Wie man einen Menschen glücklich macht

Menschen sind, wie so oft schon festgestellt, ziemlich seltsam. Die besten Sachen (tote Mäuse, stinkender Dreck, Kacke) lassen sie völlig kalt oder versetzen sie höchtens in Ekel. Total langweilige Dinge, wie bei Fuß gehen oder  im Platz vor seinem Essen warten, bereitet ihnen dagegen eine Riesenfreude. Meine Mama ist da keine Ausnahme, oh nein. Sie hat als wir Welpen waren, jeden Haufen mit Jubelrufen begleitet. Wie gesagt, verrückte Zweibeiner eben. Seit geraumer Zeit versucht sie, uns das Apportieren schmackhaft zu machen, mit eher mittelmäßigem Erfolg. Ich kann eigentlich super apportieren, drinnen in unserer Wohnung. Lucy dagegen versteht das Kommando einfach nicht. Über Sachen kurz anheben, kamen sie und Mama nie hinaus. 

Heute bewaffnete sich unser Frauchen mit unserem Lieblingsapportierspielzeug, dem Felldummy, der Schleppleine und der Leckerlietasche. Offensichtlich meinte sie es ernst. Das Wetter war super, sonnig und trotz eher kühler Temperaturen angenehm. Angekommen auf der Trainingswiese machte sie dann auf wichtig, aber ganz im Ernst, es gab dort viel spannendere Düfte als ihre Möhrenleckerlies! 

Den Dummy widmete ich keines müden Blickes und fraß lieber Gras. Lucy interessierte sich zwar für den Dummy, ließ ihn aber liegen. Mama war schwer enttäuscht und setzte sich dann einfach auf ihrer Jacke auf die Wiese. Mit Lucy übte sie zumindest ein bisschen die Dummysuche, wirkte aber trotzdem etwas niedergeschlagen. Also dachte ich, ach was soll’s. Du bist eben der gute Junge, und kam zu ihr. Sie warf den Dummy probehalber ein winziges Stück und ich brachte ihn zurück. Mit den Würfen wurde die  Wurfweite immer größer und ich brachte jedes Mal den Dummy, als hätte ich niemals etwas anderes getan. 

Es mag für die unter euch, die schon lange Stöckchen werfen, keine große Sache sein, aber es war für uns das erste Mal, dass ich draußen etwas apportieren wollte. Für Mama war es die größte Sache der Welt, ihre Augen strahlten, lange noch, bis wir längst Zuhause waren und ich weiß, dass sie diese kleine Sache sehr glücklich gemacht hat. 

Bud beim Training

 

Sonntag ist Trainingstag!

Nachdem wir ein paar Mal verhindert gewesen waren oder das Training ausgefallen war, durfte ich heute wieder in die Schule. Yaaay. Eben noch war ich auf Kuscheln eingestellt gewesen, hatte den Schneeflocken zugesehen, die sich wohl in der Jahreszeit geirrt hatten, als wir plötzlich angezogen und angeleint wurden und ich mich auf dem Hundeplatz wiederfand. Wie immer hätte ich gern alle Hunde begrüßt und mit ihnen gespielt, aber ich armer Junge durfte nicht. Während Lucy in Papas Jacke wie auf einem Aussichtsturm saß und es warm und bequem hatte, musste ich wieder ackern! Naja, so schlimm war es eigentlich nicht. Erst einmal führten wir vor, wie fein ich den Elefantentrick gelernt hatte, dann übten wir verschiedene Sachen in der Gruppe.

 

Weil ich der gute Junge bin, war ich total brav, ass viele Kekse und war eigentlich ganz zufrieden, ganz allein in Mamas Mittelpunkt der Welt zu stehen. Trotzdem war ich danach froh, wieder bei meiner Lucy zu sein. Und wer hätte es geahnt? Zuhause angekommen strahlte wieder die Sonne. Bis zum nächsten Mal haben wir eine neue Übung als Hausaufgabe bekommen, die Mama mit mir üben darf.

Der Bud zwischen Schule und Job

Wie ihr wisst, bin ich momentan ein schwer beschäftigter Dackel. Nicht nur, dass ich berufstätig bin und vor Fleiß nur so strotze, nun bin ich in einer neuen Trainingsgruppe!

Ich weiß, was ihr jetzt denkt. „Wie schafft es dieser gutaussehende, kluge und liebenswerte junge Rüde nur, bei all seinen Verpflichtungen noch seinen Hunde-Blog zu pflegen?“ Tja, ich weiß. Ich bin eben der fantastische Bud.

