Wo sich Hund und Hase Gutenacht sagen

Der freundlichste Hund der Welt

Dackel haben einen starken Jagdtrieb, das weiß vermutlich jeder. Ob Vogel, Katze oder Eichhörnchen, Lucy beginnt sehr schrill und aufgeregt zu bellen, sobald ein anderes Tier auf ihrem Radar erscheint und würde nur zu gerne hinterher. Aber heute geht es gar nicht um Dackel! Heute verrate ich euch etwas über meine flauschige Freundin Sina, das Golden Retriever Mädchen, und ihren besten Freund. Sina kennt ihr ja bereits, sie ist ein unglaublich freundlicher Hund. Sie hat immer ein Lachen im Gesicht und steckt mit ihrer fröhlichen Art an. Als Golden Retriever ist ihr Jagdtrieb eher gering und bezieht sich eher auf Essbares, das man klauen könnte, als auf Tiere. Außerdem lieben die meisten Retriever Wasser und Apportieren oft sehr gut. Sina hat sogar schon lebendige Tiere in ihrem Maul getragen und das so behutsam, dass diese nicht einen Kratzer hatten, sondern nur etwas vollgesabbert waren. Leider finden die unfreiwillig transportierten Vögelchen und Mäuse das große glückliche Hundetier dann doch etwas unheimlich und haben keine Lust mit diesem zu spielen. Dann kam jedoch Pepe.

Ziemlich beste Freunde

Obwohl er wahrscheinlich denkt, er sei eine Art Hund, ist er eigentlich ein Kaninchen. Er musste von den Menschlingen mit der Flasche aufgezogen werden und verbrachte seine Jugend in einem Tierschutzverein aus Mecklenburg-Vorpommern, der jedes Jahr großartige Arbeit leistet. Meine Oma adoptierte Pepe und ein paar seiner Freunde dann und so lernten sich Sina, der freundlichste Hund der Welt und Pepe, das freundlichste Kaninchen der Welt, kennen.

Pepe war als Flaschenbaby sehr zutraulich und kannte Hunde schon aus Tierschutzzeiten. Er hoppelte ohne Furcht einfach zu Sina und sie hatte endlich ein Tier gefunden, das sich nicht vor ihr fürchtete. Meistens schlendern die beiden zusammen durch den Garten, Sina sammelt die kleinen runden Murmeln, die Pepe verliert und die ja Hundeleckerlies sein müssen, schnell auf, was meine Oma ziemlich eklig findet und manchmal liegen die beiden auch einfach nur zusammen herum. Oma sagt oft, die beiden seien ihre beiden Hunde.

Lucy und ich haben Pepe auch kennengelernt und waren fasziniert. Jedoch blieb Pepe während unseres Besuchs lieber in seinem Hasenauslauf, sicher ist sicher.

Der Dackel und die stürmische See

Wenn es langsam kälter wird, fliegen die Zugvögel in wärmere Gefilde. Das finde ich sehr schlau. Meine Menschlinge haben uns dagegen an einen Ort gebracht, wo es kälter, nasser und windiger ist. Das sagt doch viel über ihre Intelligenz im Vergleich zu Zugvögeln aus!

Dackel auf Reisen

Für uns war es fast schon Routine: Wir wurden viel zu früh aus dem warmen Bettchen entführt, gezwungen unseren Morgenpipizeitplan auf den Kopf zu stellen und dann saßen wir in der Box im Abenteuermobil. Im Kofferraum. Im Dunkeln. (Die hinteren Scheiben sind getönt, also konnten wir zumindest noch etwas schlafen.) Das erste Gesicht, das wir sahen, als sich die Kofferraumklappe wieder öffnete, war ein fröhliches Dackelgesicht.

Es war mein Kumpel Max! Den hatte ich beim letzten Besuch bei meiner Oma kennengelernt (mehr dazu hier) und nun war mir auch klar, wo wir uns befanden! Wir waren bei Oma an der Ostsee!

038-img_3314

Die Ferienwohnung war genau in Max‘ Revier, deswegen hatte ich gleich viel zu tun, sämtliche Duftmarken zu übermalen und erstmal ausgelassen zu spielen. Weil Max‘ Herrchen auch Hühner hat und ich ein stadtbekannter Hühnerschreck bin, ließen mich meine Eltern aber lieber nicht von der Leine. Bevor wir bei Oma vorbei schauten, versuchte Papa sein Angelglück in Wustrow. Dann brauchten die gefräßigen Menschlinge jedoch eine Mahlzeit (Von der wir nichts abbekamen! Gar nichts! Gemein!) und danach sahen wir dann unsere Oma wieder! 🙂 Natürlich haben wir uns sehr gefreut sie wiederzusehen und wurden durchgeknuddelt.

Ran an den Barsch!

