Dackel allein zu Haus und Besuch aus dem Auenland

Seit einer Weile war es hier sehr ruhig und das ist wie immer die Schuld der Zweibeiner. (An meiner aufregenden Persönlichkeit kann’s  ja gar nicht liegen!)

Es begann schon in den letzten Tagen damit, dass wir grob vernachlässigt wurden. Stattdessen waren die Zweibeiner total beschäftigt – und das nicht mit Dackelkram! Ich überlegte bereits, ob ich den Tierschutz verständigen sollte, tat es aber nicht. Hätte ich aber mal lieber gemacht!

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Die Zweibeiner schienen sich ihrer Versäumnisse bewusst zu sein und starteten den Tag mit einem langen Spaziergang im Wald. Ich durfte schnüffeln, so viel ich es wollte und war einigermaßen zufrieden, auch das Frühstück fiel üppig aus, doch dann verschwanden die Zweibeiner.

Nein, eigentlich noch viel viel schlimmer: Sie verschwanden nicht nur, erst spielten sie auch noch ohne uns mit Onkel Felix und Tante Heidi! Ich versuche zu entkommen und die beiden zu begrüßen, aber keiner wollte mit mir toben. Ein letztes Mal Gassi, wir bekamen den Kong voller Leckerlis und weg waren sie alle.

Ich hatte immer geahnt, dass dieser Tag kommen würde: Die Zweibeiner waren gegangen und kamen bestimmt niemals wieder.

Weil es im Schlafzimmer keinen logischeren Schlafplatz gab und ja eh keiner da war, fummelte ich die Schranktür auf und baute aus den darin verstauten Decken ein bequemes Nest.

Gegen Abend hörten wir dann die Tür, doch stand vor uns plötzlich Onkel Bogi! Frauchens Bruder brachte uns einzeln auf die Wiese, ich nutzte die Gelegenheit gleich zum Schnüffeln und dirigierte den Zweibeiner dahin, wo es mir gefiel. Lucy dagegen war mal wieder ein Langweiler und lief brav mit.

Wir bekamen auch unser Essen von Onkel Bogi. Offensichtlich war er jetzt unser neuer Menschling!

Doch auch er verschwand und Lucy und ich verbrachten die ganze Nacht allein. Als am Morgen erneut die Tür ging, hatte ich eigentlich bereits überlegt, wie ich die Wohnung, die ja nun uns allein gehörte, umgestalten wollte. (Ein Leckerlibrunnen im Eingang, in die Kloschüssel einen Baum, damit ich dort mein Bein heben kann und vier weitere Kühlschränke!) Es waren unsere Zweibeiner!

Eigentlich wollte ich sie ja ignorieren, damit sich ihr unerwünschtes Verhalten nicht wiederholt, aber eh ich überhaupt eine beleidigte Mine aufgesetzt hatte, saß ich bereits im Budmobil. Die ganze Fahrt über starrte ich an den Seitenspiegel, wo ein komisches weißes Band flatterte. Nur die Scheibe verhinderte, dass ich danach schnappte!

Und dann DIE Überraschung! Vor über drei Jahren hatten wir sie zuletzt gesehen, als sie Lucys Schwester abgeholt hatte, jahrelang haben sie und Frauchen miteinander geschrieben; so mancher Notfall wurde dank ihr gelöst und viele dumme Dackel-Ernährungs-/Erziehungsfragen – ach, ihr lest diesen Blog, ihr wisst genau, von wem die Rede ist!

Tante Vivi!

…und nun stand sie live vor uns!

Lucy musste natürlich erstmal laut Hallo sagen (ja, sie hat gekläfft) und ich musste erstmal auf den Schoß hüpfen und ihr das Gesicht ablecken. Lucy beruhigte sich aber verhältnismäßig schnell und dackelte wie selbstverständlich an der Leine nebenher. Ich musste erstmal die Umgebung analysieren (es war ein Park) und ihn als mein Hoheitsgebiet markieren. Unsere Welt war wieder in Ordnung: Zweibeiner wieder da, Extra-Zweibeiner zum Spielen da, schönes Wetter, großer Spaziergang, Bud (okay und Lucy) im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit… Als ich wieder gänzlich versöhnt mit der Welt war, brachen unsere Patentante und das Schweizer Dackelherrchen wieder auf, zurück zu Lucys Schwester und Billabong. Unsere Zweibeiner packten noch ein paar Sachen ins Auto und dann ging es heim.

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6 Gedanken zu “Dackel allein zu Haus und Besuch aus dem Auenland

  1. Rafael schreibt:

    Lucy probiert neue elegante weisse Damenpumps mit Glitzer (heiss 🙂 … und da war ein Flatterband am Auto…. Ganz klar! Eine Hochzeit. Bei solchen Veranstaltungen musst du immer den Kühlschrank auf Mitbringsel wie Hochzeitstorte prüfen. Die Dinger sind meist aus purer Sahne gemacht! Zum Reinlegen 🙂

    • derfantastischebud schreibt:

      Gut kombiniert, Rafael Holmes 😀 Und im Kühlschrank fand ich nicht nur Torte, sondern auch Buffetreste! Und dazu dann noch extra Leckerchen fürs uns Vierbeiner und Pansenentschädigung für die Zeit alleine. Jap, ich bin einigermaßen zufrieden. 😀
      Dackelige Grüße,
      Dr. Budson

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