Die Hundeschule

Jeden Sonntag heißt es nun für uns ab ins Abenteuermobil und wir fahren zum Training. Weil Lucy ja sooo viel braver ist als ich (Streber), bin erstmal nur ich dabei, während sie mit Papa zuguckt und sich die Ohren über mich ablacht. (Papa kommt mit, weil Mama nicht gern das Abenteuermobil steuert, sie ist darin echt katzmiserabel. Lucy ist dabei, weil sie sonst zuhause ne wilde Party mit dem Nachbars Beagle schmeißt.)

Dort sind viele andere Hunde und alle sind sie größer als ich! Ich bin der einzige Dackel und weiß, dass dies eine schwere Bürde ist, schließlich muss ich die Fahne meiner Rasse hochhalten und allen beweisen, wie dackelig ich bin. Das habe ich schon ganz gut hinbekommen, indem ich durch Meditation (Schnüffeln) meine Mama komplett ausgeblendet habe. Jetzt habe ich den Salat und darf nirgendwo mehr schnuppern, außer sie erlaubt es mir! So ne Katzengrütze! Aber ein Gutes hat das Ganze: Lucy darf es auch nicht mehr. Haha! Geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid!

Außerdem gibt es jetzt das Essen nur noch aus Mamas Hand gegen Tricks. Sie übt mit mir jetzt etwas, das sich „Elefantentrick“ nennt, dazu berichte ich ein andermal ausführlicher.

Habe ich eigentlich erwähnt, dass Mama nun für uns kocht? Wir essen jetzt nur noch feinstes Barf, das schmeckt mir super! Lucy auch, keine Frage. Wir können es kaum erwarten, dass endlich wieder Essenszeit ist!

Der Held der Arbeit

Auf der Arbeit gefällt es mir total gut! Ich finde meine Kollegen total toll und habe mich schon daran gewöhnt, morgens in den Zug zu steigen und voller Motivation zur Arbeit zu dackeln. Aufmerksamkeit und Krauler bekomme ich auch zufriedenstellend oft, muss mir diese aber mit Lucy teilen, die ja den Niedlichkeitsbonus durch ihre Kaninchengröße und die großen treudoofen Augen hat. (Natürlich weiß ich, dass ich auch süß bin, aber meinen Blick bezeichnet man eher als „frech“, „schurkisch“ und „klug“.) Schade, dass es nur ein zeitlich begrenztes Praktikum ist, Spaß macht es uns allen Dreien dort zu sein.

Achja, ich wollte euch heute noch in meine streng vertraulichen Aufgaben einweihen:

Im Bild erkennt ihr mich bei drei meiner Hauptaufgaben:

  • Sonnenabsorbator
  • Raumverschönerer
  • Geweihhärtetester

Außerdem bin ich noch tätig als Krümelsucher, Drehstuhlprobesitzer, Sitzsacksicherheitstester,Ernährungsberater, Empfangsda…ckel, Fotomodell, Showkampfmanager und -kämpfer,Bewegungsmelder, Wachteckel, Prinzessinnenbettwarmhalter, TreppenstuntmanMamainspiration undAlleinunterhalter. Und es kommen täglich neue Aufgabenbereiche dazu!

Jetzt werde ich erstmal ein Schläfchen machen nach soviel schwerer Arbeit und freue mich schon aufs Abendessen. Heute gibt es feinstes Rind mit Creme de la Brócolie. Soll ja gesund sein.

Bis bald, euer Bud!

Von Deppen und Dummies

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Auf dieser Wiese ist ein Dummy versteckt. Wer kann ihn sehen?

Wie Mama versprochen hatte, wollten wir das Wochenende im Wald verbringen und so packte sie am Samstagnachmittag tatendurstig unsere Ausrüstung und wir gingen zu unserer Lieblingswaldwiese.

Für das bessere Verständnis des geneigten Lesers bedarf es nun einiger Erläuterungen.

Mama versucht ja ständig, uns neue Tricks beizubringen. Bei zwei gleichaltrigen Dackelteenies wie uns, hat sie sich natürlich was vorgenommen. Manche Dinge kann nur ich und manche Dinge nur Lucy und ein paar Kommandos können wir beide. (Ob ich Lust habe, die auch zu befolgen, steht auf einem anderen Blatt.) (Haha.)

Lucy lässt sich zum Beispiel prima abrufen, ich sehe es aber absolut nicht ein, zu meiner Mama zu latschen, wenn auf der anderen Seite der Wiese viel spannendere Sachen warten, wie Mäuselöcher, Wildtierbauten, andere Hunde und viele weitere Wunderdinge.

Dafür kann ich apportieren (D.h. ich renne dem Ball nach und hole ihn, aber das mit dem Hergeben gefällt mir nicht so ganz, ich trage den dann lieber in meine Höhle zum Zerkauen.) und Lucy nicht.

