch das Wurmloch, dass sich wieder schloss und der leere Zazikibecher blieb vor mir liegen. Mama kam ins Zimmer, sah die weiße Nase und wer bekam den Ärger? Ich! Aber ihr wisst nun, was sich wirklich an diesem Tag zugetragen hat.

Die Badewannen-Ballerina

Dass Menschen schon sehr seltsam sind, habe ich  bereits erwähnt. Sie haben viele komische Marotten und eine davon ist das Nassmachen. Sie machen ihre Näpfe gern nass und ihre Kleidung, die sie mangels Fell tragen müssen, den Boden, sie machen auch vor sich selbst nicht halt. Das nennen sie dann „sauber machen“ oder „waschen“ oder auch „baden“, dabei bedeutet es immer dasselbe: Wasser!  Mama saß eines Tages in der Badewanne und ich fragte mich, was machte sie in dem riesigen Ding? Also beschloss ich, der Sache auf den Grund zu gehen und mit einem Satz sprang ich auf den Wannenrand. Ich erblickte Wasser und das gefiel mir gar nicht. Es gelang mir, kaum dass meine Pfoten den Rand berührt hatten und ich den Fehler erkannt hatte, eine zirkusreife Drehung zu vollziehen und wieder in Sicherheit zu springen. Gerade noch mal Glück gehabt!

Bud, der Hühnerschreck

ACHTUNG! Folgender Text enthält Gewalthandlungen und ist nicht für zartbesaitete Gemüter geeignet! Wer kein Blut sehen kann, sollte lieber diesen Eintrag überspringen! Ich wiederhole: Ekel-Alarm! Mord! Gewalt! FSK18!

Oh, ihr seid noch da? Dann gehört ihr also zu den harten Jungs!

Heute habe ich nämlich etwas böses gemacht, wie Mama sagt. Papa hat sich noch nicht zwischen lachen und weinen entschieden.

Es begann damit, dass heute Muttertag war. Weil Mamas Mutter jetzt weit weg wohnt, sind wir nur zu Papas Mutter gefahren und saßen dort gemütlich im Garten. Lucy saß brav neben Mama und himmelte sie an, weil auf dem Tisch köstlicher Kuchen stand und sie sich natürlich einen Bissen erhoffte. Ich dagegen wollte Abenteuer und schnüffeln! Oma schlug daraufhin vor, mich einfach im Garten freizulassen. Mama wollte das nicht, weil sie Angst hatte, ich könnte unter dem Zaun durchschlüpfen oder etwas falsches essen, aber Papa fand auch, dass ich herumlaufen könnte. Also ab mit der Leine und rein ins Vergnügen! Ich brauchte nicht lange um den Garten zu erkunden, dann bemerkte ich, dass ich wirklich durch den Zaun passte und schaute mal beim Nachbarn vorbei. Er hatte einen großen Hühnerauslauf voller Hühner, und in seinem Zaun war ein großes Loch, groß genug für einen schlanken Dachshund wie mich.

… Also, an alle, die immer noch lesen und die einen empfindlichen Magen haben, jetzt wirds eklig!

Ich stand nun mitten im Hühnergehege und die Hühner rannten vor mir weg. Da bekam ich Lust, sie ein bisschen zu packen und verfolgte die Hühner. Mittlerweile war mein Fehlen natürlich bemerkt worden, Mama war sauer, Papa hatte seinen jüngsten Bruder, meinen Onkel, darauf angesetzt, mich zu suchen. Er kam mir hinterher, als ich gerade auf einem der Hühner saß, das Maul voll Federn und total glücklich. Er schaute kurz, ging dann zu Papa und kam mit ihm im Schlepptau zurück. Ich saß in einem Federnmeer und das Huhn, dass ich gefangen hatte, lebte nicht mehr ganz so sehr. Papa klemmte mich unter den Arm und kehrte mit mir zurück, die Aufregung war groß. Ich war stolz auf mich, ich hatte schließlich Beute aufgespürt, sie gejagt und getötet, besser gehts doch gar nicht. Daher war ich etwas verwirrt, dass ich keine Belohnung bekam. Stattdessen schleppten sie meine Beute herbei, schlugen ihr den Kopf ab, damit der Nachbar sie noch essen konnte (er war zum Glück nicht da) und wir mussten heim. Für das Huhn haben meine Eltern dann noch 20 Euro bezahlt, das zweite Huhn, dass ich mir für später hatte aufheben wollen, fand der Nachbar erst später.