Der nächste Tag wurde ein Angeltag in Damgarten. Zunächst deckte sich Papa in einem Angelgeschäft mit Ködern und Tipps ein, dann standen wir auch schon am Wasser. Uns wurde es an diesem windigen Tag schnell zu kalt und Mama ging mit uns spazieren. Rund um das Gewässer gab es viele interessante Wanderwege, die wir gleich erkundet haben. Als es dann aber nicht mehr aufhörte zu regnen, beschlossen wir zu Oma zu fahren. Vorher gingen unsere Eltern aber schon wieder etwas essen und wieder haben wir NICHTS abbekommen! Das ist echt voll die Tierquälerei. Sie rochen nach gebratenem Schinken und hausgemachtem Hamburger. Zum Glück gab es dann bei Oma ganz viele Kekse für uns und wir wärmten uns schnell wieder auf. Mama ist übrigens hingefahren. Wir haben uns hinten in der Box gegenseitig die Augen zugehalten.

 

Omas freier Tag

…begann damit, dass wir zum Frühstück einfielen wie ein dackeliger Heuschreckenschwarm. Leckerliiiis! Weil wir ja an der See waren, beschlossen wir, an den Strand zu fahren. Dort war es mega stürmisch, meine Ohren flatterten im Wind und durch das Tosen der Wellen konnte man kaum ein Kommando verstehen (wie schade!).

Sina machte der eiskalte Wind nichts aus, sie hat ja einen dicken Pelz. Lucy trug vorsichtshalber ihre Jacke, deren Kapuze wie Batmans Cape im Wind flatterte. Außer uns war kaum eine Menschen- oder Hundeseele am Strand, dafür aber viele Möwen. Wie gern hätte ich die ein bisschen gejagt! Es war ein toller Anblick, wie die riesigen Wellen gegen die Wellenbrecher krachten. Beim Gedanken, dass ich auf so etwas schon mal geklettert bin, wurde mir dann doch anders. Treibgut und Schaum waren angespült worden und rochen hochinteressant.

Danach waren wir im Megazoo, wo es viele Köstlichkeiten gab. Wir und Sina knusperten dann zuhause bei Oma getrocknete Schweineohren. Die Menschlinge entschieden dann auch abends essen zu gehen (ohne uns, gemein), wir blieben in unserer Box und machten erstmal ein Schläfchen. Die Zweibeiner ließen es sich in dieser Zeit in einem chinesischen Restaurant gut gehen. Doch dieses Mal bekamen wir einen Happen ab! Mama schmuggelte extra für uns aus dem Buffet ein gebratenes Stück Fleisch. Na also! Geht doch!

Den letzten Tag bevor es wieder heim ging, angelten wir nochmal, verabschiedeten uns von Oma und meinem Kumpel Max und dann ging es in unser trautes Heim. Ich freue mich schon auf das nächste Mal! 🙂

058-img_3334

Retrieverfreuden und ein neuer Kumpel

Der Hund, der das Meer liebt

Retriever sind, in meinen Augen, schon ein klein wenig verrückt, aber ich mag das. Sie sind groß, hüpfen auf ihren langen Beinen lustig herum und stehen irgendwie auf Wasser. Finn war da noch die light Variante! Sina steht total aufs Schwimmen, sie liebt es, sich in die Wellen zu stürzen, mit allen Vieren zu paddeln und sie steckte auf der Suche nach ihrem Wurfspielzeug sogar den kompletten Kopf unter Wasser!

sina-apportiert

Wenn Sina könnte, würde sie wahrscheinlich den ganzen Tag schwimmen. Sie und mein Bruder Balduin wären sicher ein tolles Paar! Wie es sich für einen echten Retriever gehört, apportiert Sina auch für ihr Leben gern. Ich hole zwar schon hin und wieder mein Balli und lasse es mir zu meinem Amüsement werfen, aber Sina stürzt sich sogar in tiefes Wasser für ihr Spielzeug. Näää!

 

Mit Sina und Oma waren wir den ganzen Tag am Hundestrand, was richtig toll war! Lucy hat sogar davon abgesehen, Sand zu fressen (die knirschenden Häufchen am Morgen waren ihr eine Lehre gewesen), stattdessen lief sie lieber herum und kläffte andere Hunde an oder machte es sich auf dem Strandtuch gemütlich. Ich durfte auch einige Zeit ohne Leine rennen, aber weil ich dann bei einer älteren Hündin gestänkert habe, wars das dann erstmal wieder mit der Freiheit.