Nun hat sich Mama mit ihrem verrückten Menschenhirn gedacht, es wäre ja cool, wenn Lucy auch apportieren könnte. Denn dann könnte Mama draußen auf der Wiese Stöckchen-Werfen spielen, was Menschen ja sehr gern spielen. Da Lucy aber kein Interesse am Apportieren hat, stellte Mama sich und Lucy einen Plan auf:

Schritt 1: Lucy soll lernen, einen Dummy ins Maul zu nehmen.

Schritt 2: Lucy soll lernen, den Dummy zu tragen.

Schritt 3: Lucy soll zum Dummy rennen und ihn tragen.

Schritt 4: Lucy bringt den Dummy zu Mama.

Schritt 5: Lucy gibt den Dummy wieder her.

Bisher klappte nur Schritt 5: Lucy biss nur kurz rein und ließ wieder vom Dummy ab. Da der Dummy sich mit Futter füllen ließ, war Lucy dann auch bei Schritt 1.

Soviel zur Vorgeschichte. An diesem Tag ging Mama also fröhlich pfeifend mit uns auf die Wiese und war so naiv zu glauben, ihr Dummy, gefüllt mit Würstchen, wäre hier draußen interessanter als ein Mauseloch. Ich ging schnurstracks an der Schleppleine zum Buddeln und Mama übte mit Lucy.

buddeln

Lucy roch natürlich die Würstchen und nahm brav den Dummy ins Maul, kapierte aber nicht so ganz, was Mama nun eigentlich damit bezwecken wollte. Mama warf den Dummy ein Stück, Lucy rannte hin, biss in den Dummy und wartete. Mama ging zu ihr, lobte sie und warf den Dummy erneut.

Ich beobachtete das Schauspiel eher nebenbei und interessierte mich eher für die vielen Mauselöcher und Wildschweinsuhlen. Davon gab es wirklich sehr viele, die Wiese sah aus wie ein großes schlammiges Schlachtfeld.

Als Mama gerade wieder den Dummy geschmissen hatte, war es dann soweit. Mir reichte die 10-Meter-Schleppleine nicht mehr, um das nächste potentielle Buddelloch zu erreichen und mit einem beherzten Ruck zerrte ich meine Mama in meine Wunschrichtung. Mama rannte mir dann erstmal hinterher und meckerte und holte mich wieder etwas näher zu sich heran. Ich schnüffelte, zu beschäftigt für ihre pädagogisch nahegelegten Erläuterungen, wieso mein Verhalten nicht zu gutheißen sei / ihren Anschiss, und befand mich wieder in ihrem Dunstkreis. Mama war zufrieden. Für ungefähr drei Sekunden. Dann sah sie nämlich Lucy zu ihren Füßen sitzen und ihr dämmerte, dass der Dummy nicht mitgenommen worden war, sondern immer noch auf der Wiese lag, wo Mama ihn hingeworfen hatte.

(Man sollte vielleicht noch ergänzen: Der Dummy war von einer dunkelbraunen Farbe.)

Mama suchte den ganzen restlichen Nachmittag nach dem Dummy, während Lucy fröhlich neben ihr über die Wiese hüpfte und nicht im Traum daran dachte, den Dummy zu erschnüffeln. Gab ja genug andere tolle Gerüche hier. Die Olle war also beschäftigt und ich, Bud, der Buddelingenieur, konnte mich endlich ganz meinen Mauselöchern widmen.

Die Sonne schickte sich schließlich an, unterzugehen. Der Dummy blieb unauffindbar. Mama fiel ein, dass sie am Abend noch mit Papa und dessen Familie zum Essen eingeladen war und sie noch zwanzig Minuten hatte, um heimzulaufen und sich fertig zu machen und joggte mit uns heimwärts.

Am nächsten Tag wurden wir schon am Morgen gassifertig gemacht und Mama ging mit uns nochmal den Dummy suchen, jedoch wieder ohne Erfolg. Ich hatte keinen Bock mit ihr herumzulaufen und zerrte an der Leine und Mama war total genervt. Dann ging sie mit uns in den Wald wandern und wir entspannten uns beide etwas. Es war wunderschön im Wald. Das Licht brach sich an den vielen Bäumen und erschuf so eine Stimmung, als wären wir die Einzigen hier an diesem verzauberten Ort. Waren wir aber nicht. Wir trafen viele Spaziergänger und den ein oder anderen Hundekollegen. Heimwärts gingen wir noch ein letztes Mal über die Wiese. Mama glaubte nicht wirklich mehr daran, den Dummy jemals wiederzufinden, wahrscheinlich hatten ihn sich eh bereits in der Nacht Wildschweine und Füchse schmecken lassen. Dafür konnte Lucy noch einmal flitzen und ich buddeln. Ohne Dummy, aber dennoch zufrieden, gingen wir drei heim und ruhten uns von unserem Waldtag aus.