Seitdem bin ich ein stadtbekannter Hühnerschreck.

Schandtaten I

Langsam aber sicher hatte ich mich an meine neuen Lebensumstände gewöhnt. Mein Rudel war zwar ohne meine ganzen Geschwister, meine Dackelmama und alle anderen nun kleiner, aber das hatte natürlich den Vorteil, dass nun nicht mehr so viele im Rang über mir stehen!

Mein Tagesablauf bestand meistens darin, gleich morgens, wenn Mama sich nur schnell einen Mantel überwarf und Schuhe anzog und uns rausbrachte, ein hübsches Häufchen zu machen. Jedes Mal flippte Mama fast aus und lobte mich und gab mir ein Leckerli. Jedes Mal beteuerte sie, sie habe noch nie so ein prächtiges Häufchen gesehen und was macht sie dann damit? Sie packt sie extra in Tüten ein und lagert sie in einer großen Tonne. Ich weiß nicht, was sie damit vorhat, aber für das Leckerli mach ich halt draußen. Im Dunkeln habe ich sie schon versucht zu überlisten, in dem ich mich hingehockt habe und es hätte auch fast geklappt, wenn sie nicht mit der Taschenlampe gesucht hätte. Sie nannte mich einen „kriminellen Superschurken“. Das gefällt mir. Mit dem Pipimachen klappt es draußen auch ganz gut, aber wenn Mistwetter ist und es regnet oder stürmt, halt ich es extra an, bis wir wieder drinnen sind. Mama muss mich ja nicht extra rausbringen, wenn ich lieber im Trockenen pullern will. Blöderweise versteht sie es nicht und schleppt mich dann, obwohl ich schon fertig gepullert habe, nach draußen. Vielleicht versteht sie einfach nicht, wie es funktioniert? Dabei fällt mir ein, ich habe noch nie gesehen, dass sie oder Papa draußen markiert hätten. Menschen sind echt merkwürdig.

Nachdem wir uns erleichtert haben, kriechen wir nochmal zu Papa ins Bett, bis er auf die Arbeit muss und dann bleibt er bis zum Nachmittag weg. Das finde ich schade, weil ich immer Angst habe, dass er nie wieder kommt, aber wenn er dann da ist, spielt er immer zuerst mit uns. Ich freu mich dann wie verrückt, dass ich sogar manchmal vergesse, meine Blase im Zaum zu halten und dann mache ich das, was meine Eltern den „Freudenstrudler“ nennen.

Bis Papa wiederkommt, vertreiben wir uns die Zeit mit Frühstück und weiteren Pipirunden, aller zwei Stunden, und natürlich spielen. Manchmal muss auch Mama weg, weil sie zur Uni muss, aber sie bleibt nie so lange weg. Wenn sie da ist, geht es dann auch gleich wieder raus, manchmal haben wir es aber nicht mehr ausgehalten und Mama muss dann den Flur putzen, während wir im Wohnzimmer spielen. Manchmal entscheidet sie sich aber auch dafür, zuhause ihre Unidinge zu erledigen und nicht weg zu gehen, die Tage sind mir die liebsten.

Eine meiner Schandtaten geschah an einem dieser Tage. Wir schliefen friedlich auf ihrem Schoß, während sie eifrig an ihrem Computer herumtippte und frühstückte nebenbei aus einer Schüssel auf ihrem Schreibtisch. Der süße Duft von Milch und Cornflakes weckte mich auf und ich versenkte blitzschnell meine Schnauze in die Schüssel.  Leider kippte die Schüssel und Mamas Tastatur, der Schreibtisch, Lucy und ich, Mama und ihr Schreibtischstuhl bekamen eine Milchdusche. Lucy wachte auf, stellte fest, dass überall klebrige Milch schwamm und begann genau wie ich, schnell soviel aufzuschlecken, wie möglich, bevor Mama uns schnappte und ins Bad brachte. Dort wurden wir überflüssigerweise noch einmal gewaschen, dieses Mal mit Wasser. Danach versuchte sie mit Tüchern ihre Tastatur zu säubern. So ein Quatsch! Mit unseren Zungen wären wir viel besser rangekommen. Unser Fell war aber noch nie zuvor so weich und glänzend und Lucy verlangt, dass ich sie mit Kleopadra anspreche.