123

Doch nicht nur das Wasser war interessant, auch der Sand hatte Dackelunterhaltungswert. Papa begann ein wirklich tiefes Loch zu buddeln und stieß dann sogar auf Wasser! Ich, die Bauaufsicht Buddelinspektor Bud,  spähte immer wieder hinein und konnte es gar nicht glauben: Der Menschling hatte es echt toll von mir gelernt und ich war mächtig stolz auf meinen gelehrigen Schüler. Ich sollte Papa jetzt öfter mit zu meinen Grabungsarbeiten nehmen. Mama wurde dann in eines von Papas Buddellöchern eingegraben, er baute ihr aus Sand dann noch einen schönen Meerjungfrauschwanz. Mama fand das so witzig, das auch Lucy eine Meerjungfrau wurde.

Papa und Mama bauten dann zusammen auch noch eine Sandburg. Papa kümmerte sich um das Fundament (das irgendwie sehr schnell unterspült war) und Mama modellierte eine Dackelfigur oben drauf. Festung Dackelstein stand leider nur bis zum Abend, dann hatte das Meer das Bauwerk der Menschlinge wieder abgetragen.

All dieses Buddeln, Spielen und Schwimmen hatte mich ganz müde gemacht, doch der Tag war für uns noch nicht vorbei! Es ging noch einmal zum Haus meiner Oma und dort wartete wieder der verlockende Grill, der aufgeweckte Hase und noch eine Überraschung.

Goofy Buddy & Max

Die Überraschung hatte vier Beine, langes, rotes Fell und ein freundliches Grinsen:

max2

Moin moin!

Dackel Max war zu Besuch! Lucy kriegte gleich einen Kläffkoller, weil sie nicht bemerkt hatte, dass ein Besucher kam und blieb, trotz Bratwurst, grummelig. (Zicke!) Ich dagegen war den ganzen Abend beschäftigt damit, mit Max zu spielen.

Max ist zwar auch ein Rüde, wurde aber kastriert, wie Lucy. Mama hatte erst gedacht, zwei Rüden könnten sich vielleicht nicht so gut verstehen, aber am Ende wollten wir gar nicht aufhören, miteinander zu toben.

max-und-bud

Hoffentlich kann ich irgendwann mal mit Max am Strand toben, dann zeige ich ihm, wie man so richtig einen drauf macht! Buddeln, baden, Möwen jagen, … Nach diesem Abend war ich richtig hundemüde! Max wahrscheinlich auch. Lucy schlief fast schon an Ort und Stelle ein, in diesem Fall auf Omas Couch. Ein besonders flauschiges Kissen hatte es ihr besonders angetan, denn sie liebt ja alles, was weich ist. In der Ferienwohnung verschwanden wir sofort ins Bettchen.

Hafenmeister Bud und die alte Liebe

Budige Barsche

Am nächsten Morgen nach unserer Ankunft, wachte ich voller Tatendrang auf. Nach einem kurzen Morgengassi und einem gemütlichen Frühstück, ging es an den Hafen. Papa wollte die Gelegenheit zum Angeln nutzen, auch wenn es, Mitte September, noch etwas zu früh für die Angelsaison hier oben war. Wir machten es uns auf dem Steg so bequem, wie es ging, und sahen ihm dabei zu, wie er seine Angel auswarf. Ab und an kamen fremde Menschlinge, um aufs Wasser zu starren. Einige hatten auch Hunde dabei, mit einem konnten wir sogar etwas länger schnüffeln, weil dessen Herrchen sich mit Papa übers Angeln unterhielt. Gefangen hat er auch etwas:

20160909_1206010

Wenn du meinem Papa schon aus der Hand springen musst, dann hüpf gefälligst in mein Maul!

Ich fand den Barsch sehr appetitlich, doch Papa setzte ihn wieder zurück. Seufz. Dieses Verhalten muss ich ihm dringend abgewöhnen! In meinem Bauch wäre noch viel Platz für das Fischlein gewesen! Aber naja. Es gab außerdem am Hafen viele Möwen zu sehen, denen ich neugierig nachschaute. Die vielen Boote am Steg waren nicht so mein Ding, dafür aber die vorbeifahrenden Fähren. Da will ich auch mal mitfahren! Damit ich besser sehen kann, hob Mama uns abwechselnd hoch. Ich schaute stolz über die Wellen und Lucy war einfach zufrieden, auf dem Arm zu sein.

First love

Nach dem Ausflug zum Hafen ruhte ich mich kurz aus, dann waren wir zum Grillen bei Oma eingeladen. Grillen ist etwas sehr Feines, denn dabei kommt Fleisch vor und das schmeckt mir gut. Voller Appetit dackelte ich, mit meinen Eltern im Schlepptau, zum Haus meiner Oma. Doch dort angekommen vergaß ich Grill und Fleisch, denn dort war auch Omas Hund, Sina

Wie sich aufmerksame Leser vielleicht erinnern, ist Sina der erste „fremde“ Hund gewesen, den ich getroffen habe. Ich hatte damals noch nie einen langhaarigen Hund gesehen und zog deswegen rotzfrech an ihrem plüschigen Schwanz. Ich war total scharf darauf, mit ihr zu spielen und hatte sie schon damals echt gern. Sina ist wahrscheinlich einer der freundlichsten Hunde der Welt und hat all meine Welpenbisse ertragen. Man kann also sagen, Sina war meine erste große Liebe. Sie hat sich sehr gefreut uns zu sehen, ich war erstmal ganz platt, dass sie wirklich vor mir stand und dann spielten wir wieder miteinander, genau wie früher. Nur, dass ich jetzt ein stattlicher Rüde geworden bin und kein kleiner Welpe.