Mosaik

Der nächste Dummy wird in einer Leuchtfarbe sein und mit einem GPS-Ortungssignal gefüllt.

Euch auch noch einen entspannten Sonntag!

Euer Bud.
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Auf der Schulbank

Heute waren wir in der Hundeschule!

Eigentlich hatten wir ja unsere mobile Hundetrainerin, aber was uns gefehlt hat, ist das Training unter anderen Hunden. Einzeln können wir alles super brav, aber andere Hunde sind immer das spannendste überhaupt und wir vergessen dann gern, wie die Kommandos noch gleich gingen. Mama hat dann beim Gassi mit der Oma des Mopses Tyler gesprochen, die uns diese Hundeschule empfahl, Tyler ist dort auch.

Die Hundeschule war  ruhig gelegen mit einem eingezäunten Gebiet und mit Trainingsgeräten.

Die Trainerin war nett und wir haben sie gleich beschnuppert, sie hat ganz offensichtlich selber Hunde!  Die anderen Hunde sind auch nett. Am Anfang hat Lucy sie  alle gejagt und ich wusste nicht recht, was ich tun soll, dann habe ich vorsichtshalber eine Bürste aufgestellt und dann doch mitgespielt. Es hat dann doch Spaß gemacht und ich habe viele neue Bekanntschaften geschlossen.  Nachdem wir eine Weile gespielt haben, sollten wir dann alle wieder an die Leinen. Och nee! Aber dann haben wir noch zusammen Übungen gemacht und ich war ein braver Junge.

Lucy ist sogar über so eine Holzwippe und so eine Holzbrücke gelaufen und unter einen Tunnel durch, was uns alle überraschte, weil sie sonst immer so ängstlich ist. Dieses Mal aber war sie sogar mutiger als ich, und ich kämpfe furchtlos gegen das Staubsaugermonster!

Zum Abschluss durften wir nochmal zusammen spielen, ich hatte viel Spaß. Lucy ist  dann nochmal alleine über die Trainingsdinger gelaufen, so gut haben sie ihr gefallen. In zwei Wochen ist das nächste Training, ich freu mich schon drauf!

Danach sind wir noch zum See gefahren, wo mein Bruder uns schon erwartete und wir spielten zusammen noch ein bisschen, während die Männer angelten und unsere Mamas sich über unseren ersten Schultag unterhielten. Schade, dass wir nicht in der gleichen Stadt leben, dann könnten wir mit Balduin zur Schule gehen! Aber es war auch so schön und ich bin nun hundemüde!

Die Hundetrainerin

Dass wir in einer relativ kleinen Stadt lebten, hatte einige Vorteile:

Wir brauchten ungefähr eine Viertelstunde zu Fuß, dann standen wir mitten im Wald. Von dort aus konnte man viele verschiedene Routen laufen, bei einer kamen wir sogar an einem Fluss heraus, in dem man planschen konnte, wenn es wärmer war. Es gab noch ein kleineres Wäldchen, wo wir schon Rehe gesehen hatten, mit einem See und es gab noch eine weitere Strecke, die man sogar mit unserer üblichen Gassirunde kombinieren konnte, so dass man auch durch einen Wald lief. Auch war bei uns weniger Lärm und Hektik und weniger Verkehr auf den Straßen und wir hatten das Glück, in einer hundefreundlichen Gegend zu leben.

Doch es hatte auch einen entscheidenden Nachteil:  es gab weit und breit keine Hundeschule in unserer Nähe. Balduin hatte den Teckelclub gleich vor der Nase und konnte in eine Trainingsgruppe mit rein, aber bei uns gab es so etwas nicht und jede Woche weit fahren fanden wir auch doof, wir waren ja noch klein. Also bestellte uns meine Mama eine mobile Hundetrainerin, die unseren Eltern Erziehungsratschläge gab und sich ansah, was wir schon alles konnten.

Und das war viel! Wir konnten alle beide schon Sitz, Platz, Rolle Rolle und Gib’s Pfötchen und das in unserem zarten Alter von knapp drei Monaten! Auch an der Leine liefen wir schon vorbildlich und brav, zumindest solange wir alleine mit unseren Eltern waren.

Vor allem ich hatte den Ruf, ich sei ein Wildfang und wäre nicht sehr gehorsam, was mich allerdings zu Unrecht traf, denn gerade ich war derjenige, der Kommandos viel schneller verstand. Mich störte dieses gemeine Vorurteil eigentlich wenig, aber meine Mama wurde jedes Mal gleich fuchsteufelswild, denn immerhin waren meine ganzen Tricks ja ihr Werk. Den Ruf des frechen Dickerchens wurde ich nie ganz los, auch wenn ich später unter Beweis stellte, dass ich der gute, brave Junge bin.