Wie bereits erwähnt, spielt das Pipi- und Pupu-Machen für uns eine wichtige Rolle. Machen wir alles richtig, bekommen wir eine leckere Belohnung und werden gestreichelt und gelobt, machen wir rein, bekommen wir nichts. Einer dieser Tage, der später als „der Tag des Bombenabwurfs“ in Erinnerung behalten wurde, begann damit, dass ich mir gerade mein Bäuchlein vollgeschlagen hatte. Lucy brauchte wie immer länger als ich und ich bemerkte bereits, dass ich musste. Jetzt. Also lief ich eilig zur Tür, die jedoch wie immer verschlossen war. Ich schnüffelte am Boden und entschied mich, dass auch hier eine gute Stelle für ein Häufchen war und hockte mich hin. Papa stürzte auf mich zu und schnappte mich und rief dabei: „Kann man ihn noch aufhalten?“ Ha. Natürlich nicht, naiver Mensch. Das Tor zur Hölle hatte sich bereits geöffnet und ließ sich nicht so einfach schließen.  Mein Papa hielt mich auf Augenhöhe, er sah mich an und ich sah ihn an. Es plumpste drei Mal hörbar, als meine Bomben auf den Boden trafen. Mein Papa begann zu lachen und musste sich japsend an die Wand lehnen, weil er sich so ausschüttete vor Lachen und auch Mama hat Tränen gelacht. Seitdem nahmen sie mich gleich nach dem Essen auf den Arm, damit ich mir gar nicht erst wieder ein Plätzchen zum Machen suchen konnte.
Doch nicht nur das, was rauskam, war interessant, nein, viel spannender ist, was ich alles versucht habe zu essen!

Bis zu meinem Zahnwechsel war ich ziemlich friedlich, danach wurde ich zum Nagetier! Meine Spielsachen wurden aufgerissen, die Füllung verteilt und die Squeeker zerkaut, bis das Spielzeug unkenntlich gemacht worden war. Nicht nur Spielzeug zerlegte ich, ich zerfetzte auch mehrere unserer Hundebettchen. Immerhin wollte ich ja eh im Bett der Menschen schlafen, also brauchte ich die Körbchen nicht unbedingt.

Auch Socken und Unterhosen schnappte ich mir und zerfetzte sie, ebenso die Taschen jener Jacken, in denen Hundeleckerlis aufbewahrt worden waren. Eine weitere Masche von mir wurde das „in die Höhle tragen“.

Schritt 1: Man nehme sich einen Gegenstand.

Schritt 2: Man trage ihn in seine Hundebox.

Schritt 3: Man zerstöre den Gegenstand voller Genuss.

Immer, wenn etwas unauffindbar in dieser Wohnung ist, sucht Mama zuerst in meiner Box. Darin fand sie schon diverse Stifte, einmal Papas Rasierer, an dem ich mich zum Glück nicht geschnitten habe, da ich lieber am hinteren Ende gekaut habe, Klebebandrollen, Verpackungen, die eigentlich schon im Müll gelandet waren und auf rätselhafte Weise daraus entwischt sind, Klopapier- und Küchenrollen, Kleidungsstücke, Papas Abenteuermobilschlüssel und noch viel mehr. Meine Mama führte die Redensart „Ich hab mir das genommen.“ ein, weil ich sie mit meinem Klauverhalten an das Monster aus dem Spiel Black & White 2 erinnere, das genau diese Äußerung von sich gibt, wann immer es sich etwas geschnappt hat.

Einmal stahl ich aus dem Müll einen Hühnerknochen und ass ihn zufrieden auf, Mama bekam als sie es bemerkte einen Schreikrampf und fütterte mir ekliges ausgewaschenes Sauerkraut, damit es sich in meinem Magen um die eventuellen Knochensplitter legen sollte. Meine Verdauung überstand es problemlos, aber Knochen konnte ich keine mehr aus dem Müll stehlen. Dafür bekamen wir ab und an rohe Knochen , die sich viel besser für Hunde eignen und unglaublich lecker schmecken.
Trotzdem konnte ich leider nicht immer machen, was ich wollte, wenn ich Unsinn gemacht hatte, landete ich in der Auszeitbox und wurde dann eine Weile vollkommen ignoriert! Das ist natürlich das schlimmste für mich und wenn ich dann nach einer Weile wieder raus darf, bin ich überglücklich und habe plötzlich gar nicht mehr so große Lust auf Zerstörung und Sachen klauen und will viel lieber versöhnlich auf Mamas Schoß schmusen und mich ankuscheln. Ich weiß eben, wie man die Menschen wieder um die Pfote wickelt. 😉