Lucy lief neugierig herum, vorallem in Richtung Küche und Grill, wo es gut duftete. Sie durfte auch oft auf den Arm hoch und kuschelte mit Oma. In ihrem Garten gab es auch ein Hasengehege, samt Hasen. Der vorwitzige Hase Pepe stammt aus dem Tierschutzverein und ist mit Hunden aufgewachsen, also hatte er keine Angst vor mir oder Lucy. Wir wollten gern rein zu ihm, durften aber nicht und wurden ständig von unseren Eltern zurückgepfiffen. Menno. Wenigstens hatte ich Sina und durfte auch etwas vom Grill naschen. Lucy auch. Die darf dann nach dem Urlaub zwar abspecken, aber während unserer Ferien durfte sie es sich auch gut gehen lassen.

 

Abschied von Sina – Wie ein Goldi zum Seehund wurde

Heute haben wir uns für eine lange Zeit zum letzten Mal mit Sina getroffen. Sinas Frauchen zieht nun nämlich weit, weit weg, ans Meer.

Ich bin schon etwas traurig, dass ich Sina nun nicht mehr so oft besuchen kann, ich habe sie sehr gern. Naja, natürlich habe ich noch andere Freunde, mit denen ich spielen kann, bis ich sie mal wieder sehe, aber vermissen werde ich sie trotzdem. Dafür wird sie dann Augen machen, wenn wir uns wiedersehen,  wenn ihr auffällt, wie sehr ich gewachsen bin! Dann bin ich bestimmt schon fast so groß wie sie-… naja, wahrscheinlich nicht ganz. Ich hoffe nur, sie verwandelt sich nicht in einen Seehund, wenn sie im Meer baden war!

Das Meer soll noch viel viel größer sein als unser Badesee, mindestens hundert mal so groß, ich bin aber überzeugt, dass das nur übertrieben war. Machs gut, Sina und pass gut auf dich und die Oma auf!

Sinas Verwandlung in einen Eisbären

Wie es so schön heißt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die Mama meiner Mama liebte ebenfalls schon immer Hunde.

Als meine Mama ein Kind war, lebte in ihrem Rudel ein Golden Retriever und nun, viele Jahre später, hat die Mama meiner Mama wieder einen Goldi.

Dackelwelpe_Golden_Retriever

Sina war fünf Jahre alt und einer der freundlichsten Hunde, die es auf der Welt wohl geben mag. Wer diese freundlichen, blonden Hunde kennt, weiß nicht nur, dass sie besonders treudoof, verfressen und haarig sind, sondern auch, wie groß sie sind. Meiner Mama kamen sie nie riesig vor, bis Lucy, Balduin und ich zu Besuch bei Sina waren. Es war an der Zeit für uns, andere Hunde kennen zu lernen, damit wir, wenn wir groß sein würden, an unsere Mithunde gewöhnt wären. Sina war durch ihre sanfte Art damit das perfekte Testobjekt. Doch als wir dann neben ihr standen, verwandelte sich Sina in den Augen meiner Mama in einen riesigen, unheimlich großen, felligen Eisbären, dessen Bein fast so groß war wie die komplette Lucy!

 

Dackel_vom_Haselbach_Trio

Mich beeindruckte der haarige Koloss eines Hundes nicht besonders, mich faszinierte eher das lange Fell, so dass ich gleich erstmal reinbiss. Bei dieser Gelegenheit untersuchten wir gleich auch den Rest von Sinas Garten. Und es gab viel für uns drei kleine Abenteurer zu entdecken: es gab Tannen, so hoch wie das Haus, in dem Sina und Oma leben, einen kleinen Teich, in den ich aber lieber noch nicht gesprungen bin und ein Hasengehege! Da haben wir natürlich am längsten geschnuppert und neugierig die fremden Tiere betrachtet. Lucy wäre gern gleich mit hinein geschlüpft, aber Mama hatte Angst, dass sie gegen den ausgewachsenen Widder den kürzeren gezogen hätte. Die Hasen sind dann lieber in der Mitte geblieben und haben ungerührt weiter mit ihren Nasen gewackelt, wir entschieden uns dann auch lieber für weiteres Spielen und Toben.